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Sommergespräche

Gritzner: "Eine Tür geht zu, eine andere auf"

Die Seebodenerin Katharina Gritzner über die Faszination Schauspielerei und die Kunst, sich selbst treu zu bleiben.

© KLZ/Adalbert Rieder
 

Bei den Komödienspielen Porcia in Spittal ist Katharina Gritzner derzeit sowohl als gestandene Marie in William Shakespeares "Was ihr wollt" als auch als liebes Mädel Laure in George Feydeaus "Brautwerber" zu sehen. Meist lebt die aufstrebende Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin in Wien. Daheim in Lieserhofen ist sie aber tief verwurzelt.

Wir sitzen bei Ihnen zu Hause im bunt blühenden Garten. Ist das für Sie auch so der Inbegriff eines schönen Sommertages? Die Zeit im Garten zu genießen?

KATHARINA GRITZNER: Absolut. Ich bin ein ruhiger Mensch. Ich genieße schon auch die Premierenstimmung, den Tumult um einen herum. Aber hier kann ich entspannen, den Vögeln oder dem Brunnen lauschen. Dieser Rosengarten hat für mich einen besonderen Zauber. Mein Freund - er ist Physiker - sagt immer, wenn er da ist, er ist in einem Rosamunde Pilcher-Film gelandet.

Sie gehören seit Jahren zum Ensemble der Komödienspiele. Wie kam es ursprünglich dazu?

GRITZNER: Angefangen hat es 1995 über die Ballettschule, über die ich auch 2003 wieder für den "Zauberer von Oz" dazustieß. Damals mit 18 habe ich die Leute kennengelernt, war abends dabei und so fasziniert vom Theater, dieser Familie, die während dieser Zeit entsteht, und davon, gemeinsam etwas so Großartiges zu schaffen. Da hat mich die Schauspielerei nicht mehr losgelassen. Ich wollte alles von der Pieke auf lernen.

Hätte es einen Plan B gegeben?

GRITZNER: (lacht) Nein! Aber dazu muss ich auch sagen: Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch. Wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, hätte ich auch mit einem anderen Beruf gut leben können.

Wie schwer ist es als junge Schauspielerin? Man muss ja erst zu Rollen kommen, sich einen Namen machen. Das ist ja auch eine finanzielle Frage.

GRITZNER: Sich ein Netzwerk aufzubauen ist sehr schwer. Ich arbeite auch nebenher im Medienbereich. Die Sicherheit, die mir dieses fixe Einkommen gibt, brauche ich auch. Das lässt mich fest am Boden stehen. Dementsprechend frei kann ich auf der Bühne spielen, weil ich keine Existenzängste haben muss. Mein Ziel ist natürlich, von der Schauspielerei allein leben und mich zu 100 Prozent nur darauf konzentrieren zu können.

Wie geht man mit Absagen um?

GRITZNER: Es ist nicht leicht, wenn man weiß, dass jetzt 600 Mädels für die gleiche Rolle vorsprechen. Wenn es nichts wird, darf man nicht verzweifeln und es nicht persönlich nehmen. Man hat halt gerade nicht gepasst. Wo eine Tür zugeht, geht eine andere wieder auf und vielleicht ist die sogar die bessere.

Bei den Komödienspielen verkörpern Sie derzeit zwei Charaktere. Wie geht man ans Textlernen heran? Besteht Gefahr, auch mal etwas durcheinander zu bringen?

GRITZNER: Am Anfang sollte man sich nicht zu sehr auf den Text fixieren, sondern überlegen: Was ist das für eine Figur? Wo finde ich sie in mir selbst wieder? Ich schreibe mir Biografien zu den Figuren. Das ist für mich auch das Faszinierende an der Schauspielerei. Da hätte ich nie Angst, etwas durcheinanderzubringen.

Gibt es denn Parallelen zwischen Ihnen und den beiden Rollen, die sie spielen?

GRITZNER: Natürlich, die suche ich ganz bewusst, stelle mir Situationen vor, in denen ich so bin, wie die Figur sein soll, um Emotionen entsprechend abrufen zu können. Ich versuche da sehr an mir und an der Wahrheit festzuhalten, um es ehrlich rüber zu bringen und die Zuseher zu überzeugen. Auch wenn das heißt, Seiten von mir zu zeigen, die ich eigentlich lieber verstecken will. Bei bösen Rollen geht das sehr in die Tiefe, wenn man sich fragt: Was muss passiert sein, damit aus mir so ein Mensch wurde? Wichtig ist mir dann aber, nicht in der Rolle zu verharren, sondern als Kathi wieder heimzugehen. Da spielt die Liebe eine große Rolle, der Mann, der hinter einem steht.

Wie wichtig ist dabei auch ein Zuhause, die Familie?

GRITZNER: Das ist mir sehr wichtig. Ich habe ein super Verhältnis zu meinem Bruder und zu meinen Eltern. Bei ihnen bin ich gern wieder mal für ein, zwei Tage das kleine Mädel.

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