KlagenfurtFPÖ: „Wirtschaftskammer-Chef missbraucht Kammergeld“

Heftige Angriffe der FPÖ gegen Wirtschaftskammer-Bezirkschef Max Habenicht. Dieser wehrt sich.

Germ, Skorianz, Scheider
Germ, Skorianz, Scheider © Cik
 

Der politische Aschermittwoch hat in der FPÖ Tradition. Als Bierzelt-Veranstaltung mit markigen Sprüchen.
Die Klagenfurter FPÖ bot gestern die Minimalversion davon auf: eine Pressekonferenz im Rathaus mit viel Wehklagen.

„Es gibt ein schikanöses Vorgehen gegen uns“, klagte Klubobmann Andreas Skorianz und benannte dann seinen derzeitigen Lieblingsgegner: Wirtschaftskammer Bezirksobmann Max Habenicht. Dieser mache mit Inseraten der Wirtschaftskammer Parteipolitik. „Das ist Veruntreuung von Kammergeldern“, mutmaßten Skorianz und Vizebürgermeister Christian Scheider. Hintergrund ist ein Inserat, in dem Habenicht die FPÖ kritisierte, weil diese ein Budget in der Höhe von 190.000 Euro für die IG-Innenstadt nicht vom Stadtsenat, sondern vom Gemeinderat beschließen lassen will. Sind freiheitliche Vertreter in der Wirtschaftskammer dem Vorwurf der Veruntreuung je nachgegangen? Zögern. „Wir werden das prüfen lassen.“


Nicht viel konkreter fielen die weiteren Punkte aus, die man präsentieren wollte. Man prangert den Stillstand in der Stadtplanung an, „auf den Herrn Orasch zu warten, ist zu wenig“, mokiert Skorianz als Wortführer. Scheiders Lösungsvorschlag: „Ein unpolitisches Stadtmarketing muss her. Wir sind eine Landeshauptstadt, mittlerweile Großstadt und brauchen das auf professioneller Ebene.“ Lienz – mit gut 12.000 Einwohnern – sei ein Vorbild für ihn. Auch die Verwaltung laufe in Klagenfurt zu träge ab. „Man hat schon zahlreiche Investoren vergrault“, behauptet Skorianz.
Der heftig kritisierte Habenicht reagiert gelassen auf die Vorwürfe der FPÖ. „Die Inserate werden von unserer Presseabteilung in der Wirtschaftskammer geschalten, ich bin überzeugt, dass da nichts veruntreut wird.“ Inhaltlich stehe er zu seiner Forderung nach einem professionellen Stadtmarketing. „Man kennt mich als Vertreter der Wirtschaft, als solcher melde ich mich zu Wort. Notfalls gegen meine eigene Partei.“

Parteichef Wolfgang Germ forderte indes mehr Demokratie in der Stadt. „Wir haben Gemeinderäte die monatlich bezahlt werden, aber es gibt nur vier Sitzungen im Jahr.“

Kommentare (1)

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gintonicmiteis
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Lesenswert?

Hat Herr Leyroutz

eigentlich das Geld an die Kunden der STW zurückgezahlt?

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