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Kärnten

Ältester Bürgermeister tritt erneut zur Wahl an

Der 78-jährige Siegfried Kampl will weiter Oberhaupt der Kärntner Marktgemeinde Gurk bleiben. Sich vom Nationalsozialismus klar zu distanzieren, fällt ihm immer noch schwer.

© APA/Roland Schlager (Archivbild)
 

Seit 1991 ist der Freiheitliche Siegfried Kampl Bürgermeister der 1300-Einwohner-Gemeinde Gurk im Bezirk St. Veit. Auch im stattlichen Alter von 78 Jahren verspürt er keine Amtsmüdigkeit. "Die Partei hat mich gebeten, es noch einmal zu machen", sagt Kampl. Diesem Wunsch würde er nun folgen. Seinen aktuellen Titel als ältester Bürgermeister Kärntens könnte er damit für sechs weitere Jahre behalten.

Überschattet war Kampls politische Karriere von seinen Aussagen über die Zeit des Nationalsozialismus. 2005 verhinderte die Mehrheit im Parlament, mit einer "Lex Kampl", dass dieser Bundesratspräsident wurde, da er gemeint hatte, Deserteure aus der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg seien "zum Teil Kameradenmörder" gewesen. Diese Aussage hat für ihn heute noch Gültigkeit: "Ich wollte nie jemanden Beleidigen. Ich habe das so gesagt, wie ich es erlebt habe".

Die Chance zur klaren Distanzierung vom Nationalsozialmus lässt Kampl auch diesmal verstreichen. "Das darf man nicht sagen, dass der zum Teil schlecht war". Die Einführung von Kindergeld, Altersvorsorge und Kirchenbeitrag unter Hitler seien Errungenschaften gewesen. Sehr wohl verurteilen müsse man jedoch "die Auswüchse" jener Zeit. Aber, "das hat die Masse der Menschen ja nicht gewusst", behauptet Kampl.

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