VillachMit diesen Kanonen wird gekocht

„Alles Gulasch“ hieß es heuer bei der Hauptfeuerwache Villach. Sechs Teams stellen sich mit Gulaschkanonen einem Feldküchenwettbewerb.

Das Gulasch kam bei Gästen und Köchen gut an © Raunig
 

Gulasch ist nicht gleich Gulasch“, sagt Rotkreuz-Küchenchef Siggi Truppe. Wer sollte das besser wissen als er? Seit 36 Jahren koordiniert er die Gulaschkanonen des Roten Kreuzes. Als Feldkoch denkt er in anderen Dimensionen. Denn wenn er aufkocht, benötigt er 40 Kilo Fleisch, ebenso viel Zwiebel, eineinhalb Kilogramm Paprikapulver, mehrere Fäuste Knoblauch und Majoran.

Vor 20 Jahren hat Truppe einen Feldküchenwettbewerb ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre stattfindet, diesmal bei der Hauptfeuerwache Villach. Sechs Teams bereiteten jeweils 100 Portionen Gulasch zu. Jeder Küchenchef hat so seine kleinen Geheimnisse. „Ich verwende statt Pfeffer eine Chilisoße“, verrät Ernst Kofler von der Feuerwehr Straßburg. Gekocht wird bei ihm mit einer alten Feldküche aus der ehemaligen DDR. Zum ersten Mal mit dabei ist das Rote Kreuz Radenthein. Köchin Karin Granitzer verwendet frische Kräuter aus den Garten und fein geriebene Zitrone. Das wirkliche Geheimnis sei aber etwas anderes. „Wir kochen mit viel Liebe“, sagt sie.

Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Franz Fendre, Willi Tschemernjak und Andreas Reiner, alle Mitglieder des Klubs der Kärntner Köche, hat die undankbare Aufgabe, eine Wertung vorzunehmen. „Das ist immer schwierig“, sagt Fendre und Tschemernjak ergänzt: „Oft entscheiden nur Kleinigkeiten.“ In der Feldküche des Landesverbandes schwört Dietmar Neubacher auf Schweineschmalz. Feldkoch-Unteroffizier Walter Kudler, Rohrkaserne Villach, verzichtet auf „Schnickschnack“. „Wir sind auf 1000 bis 1500 Portionen eingestellt, da bleibt dafür keine Zeit.“ Aber, so Kudler, „die Leute lieben unser Gulasch.“ In der Privat-Feldküche von Gerald Raunig schwingt Rudolf Schurian den Kochlöffel. Sein Geheimnis? „Fröhlichkeit.“

Eigens zur Verkostung angereist ist auch RK-Präsident Peter Ambrozy, selbst bekennender Gulasch-Fan. Er betont die Wichtigkeit der Feldküche. „Im Katastrophenfall können wir damit die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.“

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