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KirchbachWeltweit einzigartige Eidechsenform lebt im Gailtal

Auf der Straniger Alm, in der Gemeinde Kirchbach, entschlüsselt ein fünfköpfiges Forscherteam seit 2013 eine weltweit verblüffende Fortpflanzungsart von Bergeidechsen.

Eine Bergeidechse auf der Straniger Alm © MICHAELA VIERTLER
 

Grundsätzlich gibt es südlich der Alpen Eier legende Bergeidechsen und nördlich der Alpen lebend gebärende Tiere“, sagt der Eidechsen-Forscher Hans Recknagel. Auf der Straniger Alm in Kirchbach findet der Deutsche ein äußerst spannendes Forschungsfeld vor, denn hier treffen beide Eidechsenformen aufeinander und bilden Hybride. Vor fünf Jahren ist der Biologe unter die Echsen im Gailtal gegangen: „Bergeidechsen sind eine der am weitesten verbreiteten Reptilienarten. Man trifft sie von Spanien bis Japan und von Norwegen bis Bulgarien an. Diese besondere Kreuzung der Tiere, wie es sie auf der Straniger Alm gibt, ist weltweit einzigartig. Warum das so ist, ist Thema unserer Forschungsarbeit.“

Hybriden entschlüpfen sehr fragilen, beinahe durchsichtigen Schalen und im Verhältnis zu den rein Eier legenden Formen sind sie viel weiter entwickelt. Ob die Hybride sich dann durch Lebendgebären oder Eierlegen vermehren, hängt von der Stärke der genetischen Ausprägung ab und kann von Tier zu Tier unterschiedlich sein.

Die dunklen Hybrideier und die normalen Eier im Vergleich Foto © KK/PRIVAT

Sein Forschungslabor hat Recknagel gemeinsam mit seiner vierköpfigen Mannschaft bei Andries van de Haar auf dem Campingplatz im Alpenferienpark Reisach eingerichtet. Das Biologenteam, dessen Mitglieder dieses Jahr aus Schottland, Portugal, Colorado und Italien stammen, untersucht die Echsen und ihren Lebensraum auf genetische und ökologische Zusammenhänge.
Henrique (Portugal), Melissa (USA), Hans Recknagel (Deutschland), John (Schottland) und Marta (Italien) Foto © MICHAELA VIERTLER


Entdeckt wurde das besondere Eidechsenvorkommen im Gailtal vom zwischenzeitlich verstorbenen Professor Werner Mayer vom naturhistorischen Museum in Wien. Recknagel hörte durch Zufall davon und machte die Bergeidechsen auf der 1500 Meter hoch gelegenen Straniger Alm zum Thema seiner Doktorarbeit. Nach seinem Masterabschluss in Biologie ging er an die Universität Glasgow und leitete von dort aus mithilfe seiner Betreuerin Kathryn Elmer das Projekt im Gailtal in die Wege. Finanziert wurde seine Doktorarbeit von der Universität Glasgow. Danach konnte das Projekt durch die Unterstützung des „Natural Environment Research Council“, Großbritanniens Förderstelle für Umweltwissenschaften, um weitere zwei Jahre verlängert werden. Wie viele Eidechsen im Gebiet der Straniger Alm vorkommen, darüber kann nur gemutmaßt werden. Es dürften 2000 bis 3000 sein. Bis einschließlich 2019 werden die Eidechsen noch genauestens unter die Lupe genommen. Es gilt zu hoffen, dass das Forschungsprojekt auch danach eine Fortsetzung finden wird.

Bergeidechsen

Fortpflanzung. Bis zur Jahrtausendwende wusste niemand, dass sich Bergeidechsen nicht nur lebend gebärend vermehren, sondern auch Eier legend. Inzwischen weiß man, dass südlich der Alpen Eier legende Eidechsen leben und nördlich lebendgebärende. Auf der Straniger Alm kommen beide Formen vor.

Das Forscherteam untersucht Eidechsen auf der Straniger Alm Foto © KK/PRIVAT


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