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Versuchte NötigungTempo-Streit im Lakeside-Park endete mit 3000 Euro Strafe

Als ein Mitarbeiter des Lakesideparks einen Lieferanten ermahnte, sich an das Tempolimit zu halten, fuhr dieser mit dem LKW auf ihn los.

Im Lakesidepark fahren täglich dutzende Lieferanten ein. Einer landete nun vor Gericht
Im Lakesidepark fahren täglich dutzende Lieferanten ein. Einer landete nun vor Gericht © KLZ/Markus Traussnig
 

Mehr als 700 Parkplätze – die fast durchgehend ausgelastet sind – gibt es im Klagenfurter Lakesidepark. Dutzende Lieferanten fahren jeden Tag zu den Firmen. Hinzu kommen noch 200 Kinder, die von ihren Eltern täglich in den Kindergarten oder die Krabbelstuben gebracht werden.
Dass es bei so viel Betriebsamkeit hektisch zugehen kann, ist klar. Ein 26-jähriger Kraftfahrer aber sorgte im Mai für einen Eklat der Sonderklasse. Gestern musste er sich dafür am Landesgericht Klagenfurt vor Richterin Ute Lambauer wegen Nötigung verantworten.

Der Tathergang: Am 25. Mai, einem Freitag, war der Lieferant gegen 13 Uhr mit seinem LKW auf dem schmalen Weg zwischen den Gebäuden unterwegs. Vorgeschrieben ist auf diesen Wegen laut den Verkehrstafeln „10 km/h“ darunter die Zusatztafel „Schrittgeschwindigkeit“. „Ich war so mit 15 oder 20 km/h unterwegs“, gab der LKW-Fahrer zu Protokoll. Vor ihm am Weg: drei Mitarbeiter der Lakesidepakrverwaltung, die am Rückweg vom Mittagessen waren. Als er auf sie zufuhr, deutete einer der Mitarbeiter dem Fahrer, er möge langsamer werden, ging zum Fenster und ermahnte ihn. „Hier gehen Kinder spazieren, keine Kindergärtnerin kann auf zehn Kinder gleichzeitig achten.“ Die Antwort des Fahrers, die er auch vor Gericht so zu Protokoll gab: „Sie haben mich nicht aufzuhalten, ich habe es eilig und am Nachmittag sind eh keine Kinder im Kindergarten.“ Dass um diese Zeit stets Kinder auf den nahen Parkflächen spielen, ignorierte der Fahrer und setzte vor Gericht noch nach: „Der Kerl war mit komplett unsympathisch.“

Keine Kindergärtnerin kann gleichzeitig auf zehn Kinder aufpassen, wenn sie mit ihnen in den Garten geht, daher gibt es eine „Aktion scharf“ bei den Lieferanten.

Ein Lakesidepark-Mitarbeiter

Doch mit der verbalen Auseinandersetzung war es noch nicht getan. Die zwei anderen Lakesidepark-Mitarbeiter blieben während des Streits wenige Meter vor dem LKW stehen. Plötzlich ging der Fahrer von der Kupplung und der LKW hüpfte laut den Zeugenaussagen auf die Mitarbeiter zu. Laut Fahrer ein Versehen, „wenn man lange auf der Kupplung steht, wird die immer härter, das hält man nicht.“ Laut den Lakesidepark-Mitarbeitern offensichtliche Absicht. „Das war eine Drohgebärde“, schilderte die betroffene Mitarbeiterin des Lakesideparks.

Weil der Mann weder in diesem Moment noch vor Gericht Einsicht zeigte oder sich entschuldigte, wurde er wegen versuchter Nötigung zu 3000 Euro Strafe verurteilt. „Hätten die Menschen vom Weg springen müssen, wäre die Nötigung erfüllt gewesen“, belehrte ihn Richterin Lambauer.

Laut Verwaltung des Lakesideparks war dies der erste Fall von rasenden Lieferanten, der vor Gericht endete. „Wir haben seit einigen Monaten eine Aktion scharf, die meisten Lieferanten haben seither ihr Fahrverhalten verbessert. Es ist schlimm, dass es in diesem Fall so weit kommen musste.“

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