RudenDorfbewohner wollen die Koralmbahn eingehaust haben

Zum Ausgleich für Verlust des Bahnhofes Eis-Ruden: St. Radegunder und Eiser wünschen Einhausung des 350 Meter langen Teilstückes der Koralmbahn vom Granitztal Tunnel bis zur Lavamünder Bundesstraße.

OeBB Koralmbahn
Das Tunnelportal liegt 14 Meter unter dem Geländeniveau der Ortschaft, die Dammkronen liegen dort rund 100 Meter voneinander entfernt © HUBERT BUDAI
 

Erst im Zuge der Bauarbeiten der Koralmbahn am Südportal des Granitztal Tunnels in Eis bei Ruden hätten die Dorfbewohner von St. Radegund und Eis gesehen, „wo der Tunnel aufhört und der Bahneinschnitt einen 14 Meter tiefen Krater“ ins Landschaftsbild reiße, sagt Christian Koroschetz. Er habe sich im Namen von 150 Unterzeichneten im Frühjahr an die ÖBB Infrastruktur AG gewandt.

Das Anliegen der Betroffenen wäre eine Verlängerung des neuen Granitztal Tunnels in offener Bauweise bis zur Lavamünder Bundesstraße. „Das sind circa 350 Meter. Im Granitztal wurden mehrere solche Einhausungen umgesetzt“, sagt Koroschetz. Als weitere Argumente führt er ins Treffen: Das Aushubmaterial aus der Baugrube könnte vor Ort verwendet werden, Transporte würden wegfallen, die Mäharbeiten würden sich deutlich reduzieren. Und: Dadurch könnte auch auf die Errichtung der Brücke zur Verlegung der Bundesstraße über die Bahnstrecke verzichtet werden.

Ernüchternde Antwort

Die Antwort der ÖBB Infrastruktur AG fiel ernüchternd aus: „Eine Abänderung ist (bauablauf-)technisch nicht möglich“. Es wird jedoch versichert, „dass sämtliche im Projekt vorgesehenen und im Verfahren vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz der Anrainer vor den Emissionen des Bahnbetriebes (z. B. Lärm) getroffen werden, damit die strengen Grenzwerte gesichert eingehalten werden“.

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie verweist auf den interaktiven Prozess zur Trassen- und Maßnahmenplanung ab Ende der 90er-Jahre und die öffentliche Erörterung 2003. Auch die Bescheidaufhebung durch den Verwaltungsgerichtshof 2011 nach Beschwerde der Gemeinde Ruden habe nichts an der Rechtmäßigkeit des Baugenehmigungsbescheides geändert.

Jahrelange Forderung der Gemeinde Ruden

Der Knackpunkt ist die Erhaltung der Bahnhaltestelle Eis-Ruden, die es nicht mehr geben wird. „Unter 500 Ein- und Ausstiegen pro Tag wird keine Haltestelle errichtet“, sagt der zuständige Projektleiter Gerald Zwittnig. Die Gemeinde Ruden sieht im Wegfall der Haltestelle die Voraussetzung nicht mehr gegeben, diesen Streckenbereich offenzulassen. Sie hat 2016 erneut die Einhausung in St. Radegund gefordert. Erfolglos – die offene Variante war bereits genehmigt.

OeBB Koralmbahn
So soll das Südportal des Granitztal Tunnels nach der Fertigstellung aussehen Foto © ANIMATION KK/ÖBB

„Die Tunnelröhren des Südportals werden noch 30 Meter herausgezogen“, sagt Zwittnig, der hinsichtlich der von den Anrainern befürchteten Lärmbelastung erklärt, es werde mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn begleitend aktuelle Messungen geben. „Wir müssen selbstverständlich die Grenzwerte einhalten.“ Und diese seien mit 60 Dezibel bei Tag und 50 bei Nacht, beziehungsweise bei Lärm-Vorbelastung um jeweils fünf Dezibel mehr, festgelegt.

Wir werden für Gestaltungsvorschläge bei der Begleitplanung ein offenes Ohr haben.

Gerald Zwittnig, Projektleiter

Was den „Krater“ betrifft: Im Bereich des Tunnelportals wird der Abstand zwischen den Dammkronen rund 100 Meter betragen, im Bereich der neuen Brücke über die Bahn 60 Meter. Eine landschaftspflegerische Begleitplanung sei für die Böschungsbereiche vorgesehen: „Dabei werden wir für Gestaltungsvorschläge ein offenes Ohr haben“, sagt Zwittnig.

OeBB Koralmbahn
Blick in die Zukunft vom Tunnelportal in Richtung Süden zur Brückenquerung der Lavamünder Bundesstraße und dem Urbas-Werk Eis (rechts hinten) Foto © ANIMATION KK/ÖBB

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Und wenn der Zug auf die Brücke donnert .....


.. wie wird dieser Lärm zukünftig vermieden?

Immerhin werden dann im Tag rund 300 Züge und nicht mehr 20 Züge fahen?

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