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Neue IdeeMit der Seilbahn vom Bahnhof zur Infineon

Oppositionsparteien bringen „Cable Cars“ als neues Verkehrskonzept für Villach ins Spiel. Urbane Seilbahnen sind weltweit im Trend.

So sehen Visualisierungen von „Cable-Cars“ zwischen Bregenzerwald und dem Bahnhof Dornbirn aus © KK/Doppelmayr
 

Der 1,6 Milliarden Euro-Ausbau der Infineon bringt neue Visionen in die Köpfe der Villacher Stadtpolitik. Mit einer solchen werden ÖVP, Grüne, Bürgerliste Villach und Gemeinderat Richard Pfeiler in der heutigen Villacher Gemeinderatssitzung für Gesprächsstoff sorgen. Die Oppositionsparteien fordern die Prüfung einer Seilbahn vom Hauptbahnhof zur Infineon. Die Strecke soll – je nachdem wie es Hochspannungsleitungen zulassen – entlang der Drau zum Technologiepark und an der Maria-Gailer-Straße verlaufen.

Der Vorstoß ist der bislang gewagteste, um die Stadt auf das erhöhte Verkehrsaufkommen durch 400 neue Jobs bei der Infineon vorzubereiten. „In Villach wird es ein neues Konzept brauchen und man sollte dabei gleich auf innovative und umweltschonende Technologien setzen. Diese Lösung wäre umweltschonend, mit dem Verkehr gut vereinbar und ein Leuchtturmprojekt“, sind sich die Parteien einig.
Ähnliche Ideen gab es schon mehrere – bisher mit der Absicht, Attraktionen zu schaffen. In den 90er-Jahren war etwa eine Seilbahn über die Drau in Planung. Später eine über den Dobratsch. Beide Visionen scheiterten an der Finanzierung und fehlender Unterstützung. Eine ist noch nicht vom Tisch: Jene, einer Seilbahn über den Wörthersee auf den Pyramidenkogel.

Vielfach realisiert wurden urbane Seilbahnen. Das derzeit größte Projekt der Doppelmayr Gruppe als österreichischer Vorreiter im Seilbahnbau befindet sich in Bolivien. Das Netz verbindet die beiden Großstädte El Alto und La Paz. „Insgesamt haben wir 14.900 Seilbahnen realisiert, dieses ist die größte urbane der Welt. Der Verkehr wird auf eine neue Ebene gehoben“, sagt Pressesprecherin Julia Schwärzler. Das Seilbahnnetz wird sich ab dem Frühjahr auf 30 Kilometer ausdehnen. Die Kosten werden nicht kommuniziert, da Doppelmayr „nur“ als Lieferant fungiert. Für den Bau benötigt werden kleine, abgegrenzte Baufelder für Stützen und Stationen – alles weitere spielt sich in der Luft ab. Eine Umsetzung in Villach müsste geprüft werden.

Kein Zuspruch – vor allem wegen der Kosten – kommt von SPÖ und FPÖ. Der freiheitliche Stadtrat Erwin Baumann spricht von einer „unfinanzierbaren Spinnerei.“ SPÖ-Klubobmann Harald Sobe verweist auf das Mobilitätskonzept. „Wir forcieren dessen Umsetzung. Das ist realistisch und wichtig für Villach.“ Dazu zählt der Ausbau des Radwegenetzes und des öffentlichen Verkehrs, sowie mehr Angebote in E-Mobilität und Carsharing.

Budgetsitzung

Das Budget der Stadt steht im Zentrum der heutigen Villacher Gemeinderatssitzung. Der Voranschlag 2019 sieht ein ausgeglichenes Budget vor. Deutlich angestiegen ist der Investitionshaushalt. 31,4 Millionen Euro sollen 2019 investiert werden, das sind um um rund sechs Millionen mehr als im Voranschlag 2018. Die Opposition kündigt Kritik zum Budget an.

Livestream. Die Sitzung wird ab 9 Uhr live mitzuverfolgen sein: www.villach.at. Live-Ticker auf kleine.at/villach

Kommentare (6)

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gintonicmiteis
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Die österreichische Seilbahnindustrie scheint eine gute Lobby zu haben...

bei jeder Schnapsidee dabei.

Wenn die Radfahrer auch so eine tolle Lobby hätten, gäb's keine Verkehrsprobleme...

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GordonKelz
6
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WENN ....

...man schon die verbetonierung riesiger Flächen nicht mehr aufhalten kann ,SOLLTE man auch über ein solches Zukunftsprojekt nachdenken .
Nur mit einem Stadtrat Sobe wird das nicht vereinfacht .
Gordon Kelz

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umo10
3
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Bahnhof Infineon

Ich verstehe nicht, dass sie diese Idee überhaupt nicht in Erwägung ziehen?!
Sie werden wohl ihre Gründe haben. Nur ich verstehe ihr schweigen nicht

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joektn
4
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Äh

Das Mobilitätskonzept wird frühestens 2035 (!) umgesetzt sein und wer das finanziert ist auch noch völlig offen. Villach schläft in Sachen Verkehr schon seit Jahrzehnten.

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wjs13
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„unfinanzierbaren Spinnerei.“

Wenn das so wäre, dürfte es in den Skigebieten keine Seilbahnen geben und ein Entwicklungsland wie Bolivien könnte sich die schon gar nicht leisten.
Typisch, dass die beiden Proletenparteien dagegen sind. Sie behirnen es schlicht nicht und dann kommen die 2 ko-Kriterien
1. des hob ma noch nie so gmocht und
2. do konn jo a jeda kuman
zum Einsatz.

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gintonicmiteis
1
2
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Äpfel mit Birnen vergleichen

Immer mehr Skigebiete sperren wegen des Kostendrucks zu und Sie wollen die als BWL-Musterbeispiele nennen?

In einem Hochpreis-und-Hochsteuer-Land wie Österreich ist eben einiges anders - z.B. die Kosten für Grundablösen... da kann man halt nicht wie in einem Entwicklungsland mit einem Trupp Soldaten aufmaschieren und die Leute rauswerfen. Obwohl: wer weiß, was in Österreich noch alles möglich wird...

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