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ReportageRadon ist ernste Gefahr für die Gesundheit

In jedem zehnten Kärntner Haus sind die Radonwerte in der Raumluft erhöht. Dies ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Kostenlose Messung kann beantragt werden.

Die Radonpotenzialkarte zeigt die Gefährdungsgebiete auf © Grafik Kleine Zeitung, Quelle: Fachstelle für Radon der Ages
 

Rauchen ist die häufigste Ursache für die Ausbildung von Lungenkrebs. Doch die zweithäufigste Ursache bahnt sich völlig unsichtbar über die Raumluft ihren Weg in die Häuser: Radon. Jede zehnte Diagnose Lungenkrebs geht auf das Konto von Radon und dessen Zerfallsprodukte, und somit 400 Lungenkrebstote pro Jahr allein in Österreich. Radon ist ein radioaktives Edelgas und ein Zerfallsprodukt des in Böden und Gesteinen natürlich vorkommenden radioaktiven Schwermetalls Uran. Aus Gesteinen und Böden kann es sich relativ leicht lösen und dann über die Luft in die Wohnräume gelangen. Eine hohe Radonkonzentration tritt beispielsweise auf, wenn der Kellerboden vom Erdreich nicht ausreichend abgedichtet ist. Altbauten sind daher besonders gefährdet, erhöhte Radonwerte aufzuweisen.

Jedes zehnte Haus ist betroffen

„In Kärnten überschreiten zehn bis 15 Prozent der Häuser den zulässigen Richtwert für Österreich. Solch erhöhte Messwerte beschränken sich nicht auf einzelne Gemeinden, sondern können überall vorkommen“, sagt Wolfgang Ringer, Leiter der Abteilung Radon und Radioökologie bei der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages). Der Richtwert liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter. In Radonrisikogebieten sind sogar Werte über 1000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) keine Seltenheit.

„Eine gesundheitlich unmittelbare Gefährdung gibt es nicht, da man hier von einer Langzeitwirkung spricht“, beruhigt Christian Kuscher, Sachgebietsleiter für Strahlenschutz beim Land Kärnten. Eine Messung gibt Aufschluss darüber, ob ein gesundheitliches Risiko besteht. Diese kann kostenlos angefordert werden (siehe Infokasten unten). Wo erhöhte Radonwerte gemessen wurden, zeigt die abgebildete Radonpotenzialkarte. Alle Messergebnisse fließen in diese Karte ein. „Die Karte soll eine Grundlage für Planer werden, um im Vorfeld schützende Baumaßnahmen zu treffen“, sagt Kuscher.

Erschreckendes Messergebnis

Auch Christian und Christiane Gorgasser aus Heiligenblut haben eine Messung durchgeführt. Das Resultat war für die Familie mit fünf Kindern niederschmetternd. Der Radonwert in den Wohnräumen ihres über 350 Jahre alten denkmalgeschützten Bauernhauses liegt über dem 14-fachen des Richtwertes. Im November startete der Versuch, mittels Bodenbohrungen die radonhaltige Luft abzusaugen, bevor sie ins Gebäude eindringt. „Das hat meines Erachtens nicht funktioniert. Die elektronischen Messwerte schwanken extrem. In der Nacht, wenn sich nichts im Haus bewegt, steigen sie drastisch an. In wenigen Tagen sind die Experten wieder am Hof“, berichtet Gorgasser.

Auf diesem denkmalgeschützten Hof in Heiligenblut liegt der Radonwert über dem 14-fachen des Richtwerts. Experten planen Sanierungsmaßnahmen Foto © Nicole Kari
Dazu sagt Kuscher: „Die Herausforderung bei solchen Sanierungen ist, dass es keine generell anwendbaren Maßnahmen gibt. Die optimale Radonschutz muss je nach örtlichen und baulichen Gegebenheiten ausgetestet werden. Es kann schon mit geringen Maßnahmen ein hoher Schutzeffekt erreicht werden.“
Nicole Kari
Christian Gorgasser, Bergbauer in Heiligenblut: "Die Radonwerte in den Wohnräumen schwanken extrem. Vor allem in der Nacht steigen sie drastisch an." © Nicole Kari
Allein durch Lüften lässt sich die Radonkonzentration senken – zumindest für etwa zwei Stunden. Wenn die Tage wieder wärmer werden, empfiehlt es sich, die Fenster über lange Zeiträume zu kippen, vor allem in den Kellerräumen.

Kostenlose Messungen

Radonmessung. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus ermöglicht eine kostenlose Messung der Radonbelastung für Privathaushalte. Die Messung dauert sechs Monate. Der nächste Start ist mit Juli. Eine Anmeldung dafür ist bis 15. Juni möglich.
Die Radondetektoren werden samt Gebrauchsanweisung per Post zugeschickt.
Anmeldung. Es gibt auf der Homepage www.ages.at/radonmessung weitere
Informationen zum Thema Radon und das Anmeldeformular für eine Messung.
Experten der Radonfachstelle erteilen
unter der Hotline 050 555 418 00 Auskünfte.

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