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Europas letzte Zinkhütte

In Döllach in der Gemeinde Großkirchheim steht die letzte Zinkhütte Europas. 350.000 Euro konnten jetzt für die Rettung des vorindustriellen Objekts flüssig gemacht werden.

 

Wer als Laie an der Zinkhütte in Döllach im Mölltal vorbeigeht, mag das Gebäude für einen alten, heruntergekommenen Stall halten - mit sonderbar großen Kaminen. Aber dieses Gebäude ist möglicherweise weltweit der letzte Zeuge eines Zinkverhüttungsverfahrens - und ein regionales Kulturgut mit Seltenheitswert.

Weltweit einzigartig

"Leider sind die Informationen aus China nicht sehr transparent. Es ist also nicht ganz auszuschließen, dass dort noch alte Zinkhütten stehen. Aber nach unserem Wissensstand gibt es weltweit keine vergleichbaren Zinköfen aus dem 18. Jahrhundert. Das Gebäude ist ein unikales Dokument aus der vorindustriellen Epoche", sagt Axel Hubmann, Landeskonservator des Bundesdenkmalamtes. 350.000 Euro werden für die Erhaltung benötigt.

Nach über 30 Jahren der Bemühungen konnten die Mittel endlich zur Verfügung gestellt werden - und das in letzter Minute. Denn der Eigentümer hatte bereits für Mai 2010 den Abbruchbescheid, da er selbst die Kosten für die Erhaltung nicht tragen konnte. Nun hat die Gemeinde Großkirchheim das Gebäude um 70.000 Euro angekauft. 100.000 Euro stellt das Bundesdenkmalamt zur Verfügung, das noch weitere 80.000 Euro aufbringen kann. Die restlichen 100.000 Euro wurden nun vom Land zugesagt. Bürgermeister Peter Suntinger Peter hat sich intensiv für die Zinkhütte eingesetzt. "Unsere Region hat eine lange Bergbaugeschichte. Indem wir dieses einzigartige Gebäude erhalten, bewahren wir auch ein Stück regionale Identität", sagt er.

Spätmittelalter

Die Grundmauern gehen auf das Spätmittelalter zurück. Das Gebäude war ein sogenannter "Kohlbarrn". Es wurden Goldbarren darin gefertigt. 1794 wurde der Goldbergbau auf der Kärntner Seite der Tauern aufgegeben. Hunderte Knappen, Bergarbeiter, Säumer und Schmelzer waren arbeitslos. Es wäre der wirtschaftliche Untergang der Region gewesen, hätte nicht Oberstbergmeister Dillinger die Idee gehabt, aus dem "Kohlbarrn" eine Zinkhütte zu machen. Man baute Reverberieröfen, die erst in den 1980ern durch Grabungsmaßnahmen wieder entdeckt wurden. "Es war ein riesiges Sozialprojekt", sagt Hubmann. Das Material wurde mittels Fuhrwerken von Bleiberg und Raibl bis nach Döllach transportiert. "Das bedeutete einen Weg von rund 120 Kilometern, wahrscheinlich brauchte man zweieinhalb Tage für eine Seite", so Hubmann.

Kärntner Verfahren

Dillinger entwickelte ein spezielles Verfahren, bei dem man auf schnellere Weise zu reinem Zink kam. Dies ist als "Kärntner Verfahren" oder "Carinthian process" in die Geschichte der Metallverarbeitung eingegangen. "Es findet in allen Hauptpublikationen über die Geschichte des Zinks Erwähnung", so Hubmann. Das Zink wurde in der gesamten Monarchie verteilt. In Obervellach befand sich die Oberste Bergbaubehörde der Monarchie, Dillinger war der Chef.

1834 wurde die Verhüttung eingestellt. Andere Zinkhütten produzierten billiger und moderner.

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