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Osttiroler des TagesTroger & Prugger: Sie liefern die Prognose bei jeder Witterung

Reinhard Prugger und Werner Troger führen ein erfolgreiches Büro für Meteorologie in Lienz. Zu den Kunden gehören neben großen Medienhäusern auch Filmteams und Bauern.

Werner Troger und Reinhard Prugger versorgen Kunden im ganzen deutschsprachigen Raum mit Wetterprognosen. Die Kleine Zeitung gehört zu den loyalsten Abnehmern der Meteorologen © Michael Egger
 

Der Bergdoktor fährt durch die kitschigschöne Bergidylle des Wilden Kaisers. Und immer wieder stellt sich für den Fernsehzuschauer zuhause die Frage: Wie kann es sein, dass es das Filmteam immer schafft, zur richtigen Zeit am – aus wettertechnischer Sicht – richtigen Ort zu sein. Die Antwort ist einfach: Die Macher der Serie holen sich bei zwei Osttiroler Meteorologen die Informationen über die aktuellen Wetterentwicklungen. Genauer gesagt im Lienzer Büro „MeteoExperts“ von Reinhard Prugger und Werner Troger. Im Geschäft sind die Osttiroler schon lange. Seit Mitte der 1990er-Jahren beliefern sie die Kleine Zeitung mit Wetterberichten. Tag für Tag. „Es hat in dieser ganzen Zeit noch keine Situation gegeben, in der wir nicht liefern konnten“, sagt Reinhard Prugger.

Die Kleine Zeitung gehörte Mitte der 1990er-Jahre in Österreich zu den ersten Printmedien, welche die Wetterprognosen von einer kleinen privaten Agenturen erstellen ließen – und nicht von der großen staatlichen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Partnerschaft hält bis heute.

Zu den Personen

Werner Troger. Geschäftsführer von „MeteoExperts“ und ausgebildeter Meteorologe. Hat wissenschaftliche Untersuchungen der Gewitter- und Blitzaktivität im Ostalpenraum gemacht. Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder (10 und 8 Jahre).

Reinhard Prugger. Geschäftsführer von „MeteoExperts“ und ausgebildeter Meteorologe. Hat die Luftverschmutzung im Alpenraum untersucht. Privat. Der 52-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder, reist gerne und ist oft in den heimischen Bergen unterwegs. 

Die Qualität der Wettervorhersagen ist über die Jahre besser geworden – auch jene der „MeteoExpertes“. Studiert haben sowohl Prugger, als auch Troger an der Universität Innsbruck. Aber was macht einen guten Meteorologen aus? „Es ist vor allem die Erfahrung und Liebe zum Thema “, sagt Reinhard Prugger. Das heißt: Ein und derselbe Fehler sollte niemals ein zweites Mal passieren. Warum? „Wir Meteorologen sind die einzigen Wissenschafter, die jeden Tag von vielen Leuten kontrolliert werden“, sagen Prugger und Troger. Die Wettermodelle mit denen sie arbeiten, kommen von Messzentren aus Deutschland und den USA. Das detaillierte Datenkonvolut möglichst gut und verständlich zu interpretieren, ist die tägliche Herausforderung der beiden Meteorologen. Beliefert werden nicht nur Medien und Filmteams. „Zu unseren Kunden zählen auch viele Landwirte, die wissen wollen, wann der ideale Zeitpunkt zum Mähen und Ernten ist“, erklärt Troger

Daten für den Winterdienst

In den vergangenen Tagen herrschte auch im Büro der beiden Meteorologen Hochbetrieb. Mit den Starkschneefällen in weiten Teilen Österreichs beschäftigten sich auch Reinhard Prugger und Werner Troger. Ein Standbein ihres Büros ist nämlich die Versorgung der Schneeräumungsdienste mit Prognosen. „Gemeinden von Vorarlberg bis in den Osten Österreichs zählen zu unseren Kunden“, sagt Troger. In besonders gefährlichen Situationen werden die Lenker der Streudienste dann via SMS gewarnt.

Die große Qualifikation der Osttiroler ist, dass sie sich in den Alpen auskennen. Sie wissen, wie sich die Berge auf das Wetter auswirken. „Im Flachland zieht eine Schlechtwetterfront oft einfach durch. Bei uns kann sie durch die Berge eingebremst werden“, erklärt Troger. Die nötige Sensibilität holen sich die beiden Familienmenschen in der Natur, in der Süd- und Osttiroler sowie Kärntner Bergwelt. Doch auch auf Reisen sammeln sie Erfahrungen für ihre tägliche Arbeit. Prugger verschlägt es etwa besonders oft nach Oberitalien. „Walking on Sunshine“ heißt eine neue ORF-Serie, die den Meteorlogenalltag auf dramatische und komische Weise darstellen sollen. Es geht um Hochs und Tiefs – auch jene des Menschen.

Niemand ärgert sich über eine Fehlprognose mehr, als wir selber.

Reinhard Prugger

Die Wetterfrösche

Wie viel Unterhaltung steckt tatsächlich in der Meteorologie, der Wissenschaft des Wetters? „Unser Bestreben ist es in erster Linie, Qualität zu liefern“, sagt Prugger. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Spaß bei der Arbeit zu kurz kommt. „Die Show gehört sicher auch dazu. Aber wir versuchen, unsere Arbeit perfekt zu machen“, so Prugger. Und er sagt dazu: „Niemand ärgert sich über eine Fehlprognose mehr, als wir selber.“ Doch im Vergleich zu früher passieren weniger Fehler. Das führt dazu, dass das Vertrauen in die Meteorologen über die Jahre gestiegen ist. „Es ist sicher besser als in den Jahren, in denen wir angefangen haben“, erklären Troger und Prugger. Die Konkurrenz der heimischen Meteorologen kommt vermehrt aus dem Internet – auch weil viele Angebote im Netz gratis sind. „Was nichts kostet ist nichts wert“, sagen die beiden „Wetterfrösche“, wie sie oft genannt werden. Ein Ausdruck, der stört? „Früher vielleicht. Aber heute stehen wir drüber“, sagen sie.

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