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KärntenStart der Visitation mit Fragen zum Prüfauftrag

Dekret aus Rom, das der Kleinen Zeitung vorliegt, hat nicht Prüfung der Ära Schwarz als Schwerpunkt, sondern derzeitige Kirchenführung. Aufregung sorgte für Nachbesserung. Jetzt wird hinterfragt, welche Zusatzaufträge es noch gibt.

Im bischöflichen Palais in Klagenfurt beginnen Montag die ersten Visitations-Gespräche
Im bischöflichen Palais in Klagenfurt beginnen Montag die ersten Visitations-Gespräche © Gert Eggenberger
 

In der Katholischen Kirche Kärnten wird der 14. Jänner 2019 zum besonderen Datum. Es ist Tag eins der apostolischen Visitation durch den vom Papst beauftragen Salzburger Erzbischof Franz Lackner. Die schweren Vorwürfe zur Kärnten-Ära von Bischof Alois Schwarz waren der Anlass. Lackner wird heute Vormittag bei einem Pressetermin darstellen, wie die Prüfung der Kärntner Kirche ablaufen soll und sein Prüfteam vorstellen. Danach beginnen die Gespräche im Bischofshaus, die bis zum Nachmittag dauern sollen.

Nachbesserung

Die brisante Frage ist, was dezidiert im Prüfauftrag aus Rom steht und was nachträglich ausgeweitet wurde, nachdem es innerkirchliche wie mediale Empörung gab. Der Kleinen Zeitung liegt das Dekret vom 18. Dezember 2018 in lateinischer Sprache wie in der deutschen Übersetzung vor. Es wird deutlich, dass der Schwerpunkt der Visitation auf die Zeit der Sedisvakanz, also auf die interimistische Kirchenführung nach der Ära Schwarz, hätte gelegt werden sollen. „Papst Franziskus überträgt das Amt des Apostolischen Visitators Erzbischof Franz Lackner, damit er den Zustand der Diözese Gurk in Bezug auf die katholische Doktrin und die Regierung der Diözese untersuche und nach der Untersuchung der tieferen Ursachen der gegenwärtigen Verwirrung Bericht erstatte.“ Für die Kärntner Kirchenführung bedeutete das, dass von ihr gesetzte Maßnahmen auf kirchenrechtliche Rechtmäßigkeit hin überprüft werden – nicht aber die Ära Schwarz im Bistum. Die Formulierung „tiefere Ursachen der gegenwärtigen Verwirrung“ gilt als Hinweis, dass es auch um die Ära Schwarz gehe. Wobei Bischof Schwarz im Dekret nicht genannt wird.

Vollmacht fürs Revidieren

Dass es Rom vor allem um die Sedisvakanz geht, macht auch die Vollmacht des Papstes an den Visitator deutlich, „Handlungen des Administrators, die gegen die Vorschriften des Kanons 428 §1 gesetzt wurden, zu revidieren“. Laut Kanon 428 darf in der Sedisvakanz nichts verändert werden, was eine Beeinträchtigung der Diözese oder der bischöflichen Rechte mit sich bringen könnte. In Kärnten wird hinterfragt: „Hätte der rechtswidrige Zustand im Bistum, wo Kontrollgremien ausgeschaltet waren, belassen werden sollen?

Erweiterung auf "das Ganze"

Vergangenen Freitag stellte Erzbischof Lackner klar, dass „das Ganze“ geprüft werde, auch die Ära Schwarz zurück bis ins Jahr 2008. Die Kärntner Kirchenführung hinterfragt, ob es noch weitere Ergänzungen zum ursprünglichen Dekret gibt. Diese Frage soll im montägigen ersten Gespräch geklärt werden.

Kommentare (2)

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voit60
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das Bild da oben vom bischöflichen Palais

sagt ja eh schon alles über diese abgehobenen Kirchenfürsten aus.

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der alte M.
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Ohne

diese „Abgehobenheit“ gäbe es viele Baudenkmäler nicht.

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