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Gmünd

Mittelalterliche Stadt lässt sich für die Zukunft schützen

Premiere in Kärnten: Mit Gmünd steht die erste Stadt unter Denkmalschutz. Die äußere Stadtmauer begrenzt den Ensembleschutz für die mittelalterliche Kultur- und Künstlerstadt.

Premiere in Kärnten: Eine Stadt steht unter Denkmalschutz. Die äußere Stadtmauer begrenzt den Ensembleschutz in der Künstlerstadt Gmünd © Willi Pleschberger
 

"Wir wissen, was wir an Gmünd haben. Aber werden zukünftige Generationen auch noch so denken? Wir wollen diese Stadt bewahren und dazu ist der Ensembleschutz des Bundesdenkmalamtes das passende Werkzeug“, erklärt Erika Schuster, Geschäftsführerin der Kulturinitiative Gmünd.

Den Grundstein für die Erhaltung der mittelalterlichen Stadt in jüngster Zeit legte Architekt Kurt Moritz in den 1970er Jahren: Er gab damals mit einem Färbelungsplan für das geschlossene Ensemble des Hauptplatzes einen ganz entscheidenden Impuls. Zuvor hatte die nicht gerade rosige finanzielle Lage der Bewohner im Liesertal dazu geführt, dass Bausünden in der Stadt verhindert wurden.

Schutz für Dachlandschaft

Einen großen Aufschwung erlebte Gmünd, das bereits 1346 das Stadtrecht erlangte und somit eine der ältesten Städte Österreichs ist, zu Beginn der 1990er Jahre. Damals formierte sich die Kulturinitiative, die aus einem Stadtentwicklungskonzept die Kultur- und Künstlerstadt formte. Ziel war es, der kleinen in ihrer mittelalterlichen Struktur hervorragend erhaltenen Stadt, mit Hilfe von Bildungs-, Kultur- und Kunstprogrammen neue Impulse zu verleihen. Ebenso „neues“ Leben durch die Erhaltung und Sanierung wertvoller Bausubstanz in die Stadt zu bringen und so der Entvölkerung des städtischen Kerns erfolgreich entgegenzuwirken.

Probleme mit modernen Anlagen

Von damals bis heute wurden 20 Häuser in der Stadt „wiederbelebt“ und einer neuen Nutzung zugeführt. Vor über einem Jahr wurden Stadtgemeinde und Bundesdenkmalamt Kärnten aktiv, um die Stadt in ihrer Einmaligkeit für die Zukunft zu schützen. „Wir hatten zusehends Probleme mit Fotovoltaik-, Solar- und Satellitenanlagen. Diese passen einfach nicht in eine mittelalterliche Stadt. Um dem Bürgermeister als erster Bauinstanz ein Werkzeug in die Hand zu geben, haben wir in Richtung Ensembleschutz einen Vorstoß unternommen“, erzählt Vizebürgermeister und Kulturreferent Claus Faller.

Bescheid ist schon ergangen

Das Bundesdenkmalamt Kärnten unter der Leitung von Gorazd Zivkovic hat mit der Stadtgemeinde Informationsveranstaltungen organisiert, bei der die Bürger umfassend aufgeklärt wurden. „So einen hohen Schutzstatus durchzusetzen ist nur in einem offenen Prozess mit Politik und Bürgern möglich. In Gmünd hat das vorbildhaft funktioniert“, sagt Zivkovic. Der Bescheid des Bundesdenkmalamtes Wien ist vor wenigen Tagen ergangen, mit Einsprüchen wird aufgrund der detaillierten Vorbereitung nicht gerechnet.

INFOS

Ensemble. Um die Erhaltung einer Gruppe von Gebäuden geht es bei dem denkmalpflegerischen Begriff „Ensembleschutz“. In Kärnten ist Gmünd die erste Stadt in dieser Schutzkategorie.

Von außen. Der Schutz kann sich auf Straßenzüge, einen Platz oder ein Stadtviertel beziehen. Alle von außen sichtbaren Veränderungen an Fassade und Dach müssen daher von den Denkmalbehörden genehmigt werden. Dies betrifft auch Bauteile die laut Bauordnung des Landes nicht genehmigungspflichtig wären.

Beispiele für abzustimmende Veränderung sind etwa: Erneuerung von Fenstern, Türen, Kaminen, Dachdeckung, Anbringen von Balkonen, Einbau von Dachflächenfenstern, von Solaranlagen oder Satellitenanlagen.

 

Kommentare (4)

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Kulturgut Gmünd

Das "Alte" ist oft erhaltenswerter, als das Neue. Ich bin die nächste Generation und bin froh, dass es auch meine Nachkommen noch sehen werden.

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Kopfschüttler
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Und wer bezahlt das?

Wer es erhalten will sollauch zahlen!!

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Kopfschüttler
2
9
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Welch finanzielle Katastrophe

der Denkmalschutz für die Zukunft bring, darüber denken diejenigen welche das alte erhalten wollen nie nach.
Da wird lauthals der schutz der alte Mauern und Gebäude gefordert, und über das Finanzthema wird geschwiegen.
Wer wird das in den nächsten Generationen alles bezahlen?
Da werden dann wieder Steuergelder verlangt weil die Eigentümer finanziell nicht mehr dazu in der lage sein werden.
Der Denkmalschutz ist teilweise gerechtfertigt, aber wenn dann auch noch private Häuser darunter fallen, dann hört sich der Spaß auf.

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NikoHorn
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Wieso "finanzielle Katastrophe"?? Das zahnlose österreichische Denkmalschutzgesetz verpflichtet doch ohnehin nicht zu einer teuren Erhaltung, sondern verbietet bloß die Zerstörung oder Veränderung.

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