St. VeitEin Pilz frisst sich durch die Eschen

Infizierte Bäume müssen geschlägert werden. Betroffen sind Bereiche am Wasserweg Liebenfels und nahe des Flugplatzes Hirt.

Entlang des Wasserweges Liebenfels gehören Eschen zum Landschaftsbild © Gert Köstinger
 

Sein Name ist niedlich, seine Auswirkung aber fatal: Das „Falsche weiße Stengelbecherchen“ infiziert mittels Sporen die Eschenblätter, wächst in Triebe und Zweige ein und bewirkt das Absterben der Rinde und des Holzes. „Die Bäume fallen ohne Vorwarnung um“, sagt Matthias Pirker, Leiter der Forstinspektion der Bezirkshauptmannschaft St. Veit. „Der Baum stirbt von außen nach innen ab.“

Die Esche ist ein Paradebaum. Nie hätte ich gedacht, dass es sie erwischt, denn sie hält wirklich viel aus.

Franz Taumberger

Eschen sind sehr robust und sind auch beliebte Alleebäume. Im Wald findet man sie auf feuchteren Böden aber auch an trockenen Standorten. Rund um den Liebenfelser Wasserweg etwa prägt die Esche den Charakter des Waldes. Speziell dort gebe es auch Befall durch den Pilz, informiert Pirker. Genaue Zahlen, wie viele Bäume betroffen sind, könne man jedoch nicht nennen. Franz Taumberger ist dort Besitzer von Waldflächen: „Es war ein Schock. Die Esche ist ein Paradebaum, nie hätte ich gedacht, dass es sie erwischt, denn sie hält wirklich viel aus.“ Jetzt könne man sehen, wo der Pilz die Bäume befällt. „Im Frühling sieht man, die einen blühen, die anderen treiben nicht mehr aus.“ Taumberger will keine Schuldigen suchen, er arbeitet an Lösungen: „Wir versuchen, so viel Artenvielfalt wie möglich zu haben, denn wir wissen ja nicht, was in fünf Jahren ist.“ Und so pflanzt Taumberger Bäume aller Art. „Wir haben eine Fläche, da haben wir sogar Kirsch- und Nussbäume drinnen.“

Die Bäume fallen ohne Vorwarnung einfach um. Denn der Baum stirbt von außen nach innen ab.

Matthias Pirker

Auch an den Straßen gibt es das Problem. „Da funktioniert die Verbreitung des Pilzes aber glücklicherweise nicht so gut“, erklärt Pirker. Hilft alles nichts mehr, müssen Bäume aber gefällt werden. Das ist oft nicht einfach. „Denn der Wegerhalter ist nicht immer der Besitzer der Bäume.“ In Hirt gibt es eine Allee mit Pilzbefall. Mit Besitzer und Naturschutz-Vertreter hat Pirker sie besichtigt. Bäume herauszuschneiden, wurde als eine Lösung ins Auge gefasst. Zur Rettung der Esche gibt es ein Programm. Pirker: „Ab 2020 kann sie vegetativ vermehrt werden, ab 2040 generativ über Samen.“ Günther Flaschberger, Leiter der Forstinspektion Feldkirchen: „Das Bundesforschungszentrum für Wald betreibt hohen Aufwand. Wir sind die Besten in Europa. So werden Samen der Esche gesammelt und haltbar gemacht.“

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