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Osttirol Wer will Uniformen für die Kinder?

Ein Antrag der FPÖ an den Tiroler Landtag birgt Diskussionspotenzial. Eine Befragung zu Schuluniformen soll her. In Osttirol sieht man das Thema eher skeptisch.

Schüler der Tourismusschule in Zell am Ziller haben in Schuluniform zum Unterricht zu erscheinen © KK/BUNDESSCHULZENTRUM ZILLERTAL
 

Die Schüler fühlen sich durch ähnliche Garderobe stärker mit ihrer Schule verbunden. Dadurch wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und ein Beitrag zur Integration geleistet“, so argumentieren die Abgeordneten der FPÖ Tirol ihren Antrag, der in der Landtagssitzung in der kommenden Woche behandelt wird.

Konkret wollen sie eine Befragung der Schüler zu einheitlicher Schulbekleidung an Tiroler Schulen – genauer gesagt an Volksschulen und Neuen Mittelschulen. Auffallend: Die FPÖ verwendet auf dem zweiseitigen Antrag kein einziges Mal das Wort „Schuluniform“. Stattdessen verweist man auf die Zillertaler Tourismusschule – dort gibt es sie, die einheitliche Schulbekleidung. Doch was hält man in Osttirol vom blauen Vorstoß? „Ich sehe keine Notwendigkeit. Denn es gibt schulpolitisch sicher andere Themen, die wichtiger wären“, sagt Maria Bürgler, Direktorin der Volksschule Lienz Nord. Und genauso sieht es auch ihre Kollegin Ingrid Tegischer von der Volksschule Lienz Süd.

Sehr wohl ein Thema ist Kleidung immer wieder an den Neuen Mittelschulen – speziell im Sommer wenn das Thermometer die 30-Grad-Grenze überspringt. „Wir diskutieren darüber schon mit den Eltern“, sagt Markus Tönig, Direktor der Neuen Mittelschule St. Jakob im Defereggental. Schuluniformen seien aber noch nie ein Thema gewesen, wenngleich es Schüler geben würde, die Schuluniformen „cool“ finden würden.

Gemeint sind dann aber eher Kapuzenpullis, wie sie etwa die HAK Lienz anbietet. Im zuständigen Ausschuss wurde das Thema bereits behandelt. Großen Anklang hat der Vorstoß der FPÖ bei den anderen Tiroler Parteien nicht gefunden. Der Ausschuss stellt einen Ablehnungsantrag. Eine emotionale Debatte dürfte aber dennoch vorprogrammiert sein.

Elisabeth Blanik, Klubobfrau der SPÖ, sagt: „Wir haben wichtigere Themen im Tiroler Landtag.“ Die Bekleidung sei nicht vom Land zu regeln – sondern von den einzelnen Schulen. Die Liste Fritz findet den Vorschlag nicht schlecht. „Jemanden zu befragen kann nie schaden“, glaubt man bei dieser Landtagsfraktion.

UMFRAGE

Von „toll“ bis „geht gar nicht“

Wie stehen eigentlich die Schüler zum streitbaren Vorstoß? Umgehört haben wir uns in der Nationalpark Mittelschule Defereggental. Dort sind die Schüler nicht einer Meinung. Einige sind dafür, einige dagegen.
Wiebke aus der 2a und Lukas aus der 3a finden den Vorschlag „super“ und „toll“. Sie argumentieren damit, dass man sich am Morgen beim Anziehen Zeit spart. „Und dann gäbe es kein Mobbing mehr aufgrund der Kleidung“, sagt Nadine aus der 1a zum Thema. Zuhause könne man sich ja trotzdem kleiden, wie man will. Niklas aus der 3a und Madlen aus der 4a sind dagegen. Sie glauben, dass jeder Schüler das anziehen sollte, was ihm gefällt. „Das geht gar nicht. Jeder Mensch ist anders und man möchte sich auch bei der Kleidung unterscheiden“, so Niklas.
Info. Die Nachnamen der Schüler dürfen aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung nicht genannt werden.

Kommentare (1)

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solder
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Lesenswert?

auch die türkis-blaue regierung

hat nicht den mut, den soz. irrweg zu beenden.

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