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Hannes Arch verunglückt

Nach Hubschrauberabsturz: Nun spricht der Überlebende

Gut acht Stunden musste Reinhard B. im Wrack des Hubschraubers ausharren, am Donnerstag in Kärnten abgestürzt ist. Mit der "Bild"-Zeitung sprach er über das Unglück, bei dem Pilot Hannes Arch ums Leben kam.

© APA/EXPA/JFK
 

Mit einer Halskrause und bandagierten Armen liegt er zwischen Schläuchen und Kabeln in einem Bett im Klinikum Klagenfurt. Reinhard B. hat vergangene Woche jenen Hubschrauber-Absturz in Kärnten überlebt, bei dem Extremsportler und Pilot Hannes Arch tödlich verunglückte. Beinahe acht Stunden lang musste B. eingeklemmt im Wrack des Hubschraubers ausharren. Im Interview mit der Deutschen Bild-Zeitung schildert er nun das Erlebte.

Wie das Medium berichtet, zog sich der 62-jähige B. bei dem Absturz einen Wirbelbruch zu. Zudem sei sein Ellbogen gerissen, die linke Hand zertrümmert und die untere Zahnreihe ausgeschlagen. Diese Details kann Kabeg-Sprecherin Kerstin Wrussnig nicht bestätigen, aber: "Der Patient ist stabil und wird im Laufe der Woche nach Deutschland überstellt."

"Durch das Gelände getastet"

Arch war mit dem Hubschrauber zur Elberfelder Hütte nahe Heiligenblut geflogen, um Essen zu liefern. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, hatte B., der dort als Hüttenwart beschäftigt ist, zunächst gar nicht geplant, mit Arch mitzufliegen. Doch dann änderte er seine Meinung. "Hannes meinte, er habe eine Nachtflugausrüstung. Ich habe das akzeptiert", sagt B. gegenüber der "Bild". Also brachen sie nach Salzburg auf. Nur mit Hilfe der Scheinwerfer habe sich der Pilot "durch das Gelände getastet".

Todesschrei

Plötzlich tauchte dann eine Felswand auf. Arch konnte den Hubschrauber nicht mehr hochziehen. B.: "Hannes stieß einen Todesschrei aus, den vergesse ich nie."

Die Hilfskräfte mussten sich aufgrund des unwegsamen Geländes zu Fuß auf den Weg machen. Indes sei B. kurz davor gewesen, aufzugeben. Er habe kaum atmen können, weil sein Brustkorb eingequetscht war. Der Gurt hatte sich in seinen Bauch eingeschnitten. "Ich dachte, das war es wohl. Ich fing an zu frieren", zitiert die "Bild". Doch die Rettung kam gerade noch rechtzeitig. Am Freitagvormittag konnte B. schwer verletzt geborgen werden.

Ich dachte, das war es wohl. Ich fing an zu frieren. 

Reinhard B., Überlebender

Die Unfallursache ist nach wie vor unklar. Am Montag wird das Hubschrauber-Wrack in Wien technisch untersucht. Der Leichnam des Extremsportlers wurde bereits am Samstag freigegeben. Wie eine Sprecherin mitteilte, wurde Arch im engsten Familienkreis beigesetzt.

Öffentliche Gedenkfeier am Samstag

Die Stadt Trofaiach im obersteirischen Bezirk Leoben, aus der Arch stammte, zollte dem Kunstflieger auf ihrer Facebook-Seite Respekt: Zu sehen ist ein schwarz gerahmtes Bild mit einem Trauerflor, das die Handabdrücke von Arch zeigt. Am Samstag soll es laut Gemeinde, die Arch zum Ehrenbürger gemacht hatte, eine öffentliche Gedenkfeier für Bevölkerung, Freunde und Fans geben. Das Programm wird noch zusammengestellt.