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Skischaukel Sillian-SextenAlpenverein steht gegen Liftprojekte auf

Alpenverein kritisiert „zahlreiche Neuerschließungen durch die Hintertür“ und kündigt Widerstand an. Auch das Projekt Skischaukel Sillian-Sexten war Thema.

Noch ist der Karnische Kamm bei Sillian unverbaut – zumindest auf der österreichischen Seite © Alpenverein/Anna Pichler
 

Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora, im Zivilberuf Jurist, muss gestehen: „Das nun zur Begutachtung vorliegende Seilbahnprogramm ist geschickt formuliert.“ Der Schluss, den er daraus ziehe, sei aber wenig erfreulich. Jedenfalls nicht aus der Sicht von Alpinen und Umwelt-Verbänden: „Das hat meiner Meinung nach nur den Sinn, Neuerschließungen Tür und Tor zu öffnen.“ Er sei zutiefst enttäuscht, dass man in der Landesregierung die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe, so Ermacora: „Das bedeutet noch mehr Wasser- und Ressourcenverbrauch, noch mehr Verkehr. Die Zubringer in die Skigebiete sind ohnedies heillos überlastet. Inzwischen nicht mehr nur an den Wochenenden. Wir gehen davon aus, dass das nicht im Sinne der Tiroler Bevölkerung ist.“

Harte Worte zum Seilbahnprogramm (TSSP) findet bei der Pressekonferenz am Dienstag auch Liliana Dagostin, Leiterin der Abteilung für Raumplanung und Naturschutz im Alpenverein: „Das ist maximal ein dunkelgrünes Mäntelchen für eine tiefschwarze Betonierer-Mentalität.“

So seien die Projekte Sillian-Sexten, die Verbindung Hochötz-Kühtai und Spieljoch-Tux mit diesem Programm möglich: „Ob die Pläne zu diesen Projekten zehn Jahre alt sind, oder fertig und einreichungsfähig, ist irrelevant.“ Ebenso sieht das Gerald Aichner, erster Vorsitzender des Tiroler Alpenvereins. Die Politik negiere Fakten und Entwicklungen wie den Klimawandel, eine sinkende Anzahl von Skifahrern, den steigenden Widerstand der „bereisten“ Bevölkerung gegen überbordenden Tourismus: „Wenn das so beschlossen wird, ist es ein Verrat an zukünftigen Generationen.“

Direkt betroffen fühlt sich auch der Deutsche Alpenverein (DAV), der in Tirol zahlreiche Hütten besitzt und bewirtschaftet. Sie würden unter Umständen zukünftig mitten in Skigebieten liegen wie etwa die Braunschweiger Hütte im Pitztal. Rudi Erlacher, zweiter Vorsitzender des DAV: „Wir sind tief betroffen, weil wir gedacht haben, die Entwicklung geht in Richtung der vorsichtigen Konsolidierung der Geschäftsidee Skitourismus. Aber man macht das Gegenteil!“ Es handle sich um eine reine Zahlendynamik, um das Zählen von Pistenkilometern. Erlacher: „Diese Dynamik kann nicht aufgehen.“

In den letzten Jahren sei es relativ ruhig gewesen, man habe eine Art Abkommen gehabt, die Seilbahner im Rahmen ihrer Grenzen werken zu lassen, so Ermacora abschließend: „Dieses Agreement wird nun umgeworfen.“ Sollte das TSSP tatsächlich in der vorliegenden Form beschlossen werden, würden die 1,7 Millionen Mitglieder von ÖAV und DAV sicher nicht mehr so ruhig sein wie in der Vergangenheit.

Für Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl ist dies alles „Uraltpropaganda“, die Präsidenten der Alpenvereine seien wieder einmal ihren „angestellten Scharfmachern“ aufgesessen. Die Seilbahnwirtschaft handle schon längst verantwortungsvoll und nachhaltig, weil dies der Gast verlange.

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Danke für Ihr Verständnis.

beobachter2014
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Scheinheilig

Selber (Alpenverein) die Sillianer Hütte
zum Hotel für Sommer und Winter ausbauen und alle anderen Initiativen in der Umgebung (Schischaukel Sexten - Sillian, Helmhaus ...) bekämpfen .....

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