AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

OberkärntenWarum ist die Honigernte dieses Jahr so schlecht?

Von einem Ausfall von bis zu 80 Prozent bei der Honigernte in Oberkärnten ist die Rede. Im Wald gab es für Bienen heuer nichts zu holen. Fürs Honigfest in Hermagor gibt es Reserven.

Für die Bienen gab es zwar genug Blüten, im Wald gab es aber kaum etwas zu holen © Gert Köstinger
 

Von einem „katastrophalen“ Honigjahr mit Verlusten von bis zu 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr spricht der Obmann der Kärntner Imker, Arno Kronhofer. „Ich habe heuer im Schnitt zehn Kilogramm Honig pro Bienenstock. Vergangenes Jahr waren es 50, wobei das ein sehr gutes Jahr war“, sagt der Gailtaler.

An eine derartige Entwicklung, die laut Kronhofer den ganzen Alpenraum betrifft, kann er sich in 30 Jahren Praxis nicht erinnern: „Manche Imker klagen sogar über Totalausfälle. Wir merken es beim Landesverband anhand der Honigproben-Einsendungen: Normal haben wir rund 700, heuer vielleicht 100. Aber meine Aufzeichnungen zeigen, dass auf ein schlechtes Jahr, in der Regel kein weiteres folgt. Es heißt nicht umsonst, dass man eine Honigernte auf Lager haben sollte.“

Genug Honig beim Honigfest

Weil genau solche Lager angezapft werden konnten, ist gewährleistet, dass es beim Honigfest, das Samstag und Sonntag in Hermagor stattfindet, sicher genug des süßen Goldes gibt. „Mit solchen Jahren muss man umgehen. Das gibt die Natur vor“, nimmt es der Obmann des Bienenzuchtvereins Hermagor, Josef Marschnig, gelassen.

Waldhonig fehlt

Grund für die Ertragseinbußen ist, dass der Waldhonig, der gegenüber dem Blütenhonig in Oberkärnten einen Großteil der Ernte ausmacht, fehlt. Diesen gewinnt die Biene nicht von Blüten, sondern von Honigtau erzeugenden Läusen. Diese haben sich heuer aber kaum entwickelt. „Ich habe beobachtet, dass es schlechte Honigjahre sind, wenn der Wald, wie heuer, stark blüht. Vielleicht ersticken die Stammmütterchen und die Läuse können sich nicht vermehren. Auch Stürme und starker Regen wie heuer können dafür sorgen, dass die Läuse von den Bäumen geschwemmt werden“, erklärt Horst Plössnig, Bezirksobmann der Spittaler Imker. „Auch ein Pilzbefall könnte möglich sein. Das lässt sich leider nicht nachvollziehen“, sagt Marschnig. In höheren Lagen mit Almrausch sei die Ernte bedeutend besser, so Plössnig.

Preis sollte gleich bleiben

„Den typischen Oberkärntner Honig, der für seine eher zähflüssige Konsistenz bekannt ist, gibt es aus der heurigen Ernte also leider nicht“, sagt Kronhofer. Doch auch der hellere, flüssigere Blütenhonig schmecke hervorragend. Teurer werden soll das Naturprodukt, das beim Imker 13 bis 14 Euro pro Kilo kostet, trotz schlechter Ernte nicht.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.