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Unterkärnten

Der Geopark Karawanken im Test

Acht Stunden im Geopark Karawanken: Nach der offiziellen Eröffnung testete die Kleine Zeitung das Angebot und gibt einen Überblick.

© Foto: Weichselbraun
 

Was ist der Geopark Karwanken? Der Geopark, das sind 14 Gemeinden, neun in Kärnten, fünf in Slowenien, 1200 Kilometer Wanderwege, Stollenbiken, Kanufahren, Klettern, aber auch 500 Millionen Jahre altes Vulkangestein. Der Geopark ist Wissen, Geschichte, Action und Sport. Grund genug, um das Angebot genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Kleine Zeitung hat acht Stunden lang den Geopark getestet.

Um 8 Uhr empfängt mich Geoparkleiter Gerald Hartmann aus Lavamünd beim Infozentrum in Bad Eisenkappel. Als Erstes steht eine Führung durch das technisch sehr gut ausgestattete Infozentrum an. Auf einer Landkarte des Geoparks kann ich mit Stiften die Geotrails, also interessante geologische Punkte im Park, anklicken. Dazu erscheinen auf einem Bildschirm darüber Text und Bilder. Ein Punkt ist die "Ebriacher Klamm". Hier befindet sich 500 Millionen Jahre altes Vulkangestein. "Früher war an dieser Stelle ein Meer und ein Unterwasservulkan", erklärt der Geograf. Im nächsten Raum kann man ein Video über die Entstehung der Karawanken sehen und mehr über die Periadriatische Naht erfahren, die durch den Geopark verläuft. Sie ist der Beweis dafür, dass an dieser Stelle die afrikanische und die europäische Platte aufeinanderprallten. "Hier ist also die ,wahre' geologische Grenze zwischen Europa und Asien", sagt Hartmann.

Nach dieser interessanten Geschichtsstunde geht's weiter zu den real existierenden Orten, zur Ebriacher Klamm und dem Schaidasattel, wo man direkt die Periadriatische Naht sehen kann. Via Tablet-PC, mit dem alle 15 Führer ausgestattet sind, zeigt mir Hartmann, was sich hier vor Millionen Jahren abgespielt hat.

Geopfad und Stollenbiken

Millionen von Jahre zurückversetzt werde ich bei unserer nächsten Station, dem Geopfad Lavamünd. Dort, eingetaucht in die Urgeschichte, erfahre ich, dass sich etwa der Nussberg in Lavamünd vor 500 Millionen Jahren auf Höhe des Südpols befand. "Die Gegend ist eine Wunderwelt, es gibt hier den Grödner Sandstein und den Porphyr, die aus Vulkanasche entstanden sind", erklärt Botanik-Experte Hugo Gutschi, während wir den 5,5 Kilometer langen Geopfad abgehen - durch den Wald, vorbei an Infotafeln und an einer kleinen Kapelle zum Verweilen.

Zum Verweilen bleibt aber wenig Zeit, weiter geht es in den slowenischen Ort Me?ica zum stillgelegten Bergwerk, in dem man Stollenbiken, aber auch Kanu fahren kann. Marko Kuzman wartet bereits mit einem Fahrrad und einer Stirnlampe auf mich. In dem alten Bergwerk wurde von 1665 bis 1994 Blei- und Zinkerz abgebaut. Etwa 1000 Kilometer lange Stollen wurden gegraben. Kuzman kennt die Stollen, wie seine Westentasche, er hat dort früher selbst nach Erz gesucht. Als wir die Fahrräder in den Stollen schieben, gewöhnen sich meine Augen nur langsam an die Dunkelheit. Wir steigen auf die Fahrräder, meine Stirnlampe leuchtet mir den Weg. Rechts, links und ober mir ist Kalkstein. Es hat konstante acht Grad. Zuerst fahre ich sehr konzentriert, weil ich Angst habe, dass ich mit Ellbogen und Knie an der Wand streife, aber man gewöhnt sich schnell an die ungewöhnliche Fahrradstrecke.

Begeistert höre ich Kuzman zu, der sehr viele Geschichten zu erzählen weiß. So ist etwa auch das Team des KAC durch die Stollen gefahren. "Sechs Mal mussten wir halten, weil wir einen Platten hatten", erzählt Kuzman. Die großen Sportler waren zu schwer und der steinige Untergrund erledigte den Rest. Oft halten wir an interessanten Plätzen und Kuzman zeigt mir Kalzit-Vorkommen, alte Bohrlöcher oder macht mich darauf aufmerksam, dass ich mich gerade 100 Meter unter einer Kirche befinde.

6,5 Kilometer legen wir im Stollen zurück und ich bin froh, dass ich Kuzman nicht verloren habe - ohne ihn hätte ich nicht wieder raus gefunden. Drei Stunden später sehe ich wieder das Sonnenlicht. Ein gelungener Tag, der mit einem verdienten Abendessen bei einem der Geopark-Wirte endet.

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