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Stichwahl Klagenfurt

Mathiaschitz: "Es wird keinen Kuhhandel geben"

Wahlsiegerin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) erwartet rot-schwarz-grüne Rathauskoalition. Sie will in Klagenfurt Politik statt Chaos, strikten Sparkurs und Bürgerbeteiligung leben. Von Adolf Winkler

Maria-Luise Mathiaschitz stürzt Christian Scheider vom Bürgermeisterstuhl in Klagenfurt © Markus Traussnig
 

Erstmals eine Bürgermeisterin in Klagenfurt, die Stadt nach 42 Jahren wieder rot regiert. Emotion im Moment des historischen Sieges?
MARIA-LUISE MATHIASCHITZ: Mir geht das Herz über. Eine sozialdemokratische Bürgermeisterin einer Landeshauptstadt gab es in Österreich überhaupt noch nie.

Sie siegten mit 53,3 Prozent, aber nur 21.491 Stimmen, das ist nur etwas mehr als ein Viertel der 79.318 Wahlberechtigten, weil jeder Zweite nicht einmal wählen ging. Gibt Ihnen das nicht zu denken?
MATHIASCHITZ: Die Wahlbeteiligung betrübt mich. Wir sollten in den nächsten sechs Jahren Politik machen und weg vom Chaos kommen, damit die Leute wieder zur Wahl gehen. Ich will die verankerte Bürgerbeteiligung leben.

Was wird sich bei Ihnen ändern?
MATHIASCHITZ: Der Gesprächsstil. Ich werde auf alle zugehen.

Die Rot-Schwarz-Grüne Stadtkoalition haben Sie schon im Sack, oder was sind die Preise dafür?
MATHIASCHITZ: Es wird keinen Kuhhandel geben. Ich führe Montag mit allen Abteilungsleitern und dem Magistratsdirektor Gespräche und mache für mich eine Skizze, wo wir Schwerpunkte setzen. Dann setze ich mich mit ÖVP und Grünen zusammen. Ich erwarte eine stabile Mehrheit.

Wie sieht Ihre rote Politik aus?
MATHIASCHITZ: An erster Stelle stehen ein Kassasturz und geordnete Finanzen, das sind wir der nächsten Generation schuldig.

Klagenfurt hat hohe Schulden, ist in der Verwaltung mit 48,7 Prozent Personalkosten viel teurer als Villach oder Innsbruck. Verordnen Sie nun einen strikten Sparkurs?
MATHIASCHITZ: Eine strikte Sparpolitik ist klar, aber Hand in Hand mit der Personalvertretung und den Mitarbeitern.

Aufnahmestopp im Rathaus?
MATHIASCHITZ: Das will ich so jetzt nicht sagen. Wir brauchen dringend Personalmanagement.

Die Stadtkasse sanieren Sie mit einem Plündern der Stadtwerke?
MATHIASCHITZ: Nein. Die Stadtwerke sollen Projekte finanzieren, wie das Hallenbad, das wir mit der Bevölkerung entwickeln werden.

INTERVIEW: ADOLF WINKLER

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  • Kommentare (12)

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    BernddasBrot
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    Bisher

    wurde die Subventionspolitik im Stadtsenat am Gemeinderat vorbei regiert. Wenn hier auf die hohe Schuldenlast der Stadt hingewiesen wurde, bin ich jetzt neugierig, wie die zwei möglichen Koalitionspartner darauf reagieren werden.

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    georgXV
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    Klagenfurter Rathaus

    ich würde sagen, daß bei dieser Wahl in erster Linie CS ABGEWÄHLT wurde !!!

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    archiv
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    Verständnisfrage zu Stadtsenatsbeschlüssen und Gemeinderatsbeschlüssen ......


    Angeblich gibt es -zig Beschlüsse des Stadtsenats und des Gemeinderats die "unbearbeitet" sind und auf irgendwelchen Schreibtischen herumliegen.

    Wer bearbeitet diese "Beschlüsse" oder wandern jetzt alle unerledigt in die "runde Ablage"?

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    tschele
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    Bei den Bürgerbeteiligungen denkt die Maria Luise wohl an

    die SP Pensionisten, die AK Mitglieder und die Personalvertreter. Zuerst wird sie wohl das Stadion abtragen und dann das Personal aufstocken, sie braucht ja dringend "Personalmanagment" Das Treffen mit dem alten neuen Magistratsdirektor wird ja wohl ganz harmonisch ablaufen, nachdem sie ja diesen vorerst eine Auszeit gegönnt hat. Das hat sie aber sicher vergessen und verdrängt. Oder sie hat eine Elefantenhaut.

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    qvr6h5hwrvgkiaq23qrkrjrw11xuciqx
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    Sicherlich nicht perfekt ...

    ... aber die bessere Alternative.

    An den div. Kommentaren auf FB zu der Wahl sieht man zumindest welcher Typ mit dem Ex-BGM sympathisiert. Offenbar der, dem die Zukunft sowieso egal ist da er nur bis zu seinem nächsten Vollrausch denkt.

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    mike211
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    Mit welchen konstruktiven Dingen wäre die neue Bürgermeisterin in den letzten 6 Jahren aufgefallen? Mir fällt da beim besten Willen genau nix ein!

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    Hausverstand54
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    Das ist eine neue Chance für Klagenfurt!

    Das Ergebnis ist ein Vertrauensvorschuss für Mathiaschitz und ihre Leute. Die Wähler/innen beobachten ganz genau wie sie damit umgehen. Die Chance ist da, genau so wie vor 6 Jahren bei Scheider. Er hat sie nicht genutzt. Was macht die Mathiaschitz damit?
    In 6 Jahren wählen wir dann wieder eine/n neue/n Bürgermeister/in oder doch nicht!?

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    25c3hbfhdxmqyjguo9em9i5af57i866z
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    40%........gingen NICHT zur WAHL.......warum wohl??

    .

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    mike211
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    Eine der größten Hacklschmeißerinnen der letzten 6 Jahre wird nun tatsächlich Bürgermeisterin!

    Ich erwarte mir von dieser Frau genau gar nix!

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    ulrichsberg2
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    Die längst überfällige und dringend notwendige Ablöse - eine Zusammenarbeit auf breiter Basis,.

    Die verlorenen 2 Legislatur - Perioden, die Zeit der langen und teuren Irrungen ist zu Ende.
    Wenn man die von der neuen Bürgermeisterin angestrebte breite und bürgernahe Zusammenarbeit, mit 3 politisch eigenständigen, durchaus verschiedenen Strömungen verwirklicht, könnte dies auch zum Erfolg für Klagenfurt beitragen.
    Wenn man die jeweils eigenständigen und doch ineinandergreifenden Ziele wie u a. Soziales, Wirtschaft und Umwelt gemeinsam bündelt, so könnte dies zu einer neuen vielversprechenden Zeit für Klagenfurt werden.

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    gintonicmiteis
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    "Kein Aufnahmestopp im Rathaus"

    da hätten wir uns auch gar nix anders erwartet, weil da sind alle Parteien (ob rot ob blau) gleich: wenn der Futtertrog zugänglich wird, werden die Parteifreunde (auf Steuerzahlerkosten) gesättigt. Haben wir im Land ja schon gesehen...

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    jrecscstgqelue3vv3iutn4toh0gn82c
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    Moment!

    Zuerst die Dienstautos!

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