St. PaulTagesmütter feiern rundes Jubiläum

Genau 20 Jahre gibt es die Tagesmütter Mathilde Paulitsch und Margit Knauder in St. Paul. 119 Kinder wurden bereits betreut.

Margit Knauder (Dritte von rechts) und Mathilde Paulitsch (Vierte von rechts) mit Vizebürgermeister Adi Streit und seinem ZAS-Team, das den Tagesmüttern ein Kletterdreieck und Kapla Bausteine schenkte © Privat
 

Für berufstätige Eltern ist es manchmal schwierig, einen flexiblen Betreuungsplatz für ihr Kind zu finden. Oft wird deshalb auf Tagesmütter zurückgegriffen, die individuell auf die Arbeitszeiten der Eltern eingehen können. Zwei solcher Tagesmütter sind Mathilde Paulitsch (50) und Margit Knauder (59) aus St. Paul, die diese Aufgabe nun seit genau 20 Jahren bei der Arbeitsvereinigung- und Sozialhilfe Kärnten (AVS) bewältigen.

„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Betreuungseinrichtungen sondern als Ergänzung“, erklärt Knauder, die gebürtige Wienerin ist, aber schon seit 35 Jahren in St. Paul lebt. Gemeinsam mit Mathilde Paulitsch, die ebenso in der Marktgemeinde lebt, haben sie in den 20 Jahren bereits 119 Kinder im Alter zwischen drei Monaten und zehn Jahren betreut. Aktuell sind es jeweils zwischen sechs und acht Kinder, die täglich in ihrer Obhut sind – zugleich jedoch nie mehr als sechs. „Das ist genau geregelt. Deshalb entsteht eine sehr innige Beziehung zum Kind und wir begleiten es oft auch noch bis ins Schulalter. Es ist alles sehr familiär“, sagen die beiden.

AVS-Tagesmütter

Die kärntenweite Kinderbetreuung durch AVS-Tagesmütter, welche durch finanzielle Mittel des Landes unterstützt wird, gibt es seit mehr als 40 Jahren. Es ist ein Betreuungsmodell für Kinder im Alter zwischen acht Wochen und zehn Jahren.
Tagesmütter arbeiten im Rahmen des Kärntner Kinder-bildungs- und betreuungsgesetzes und der Verordnung für Tagesbetreuung.
Info. www.avs-sozial.at oder tagesmuetter@avs-sozial.at.

Der Tag beginnt für sie schon sehr früh. Bereits zwischen 5 und 6 Uhr morgens trudeln die ersten Kinder im Eigenheim der diplomierten Kleinkinderzieherinnen und Tagesmütter ein, die letzten werden dann abends abgeholt. „Jeder Tag ist anders, denn es sind immer andere Kinder da. Das macht die Arbeit auch sehr spannend“, sagt Knauder.
Die Kinder werden in einfache Alltagsrituale integriert. Das Frühstück wird gemeinsam hergerichtet und wieder abgeräumt. Bis meist 9 Uhr wird dann gemeinsam bei Tisch gefrühstückt, ehe es zum Spielen und Basteln geht.

Viel Freiraum für Kinder

„Wir unternehmen mit den Kindern viel im Freien, meist sind wir zwei Mal am Tag an der frischen Luft. Dann wird gemeinsam gekocht“, sagen die St. Paulerinnen. Generell gibt es viel Freiraum für die Kinder. „Die Kinder sollen die Chance haben, sich zu entwickeln, wir fördern sie nur“, sagt Knauder. Sehr oft sei es so, dass auch nach Beendigung der Betreuung noch eine enge Bindung zum Kind bestehe: „Denn natürlich ist es ein Kommen und Gehen bei uns, aber es gibt auch jetzt noch immer Kinder, die ich besuche. Wir haben auch viele Einzelkinder. Für sie sind die anderen Kinder wie Geschwister auf Zeit. Auch sie haben oft weiterhin noch viel Kontakt.“

Bedarf im Steigen

Der Bedarf an Tagesmüttern sei laut ihnen im Steigen. „Es ist zu beobachten, dass immer mehr junge Frauen früher in den Job zurückkehren. Oft planen Mütter aber auch ein halbes Jahr Vorbereitungszeit ein, sozusagen als Vorgeschmack auf den Kindergarten“, sagt Knauder.

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