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HeinfelsLoacker will Betrieb am Sonntag ermöglichen

Um Auftragsspitzen abzudecken, soll beim Waffelproduzenten in Heinfels künftig an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden dürfen. Gewerberechtliche Verhandlung geht am Montag über die Bühne.

Loacker will die gewerberechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb an Feier- und Sonntagen schaffen. Das heißt nicht automatisch, dass man von der Möglichkeit rasch Gebrauch macht © Michael Egger
 

Die Waffeln von Loacker sind gefragt – mehr denn je. Das Südtiroler Unternehmen liefert unter anderem nach Saudi Arabien, Korea, China und Israel. Ein großer Teil der Süßigkeiten wird in Heinfels produziert. Und offenbar ist die Auftragslage so gut, dass die Arbeitszeiten ausgedehnt werden. Derzeit darf von 4 Uhr am Montag bis 22 Uhr am Freitag gearbeitet werden. Außerdem wurde gewerberechtlich genehmigt, dass gelegentlich bis 14 Uhr am Samstag gearbeitet werden darf.

Im Oktober hat Loacker bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz den Antrag gestellt, die Betriebszeiten auf Sonntage und gesetzliche Feiertage auszudehnen – zur kurzfristigen Abdeckung von Auftragsspitzen. Die mündliche Verhandlung dazu findet am kommenden Montag beim Waffelproduzenten statt. „Es handelt sich um ein prophylaktisches Ansuchen“, heißt es seitens der Firma Loacker auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Zwei konkrete Fragen wollte man seitens des Unternehmens nicht beantworten: Ob die Pläne mit der Belegschaft abgestimmt wurden und ab wann man damit beginnen will, auch Sonn- und Feiertags zu arbeiten.

Daten und Fakten

Loacker. 1998 hat der Waffelhersteller aus Unterinn in Südtirol in Heinfels gebaut. 370 Personen beschäftigt das Unternehmen mittlerweile am Standort in Osttirol. Damit gehört es zu den größten Arbeitgebern im Bezirk Lienz.

Betriebszeiten. Die geplante Ausweitung der Betriebszeiten wird in einem gewerberechtlichen Änderungsverfahren behandelt. Das Unternehmen hat einen Antrag an die Bezirkshauptmannschaft Lienz gestellt.

Arbeitszeiten. Betriebe können Mitarbeiter nun vorübergehend auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigen. Allerdings müssen sie sich dann an die arbeitsrechtlichen Vorschriften halten.

Bei den 370 Mitarbeitern am Standort Heinfels sind die Pläne aber bereits seit Tagen Thema. In der Arbeiterkammer sieht man die Lage noch entspannt. „Das Unternehmen muss sich sowieso an die gesetzlichen Bedingungen halten“, sagt Wilfried Kollreider, Leiter der Arbeiterkammer Lienz. Und er meint dabei die Regelungen des Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetzes. Auf dieses verweist man auch in der Wirtschaftskammer Osttirol. Mit der Arbeitszeitnovelle der Bundesregierungen, die seit 1. September gilt, gibt es für Betriebe aber neue Möglichkeiten.

„Alle Betriebe mit Ausnahme des Einzelhandels haben die Möglichkeit, bei Vorliegen eines vorübergehend auftretenden besonderen Arbeitsbedarfes, an Sonn- und Feiertagen Mitarbeiter zu beschäftigen, wobei der einzelne Mitarbeiter dies sanktionslos ablehnen darf“, erklärt Reinhard Lobenwein von der Wirtschaftskammer Lienz. Ob auch weitere Osttiroler Industriebetriebe eine Ausweitung der Betriebszeiten anstreben, ist noch nicht bekannt. Arbeitnehmer, die verunsichert sind oder allgemeine Fragen haben, können sich bei der Arbeiterkammer melden.

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