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MillstattIn Millstatt herrscht bis 2020 Baustopp

Bis der neue Teilbebauungsplan für Dellach, Pesenthein, Lechnerschaft und den Millstätter Ortskern fertig ist, gilt eine zweijährige Bausperre. Bauträger Manfred Siller übt zu diesen Maßnahmen Kritik.

Um das Ortsbild von Millstatt zu wahren, wird an Raumordnungsmaßnahmen gearbeitet © Willi Pleschberger
 

Zur Bewahrung des Ortsbildes und den Erhalt der Qualität der Baukultur in Millstatt wurde vom Gemeinderat eine auf zwei Jahre befristete Bausperre erlassen. Diese beschränkt sich auf die Ortschaften Dellach, Pesenthein, Lechnerschaft und den Ortskern von Millstatt. Grund dafür ist eine geplante Änderung der bestehenden Raumordnungsinstrumente. Dafür soll in den kommenden zwei Jahren ein neuer Teilbebauungsplan für die vier genannten Orte erstellt werden sowie ein neuer textlicher Bebauungsplan für das gesamte Gemeindegebiet.

Von der Bausperre ausgenommen sind Bauprojekte, die 14 ausgearbeiteten Zielsetzungen nicht entgegenstehen. Erarbeitet wurden diese 14 Maßnahmen von einer Arbeitsgruppe, in der Gemeinderäte und Gemeindebürger ein halbes Jahr lang mitwirkten. Mandatarin Dora Gmeiner-Jahn (Grüne) leitete den Prozess: „Im Zentrum der Überlegungen stand, wie man Zweitwohnsitzen einen Riegel vorschiebt, wie man die historische Villenstruktur bewahren kann sowie die Vermeidung von großvolumigen Wohnanlagen, ausgenommen jene, die im öffentlichen Interesse stehen.“

MARTINA PIRKER
Gmeinderätin Dora Gmeiner-Jahn: "Zweiwohnsitze sind in Millstatt zum Problem geworden. Künftig werden Bauprojekt, die eine Relevanz für das Ortsbild haben, nicht mehr einfach im Gemeinderat durchgewunken, sondern im Vorfeld zwischen Bauwerber und Migliedern des Planungsausschusses diskutiert." © MARTINA PIRKER

Die Entwicklung der vergangenen Jahre habe laut Gmeiner-Jahn gezeigt, dass in Dellach, Pesenthein und Millstatt massige Mehrfamilienhäuser errichtet wurden, in denen Käufer ihre Hauptwohnsitze begründeten, aber diese nach kurzer Zeit in Ferienwohnsitze umwandelten: „Wir wollen leistbaren Wohnraum für Dauerbewohner schaffen.“

Bauträger Manfred Siller, der in den vergangenen fünf Jahren 35 Millionen Euro in 100 neue Wohnungen in Millstatt investiert hat, sieht seine Pläne durch diese, am 20. September erlassene Verordnung, durchkreuzt: „Ich plane 2019 im Bärenfeldweg eine Anlage mit sieben Wohnungen und als Erweiterung zu einer bestehenden Anlage in der Obermillstätter Straße sechs Wohnungen zu bauen. Ich nehme an, dass die Projekte in Anbetracht der neuen Verordnung, die sich ganz klar gegen Bauträger richtet, nicht positiv bearbeitet werden.“

Siller: "Wirtschaftsfeindliche Vorgangsweise"

Er befürchtet, dass „die Geschoßflächenzahl von derzeit 0,6 auf 0,5 verändert wird“. Das hätte eine Entwertung aller Grundstücke in Millstatt zur Folge. Außerdem würde das einer verdichteten Bauweise widersprechen. Siller kritisiert die Vorgangsweise der Gemeinde als „wirtschaftsfeindlich und Schwächung der Bauwirtschaft“.

KK/MICHAEL NEUWIRTH
Manfred Siller, IS-Real: "Die neue Verordnung richtet sich ganz klar gegen Bauträger. Sie ist wirtschaftsfeindlich und schwächt die Bauwirtschaft." © KK/MICHAEL NEUWIRTH

Gmeiner-Jahn sagt, dass bezüglich Geschoßflächenzahl noch nichts entschieden ist und man künftig bei jedem Bauprojekt Einzelinteressen und öffentliche Interessen abwägen werde: „Bauvorhaben, die eine Relevanz für das Ortsbild haben, werden nicht mehr einfach im Gemeinderat durchgewunken, sondern im Vorfeld zwischen Bauwerber und Planungsausschuss-Mitgliedern diskutiert.

Zielsetzungen

Maßnahmen. Für den textlichen Bebauungsplan für Millstatt wurden 14 Ziele ausgearbeitet, wie etwa die Förderung der touristischen Attraktivität, die sparsame Nutzung von Grund und Boden, die Erhaltung der traditionell gewachsenen Siedlungsstruktur, die Bewahrung erhaltenswerter Objekte, die höhen- und flächenmäßige Begrenzung von Anschüttungen, welche das Ortsbild verändern sowie neue Teilbebauungspläne für sensible Ortszonen.
Bevorzugt behandelt werden gemeinnütziger Wohnbau und touristische Infrastruktur.

Kommentare (6)

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ErichGolger
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...und Gemeindebürger ein halbes Jahr lang mitwirkten

Obwohl wir in der letzten Zeit anlässlich des Projektes "Lake View" auf den Grundstücken der ehemaligen Gemeindegärtnerei öfter im Bauamt der Marktgemeinde Millstatt vorgesprochen hatten, ist dieser Entscheidungsprozess an uns vorübergegangen. Schade - wir hätten sicher ein paar Ideen einbringen können.

Jedenfalls begrüßen wir, dass sich offensichtlich jemand der Baukultur in Millstatt annimmt, da bereits alles mögliche an Bauten genehmigt wird, ohne Rücksicht auf die Örtlichkeit, ohne Rücksicht auf die bestehende Bebauung und ohne Rücksicht auf den Bebauungsplan!

Speziell der Bau von Flachdachbauten sollte auf Gebiete beschränkt werden, wo sie auch hinpassen: z.B. in die Weinleiten, nicht aber in die Alexanderhofsiedlung oder auf den Kalvarienberg. Es gibt Siedlungsbauten, die sich gut ins Gelände einfügen (z.B. am östlichen Ende von Millstatt) und solche, die nur die Gegend verschandeln, wie jener Block, der aussieht, wie ein Parkhochhaus in Dellach.

Millstatt lebt von der Kultur. Das sollte sich auch in der Baukultur wiederfinden!

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silviab
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Bauträger Siller ....

.... braucht bei seinen Verbindungen zum Bürgermeister und der Gemeindestube leider wohl keine Angst um seine Projekte haben. Hatte ja beim Objekt Obermillstätter Straße "Narrenfreiheit". Die Verbindungsstraße Richtung Kalvarienberg nach Obermillstatt war im Frühjahr wochenlang und im September wieder eine Woche gesperrt, nicht einmal einspurig befahrbar! Einheimische die zum Friedhof wollten, Anrainer, Vermieter und Gäste , auch die Lieferanten und Handwerker mussten einen Umweg von etlichen Kilometern in Kauf nehmen. Das ist auch wirtschaftsfeindlich!!! Beschwerden und Einwände zwecklos! Die Arbeiten auf der Baustelle haben vor 7:00 Uhr begonnen, Ruhezeiten wurden nicht eingehalten - das ist respektlos! Wäre schön, wenn die Gemeinde einmal allen Bauträgern die Stirn bieten würde und die Beschlüsse auch eingehalten werden müssen! Das vielbewunderte Ortsbild, in den letzten Jahren eh negativ entwickelt, würde sich sicher bedanken!

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joggele1
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Bauamt Millstatt

wenn Gerüchte stimmen ist der derzeitige Zustand nicht baugenehmigt

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rosen123
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Leider falsch informiert

Soweit bekannt sein müsste - hat die Gemeinde Grabungsarbeiten durchgeführt und die Straßensperre hat mit dem Bau von Firma Siller überhaupt gar nichts zu tun gehabt .
Dies ist eine unwahre Behauptung von silviab....und entspricht in keinster Weise der Wahrheit .

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silviab
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Grabungsarbeiten -

für nicht einmal 100 Meter Dauer über 2 Monate? Hatte jemand das Handy vergessen? Und was wurde im September gegraben?

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rosen123
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Fisch stinkt vom Kopf

Unsere Millstätter - Gemeinde ist einfach spitze - und es wird mindestens in diesem Bereich noch 1mal gegraben weil die Herren geschlampt haben in der Amtsstube - das ist die traurige Wahrheit - hat mit diesem Bau nichts zu tun gehabt - wurde nur gerne von den gewählten Gemeindevertretern unwahr verbreitet - damit Die Herrschaften besser dastehen und da ist ja bei Politikern in Millstatts Gemeindestube mit der Wahrheitsliebe nicht weit her . Bin gespannt ob jemand Rückgrat hat von den Damen u.Herren Gemeinderäten dies einmal richtig zustellen - aber der Fisch stinkt bekanntlich immer vom Verantwortlichen Kopf (BGM))abwärts. Statt dass man den oberen unansehnlichen Marktplatz endlich einmal in Angriff nimmt wird mit Steuergeld wegen Unfähigkeit in der Amtsstube - sinnlos gegraben und gegraben - wieder was vergessen hineinzulegen an Rohren wieder gegraben ............ na .... eigentlich Ohne Worte ....

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