AsslingGemeinde Assling erzeugt nun Null-Kilometer Pflanzen

Die Gärtner aus Assling setzen im Projekt „BiColAlp“ ein weiteres starkes Zeichen für Nachhaltigkeit.

Sandra und Josef, engagierte Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Assling, freuen sich über ihre Null-Kilometer-Tomaten, - Paprika und –Chilis © Gemeinde Assling
 

Saat- und Pflanzgut sind heute unkompliziert und in großer Vielfalt in Gärtnereien, in Supermärkten, im Baustoffhandel oder im Internet erhältlich. Assling versucht hier andere Wege zu gehen. Bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt „BioColAlp“ wurde nicht nur über das Projekt berichtet, in dem es um die Erhaltung traditioneller Kulturarten, die Vermehrung lokaler Sorten, die Förderung des biologischen Gartenbaus und die Steigerung der Vielfalt im öffentlichen Grün geht.

Jene Gärtner und Bäuerinnen, die im Projekt mitwirken, erhielten ganz besondere Tomaten-, Paprika- und Chilipflanzen: Null-Kilometer-Pflanzen. Die Besonderheit der Jungpflanzen: Sie wurden in Assling gesät und aufgezogen. Die Erde (Kompost aus Pferdemist und Häckselgut) und das reine Wasser (kein Zusatz von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln) kommen ebenso aus Assling wie das Saatgut. Über viele Jahre wurden die Sorten in Assling vermehrt – im Falle der Tomaten 30 Jahre.

Woran die Asslinger Saatgutfreaks noch tüfteln ist der Pflanztopf aus lokalen Rohstoffen. Das Geheimnis zu diesen laufenden Entwicklungsarbeiten wollen sie aber noch nicht verraten.

Die Gemeinde Assling hat sich zum Ziel gesetzt nachhaltig zu denken. Und zu einem nachhaltigen Wirtschaften gehört es auch, die Möglichkeit zu haben, sich mit Saatgut zu beschäftigen, das Handwerk der Saatguterhaltung wieder zu lernen, früher übliche Kulturarten wieder anzubauen und für Höhenlagen passende Sorten nicht aussterben zu lassen. Deswegen wird natürlich nicht nur mit Tomate, Paprika und Chili, sondern beispielsweise auch an der Erhaltung von Pferdebohne, Mohn oder Herbstrübe gearbeitet.

In die Umsetzung des Bildungsprojektes sind die zwei Asslinger Agenda 21 Gruppen „Umwelt und Bewusstes Leben“ und die Bücherei sowie der Obst- und Gartenbauverein Assling eingebunden. Die fachliche Begleitung wird von der Universität für Bodenkultur bereitgestellt.

Bürgermeister Bernhard Schneider (Assling) ist Schirmherr der Asslinger Null-Kilometer-Tomaten und übernimmt einige selbst für den Anbau von Brigitte Vogl-Lukasser, die das Projekt BioColAlp im Auftrag der Gemeinde Assling und der Universität für Bodenkultur fachlich betreut Foto © Gemeinde Assling

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