300 Liter pro TagWirbel um Müll am Großglockner

Auf der Stüdlhütte gibt es derzeit ein großes Müllproblem. Der Pächter Matteo Bachmann echauffiert sich über unachtsame Gäste. Auf anderen Hütten sieht die Lage besser aus.

Die Stüdlhütte liegt auf 2801 Metern und ist im Besitz des deutschen Alpenvereins © Walenta
 

Matteo Bachmann, der Pächter der Stüdlhütte hoch über Kals ist wütend. Warum? Rund um die Hütte und darin häuft sich der Müll von unachtsamen Gästen. Es geht um Abfall von selbst mitgebrachten Produkten aus dem Tal. Besonders Bierdosen, Plastikflaschen und Essensverpackungen werden unter Sitzbänken, zwischen den Matratzen und an anderen Plätzen innerhalb der Hütte deponiert. „Täglich müssen wir circa 300 Liter Müll zusammenklauben“, ist der Pächter aufgebracht.
Bachmann, der seit 2018 gemeinsam mit seiner Frau Veronika Pächter der Stüdlhütte ist und zuvor in der Hannoverhütte in der Ankogelgruppe in Kärnten war, sieht eine Verschlechterung: „Mir kommt vor, es wird immer schlimmer. Es ist ja kein Problem, wenn sich jemand am Berg selbst versorgt, aber dann soll man den Abfall bitte wieder selbst mit ins Tal nehmen. Diese Bergregel sollte eigentlich jeder kennen.“

Auf Facebook veröffentlichte er einen entsprechenden emotionalen Beitrag mit mahnenden Worten und erntete daraufhin viel Zustimmung. Über 1000 „Gefällt mir“ und 200 Kommentare folgten. Mehr als 800 Mal wurde der Beitrag geteilt. Der Hüttenwirt bat darum, dass solche Gäste in Zukunft das Gebiet meiden sollten. Des Weiteren fügte er in seinem Facebook-Schreiben hinzu: „Täglich sammeln fleißige Bergführer 150 Liter Müll am Gletscher auf“.

Entwarnung gibt Peter Tembler, einer dieser fleißigen Kalser Bergführer: „Es ist wahr, dass entlang des Weges immer wieder Abfall liegt, aber diese Mengenangabe ist wohl etwas übertrieben. Ich sehe im Vergleich zu den letzten zehn Jahren eher eine Verbesserung. “ Was er aber bestätigen kann, ist die Verunreinigung rund um die Hütten. „Dort stimmt es sicher, dass die Verschmutzung größer ist. Das ist ärgerlich und ein Mehraufwand für das Hüttenpersonal. Es ist schon interessant, dass es für diese Wanderer leichter voller den Berg hinauf als leerer hinunter ins Tal geht“.

Der Bergführer erklärt, dass speziell Plastikflaschen problematisch seien und ist verwundert: „Heutzutage gibt es doch eigentlich super Trinkflaschen für den Berg“. Weiter oben auf der Erzherzog-Johann-Hütte ist die Lage besser. „Bei uns sind es an starken Tagen um die 120 Liter Müll“, erklärt Pächter Anton Riepler.

In der Großvenedigergruppe sieht man die Problematik gelassen. Werner Rainer, der Pächter der Essener Rostocker Hütte dazu: „Es hält sich bei uns wirklich in Grenzen. Vielleicht sind das ja nur die Leute, die auf den Glockner gehen.“

Kommentare (1)

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silentbob79
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Ich seh ja sogar ein,

dass man wenn man am Vortag aufsteigt und auf der Stüdlhütte übernachtet seinen Müll nicht auf den Großglockner tragen will. Aber dafür liese sich sicher auch eine einfache Lösung finden: Man stellt neben der Hütte eine große Tonne auf und für 1€ darf man als Selbstversorger seinen Müll dort entsorgen. Damit ist allen gedient. Die Hütte bleibt sauber, der Müll wird kontrolliert entsorgt und der Aufwand fürs Hüttenpersonal hält sich in Grenzen.

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