Osttirol wähltIn Anras müssen sich die Wähler sputen

In zwei Gemeinden haben die Wahllokale nur drei Stunden geöffnet. Osttirolweit sind noch immer zehn Wahllokale nicht barrierefrei. Fast 2000 Wahlkarten ausgestellt.

Im Gegensatz zur früheren Praxis ist das Fotografieren im Wahllokal strengstens verboten © APA/EXPA
 

Exakt 39.285 Osttiroler sind bei der Tiroler Landtagswahl am Sonntag wahlberechtigt. 1958 Menschen aus Osttirol ersparen sich den Weg ins Wahllokal – ihnen wurde laut Auskunft des Landes Tirol eine Wahlkarte ausgestellt. Dieser Wert könnte ein Indiz dafür sein, dass die Wahlbeteiligung wesentlich schlechter ist als bei der Nationalratswahl im Oktober 2017. Damals wurden im Bezirk Lienz über 4000 Wahlkarten ausgestellt. Die Wahlbeteiligung in Osttirol lag bei der Parlamentswahl bei etwa 75 Prozent, bei der vergangenen Tiroler Landtagswahl 2013 bei etwa 64 Prozent.

Trotzdem gilt: Umso mehr Menschen den Weg in die Wahlkabine finden, desto besser für die Demokratie. In den 33 Osttiroler Gemeinden gibt es insgesamt 67 Wahllokale. Dabei können die Gemeinden selbst entscheiden, wie lange die einzelnen Wahllokale geöffnet haben. In Anras gibt es drei Wahllokale, die jeweils von 8 bis 11 Uhr geöffnet haben. Die Wähler haben also nur drei Stunden Zeit, um ihre Stimme abzugeben.

Denselben knappen Zeitrahmen gibt es auch in Untertilliach – dort hat das Wahllokal von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Generell schließen die meisten Wahllokale in den kleineren Gemeinden Osttirols zu Mittag. Virgen ist jene Gemeinde des Bezirks, die den Wählern am meisten Zeit gibt. Dort kann man von 7 bis 15 Uhr wählen – das sind acht Stunden. Bis drei Uhr am Nachmittag kann man auch in den meisten Wahllkohalen der Stadt Lienz wählen. Allerdings sperren sie dort erst um 8 Uhr am Morgen auf.
Barrierefrei sind mittlerweile 85 Prozent aller Wahllokale Osttirols.

Nicht vergessen sollte man am Wahltag einen amtlichen Lichtbildausweis. Seit der Aufhebung der Bundespräsidentenwahl sind die Wahlbehörden strenger. Das gilt auch für das Fotografieren. Die aus vorherigen Wahlen bekannten Fotos, auf denen die Spitzenkandidaten ihr Kuvert in die Urne werfen, wird es auch bei dieser Wahl nicht geben. „Das ist ausdrücklich untersagt“, heißt es in einer Aussendung des Landes.

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