Wahlkampf-TagebuchTausende nutzten Vorwahltag, Fischotter-Verordnung vertagt

Vorwahltag von vielen auch zum Unterstützen der Volksbegehren genützt. Holub zog Bilanz über Regierungsarbeit. Minister Faßmann hinterfragt FH-Standorte.

© Helmuth Weichselbraun
 

Ein „Großkampftag“ in Sachen Demokratie war der gestrige 23. Februar. Tausende Kärntner nützten den Vorwahlfreitag, um ihre Stimme für die Landtagswahl abzugeben. Am eigentlichen Wahltag (4. März) werden die gestern abgegebenen Stimmen mit ausgezählt. Viele nützten die Stimmabgabe, um gleich auch ein oder alle drei Volksbegehren zu unterstützen. Vor dem Rathaus in Klagenfurt gab es eine peinliche Panne. Da wurde auf einem Infoständer zum Vorwahlfreitag am 23. März (statt Feber) eingeladen.

Landesrat Rolf Holub (Grüne) zog Bilanz über seine Regierungsarbeit als Umweltreferent. In den Mittelpunkt stellte er den Energiemasterplan. Die Arbeit der Grünen basiere auf Expertenwissen, betonte er. Der Streit um die Bejagung von Fischottern wird erst in der nächsten Legislaturperiode gelöst. „Fachlich und rechtlich gibt es noch einige Baustellen“, sagt Holub. Mittlerweile sei klar, dass drei Referenten zuständig seien – Gernot Darmann (FPÖ) als Jagdreferent, Gerhard Köfer (Team Kärnten) als Fischereireferent und Holub. Die Tatsache, dass die Fischotter-Verordnung nicht mehr beschlossen werden kann, verärgert die FPÖ. „Zehntausende Fischer“ würden von Landeshauptmann Peter Kaiser „brüskiert“. Landtagsabgeordneter Michael Johann (Grüne) verweist auf kritische Stellungnahmen von WWF, Naturschutzbund oder Vier Pfoten. Der Rückgang der Fischpopulation könnte auch auf Parasiten zurückzuführen sein.

Fit mach mit

Um Krankheiten vorzubeugen, will Landeshauptmann Kaiser die Bevölkerung zu mehr Bewegung anregen. Gemeinsam mit Landessport-Mediziner Karl Schnabl hat er das Modell der „Motorik- und Bewegungsparks“ vorgestellt. Der erste Park mit Fitnessgeräten für jede Altersklasse wird demnächst in Frantschach eröffnet. Ein Coach wird von der Gemeinde bereitgestellt.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) war am Freitag auf Antrittsbesuch in Kärnten. Auf Einladung der Schülerunion diskutierte er mit Schulsprechern. Besprochen wurden etwa die gesetzliche Verankerung des Schülerparlamentes auf Bundesebene, die Zentralmatura und die Neue Oberstufe (NOST). Deren Verschiebung auf das Schuljahr 2021/22 will der Minister nutzen, um das kritisierte System zu evaluieren und Schulen besser vorzubereiten. Der Fachhochschulsektor soll gestärkt werden. Dass es in Kärnten vier FH-Standorte gibt, sieht Faßmann skeptisch. „Diese Dezentralisierung hat sicher ihre Grenzen“, sagt er zur Kleinen Zeitung.

Kommentare (2)

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wjs13
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Der Rückgang der Fischpopulation könnte auch auf Parasiten zurückzuführen sein.

Was für haarsträubender Unsinn ist das denn?
Schon interessant, dass bei den Grünen die Bäume schützenswert sind und die Reduktion des Rotwildbestandes (zu Recht) sanktionieren, die Fische sind es jedoch nicht.
Als Nächstes werden die Biber die Landschaft unwiederbringlich verändern. Zu welchen Umweltkatastrophen diese niedlichen Tierchen fähig sind zeigt sich am Beispiel Feuerland (googeln).
Alle, die sich mit grosser Geschwindigkeit verbreitenden Wildtiere haben eine Gemeinsamkeit, das völlige Fehlen von natürlichen Feinden. Da muss der Mensch regulierend eingreifen und die Tiere auf ein, für die Umwelt verträgliches, Mass reduzieren um ein Gleichgewicht wieder herzustellen. Da können diese Pseudotierschützer hoch oder nieder hupfen.

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Landbomeranze
1
5
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Laut Holub gibt es noch einige Baustellen!

Seine Partei und seine Parteigänger bekommen hoffentlich keine Gelegenheit mehr, Baustellen zu eröffnen. Sie haben einfach zu viele hinterlassen bzw. versucht, diese mit einem Dauergrinsen zuzudecken.

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