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Leichtmetall-Abbau

Lavanttal: Weiter warten auf Lithium

Leichtmetall-Abbau im Lavanttal verzögert sich bis 2018. Betreiber will sich Geld an der Börse in London holen.

© Schmerlaib
 

Der Bau einer 125 Millionen Euro teuren "Lithium-Carbonat-Umwandlungsfabrik nahe Wolfsberg" wurde vor zwei Jahren für 2014 angekündigt. Und 2016 sollte mit Abbau und Verarbeitung von Lithium auf der Koralpe (Weinebene) begonnen werden. Das war einst jedoch auch schon für 2013 avisiert. Im Lavanttal geht das Warten auf den Abbau des für Handyakkus, Batterien für Elektroautos und die Produktion von Keramik und Glas benötigten Leichtmetalls weiter.

Die rund 18 Millionen Tonnen Lithium-Erz dürften das größte Vorkommen in Europa sein. Seitdem die australische Global Strategic Metals NL (GSM; damals noch East Coast Minerals) sich 2011 um zehn Millionen Euro die Schürfrechte von der Kärntner Montanindustrie sicherte, laufen Explorationsarbeiten. Die Montanbehörde genehmigte einen Gewinnungsbetriebsplan.

1,6 Prozent beträgt der Lithiumoxid-Gehalt des Gesteins - 9000 Tonnen pro Jahr könnten laut ersten Studien aus den Lagerstätten in den Weinebene-Stollen gewonnen werden. 150.000 Tonnen beträgt Lithiumoxid beträgt derzeit die weltweite jährliche Nachfrage, ein Viertel davon wird in Europa benötigt - hierzulande wird Lithium nur in kleinen Mengen in Portugal abgebaut. Die größten Lieferungen kommen aus Südamerika, China und den USA. Aufgrund des Booms bei Elektroautos steigt die Nachfrage weiter stark.

London calling

GSM hinkt seinen eigenen Plänen seit Jahren hinterher, auch die Suche nach Investoren gestaltete sich schleppend. Jetzt hat sich das Unternehmen von der australischen Börse zurückgezogen und die Anteile in Europa (ECM Lithium AT, also das Projekt im Lavanttal) abgespalten. Wie GSM den Aktionären mitteilte, erhofft man sich so "besseren Zugang zu Kapital und institutionellen Investoren in Europa". Deshalb soll ECM Lithium künftig an der Londoner Börse notieren - 16 Prozent des Aktienkapitals (rund sechs Millionen Euro) sollen über den sogenannten AIM (Alternative Investment Market) eingesammelt werden.

Über die konkreten Pläne will das Unternehmen erst in den nächsten Wochen informieren. Der Start des kostenintensiven Lithiumabbaus ist laut "Financial Times" mittlerweile erst für 2018 geplant. Davor werden weitere Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien durchgeführt.

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