AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

VillachDrei außergewöhnliche Menschen, die frischen Wind rein bringen

Die Kärntner des Jahres aus Villach eint eine Sache: Sie sorgen mit ihren Ideen dafür, dass die Region herzlicher, bunter und flotter wird. Auch für das kommende Jahr haben sie schon große Pläne.

Peter Rohr holte sich 2018 den Titel bei der Handicap-Motorrad-WM in Magny-Cours © kk
 

Der schnellste Fahrer mit Handicap

Im März 2015 wurde Peter Rohr bei einem Motorradunfall im slowenischen Soca-Tal beinahe der ganze linke Arm abgetrennt. Ans Aufgeben dachte der begeisterte Motorradrennfahrer trotzdem nie. „Ich wollte sofort zurück auf die Straße und habe mir diesen Traum bereits im Folgejahr erfüllt“, sagt Rohr, der seinen Fahrstil komplett ändern musste. „Ich kann mich mit zwei Fingern am Lenker festklammern und halte meine Yamaha R1 vor allem mit Becken und Beinen unter Kontrolle. Da kommt mir meine Skisport-Erfahrung zugute.“ 2017 saß Rohr bei einem Testlauf im italienischen Mugello wieder im Rennsattel. Mit dem zweiten Platz sicherte er sich die WM-Teilnahme 2018 und absolvierte eine sensationelle Saison.

„Der krönende Abschluss war mein Sieg in Magny-Cours. Ich bin als Zweitplatzierter der Gesamtwertung angereist und verließ Frankreich als Weltmeister mit Handicap.“ Und das trotz eines schweren Sturzes beim Training. „Die Saison 2019 wird sicherlich noch härter. Ich freue mich besonders darüber, dass Matthias Lanzinger bei der Meisterschaft mit von der Partie ist. Meine persönliche Motivation!“

Sie schuf einen außergewöhnlichen Kultur-Hotspot

Nach ihrem Engagement für das Flower Label Program, einem Verein, der sich um umweltverträgliche Bedingungen in der Schnittblumenproduktion kümmerte, zog es die freiberufliche Kunstvermittlerin Margot Fassler nach Feffernitz, wo sie gemeinsam mit Lebensgefährten Norbert Kaltenhofer die Kulturinitiative „Grünspan“ ins Leben rief. „Der Besitzer erlaubte uns, das leer stehende Gut Sachsenhof, in weiterer Folge auch den ehemaligen Schuhladen nebenan in ein Atelier und einen Ausstellungsraum für bildende Künste umzugestalten“, erinnert sich Fassler. Seit 2008 setzt „Grünspan“ jährlich Schwerpunktthemen um.

Seit 2008 setzt sich Margot Fassler jährlich für gesellschaftlich relevante Themen ein Foto © Schwinger

„2018 untersuchten wir Tweets und Kurzbotschaften in Hinblick auf deren Funktion als politische Kommunikationsmedien. Heuer lautet das Motto ‘Alles fließt’. Es wird um Glauben, Globalisierung, Umweltverträglichkeit und E-Mobilität gehen.“ Der Fokus liegt immer auf gesellschaftlich relevanten Themen, die in anderen Kultureinrichtungen oft zu kurz kommen.

Biologe widmet sein Leben der Artenvielfalt

Nach seinem Biologiestudium in Innsbruck zog es Klaus Krainer zurück in seine Heimat. Er wurde am Magistrat Villach als Biologe tätig, wollte aber mehr. „Es war mir ein Anliegen, praktischen Naturschutz zu betreiben, der sich nicht nur hinterm Schreibtisch abspielt“, sagt Krainer, der 1993 den Verein Arge Naturschutz gründete. „Gestartet haben wir mit der Aktion ‘Rettet die Frösche’. Mittlerweile liegen unsere Schwerpunkte bei Amphibien, Reptilien, Fledermäusen, seit letztem Jahr auch Libellen.“ Der Verein betreibt aktiven Lebensraumschutz und kümmert sich um selten gewordene Arten sowie deren Umfeld.

Klaus Krainer KdT
Klaus Krainer setzt sich mit seinem Verein Arge Naturschutz für seltene Tierarten ein Foto © (c) Weichselbraun

2008 ist es Krainer gelungen, ein altes Gebäude der Kelag in Feistritz/Gail zum ersten Fledermaushaus Österreichs umzugestalten. „Hier können sich interessierte Naturfreunde, Studenten und Forscher fachkundige Informationen über die vom Aussterben bedrohte Hufeisennase holen. Mittlerweile leben 150 Exemplare bei uns und pflanzen sich auch hier fort.“ Von Juni bis August kann man das Fledermaushaus gratis besuchen, die Tiere durch Sichtfenster beobachten, ohne sie zu stören.

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren