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KlagenfurtHubschrauberstützpunkt des Bundesheers ist wieder in Betrieb

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil war am Donnerstag in Klagenfurt, um gemeinsam mit Landeshauptmann Peter Kaiser den Hubschrauberstützpunkt wieder zu eröffnen. Kritik kommt vom Team Kärnten.

© elisabeth peutz
 

Das Bundesheer hat am Donnerstag den Hubschrauberstützpunkt am Flughafen Klagenfurt offiziell wieder in Betrieb genommen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) erklärte, das Personal werde durchgehend dort stationiert sein, ein oder mehrere Hubschrauber seien "80 Prozent der Zeit" in Klagenfurt. Die Mehrkosten durch die Neuanmietung werden mit 40.000 Euro beziffert. Der Verteidigungsminister erklärte, Anzahl und Typus der Hubschrauber – bis hin zum „Black Hawk“ – sollen sich nach Verfügbarkeit und insbesondere nach dem Bedarf vor Ort ergeben. 

Das Bundesheer hatte im Jahr 2015 beschlossen, den Stützpunkt Klagenfurt ab Jahresende nicht mehr zu nutzen, im Juli 2016 wurde diese Entscheidung aber wieder revidiert: Der Stützpunkt sollte wieder "temporär genutzt" werden. Die Entscheidung, wann die Hubschrauber nach Klagenfurt kommen oder von dort abgezogen werden, trifft das Kommando der Luftstreitkräfte, sagte Airchief Karl Gruber: "Wir sind ständig mit der Landesalarm- und Warnzentrale in Kontakt. Wenn zum Beispiel massive Regen- oder Schneefälle zu erwarten sind oder Kärnten eine lange Trockenphase durchmacht, dann können wir schon vorher Hubschrauber nach Klagenfurt verlegen. Das geht aber auch spontan."

Insgesamt machen die Betriebskosten des Heeres und Miete 90.000 Euro pro Jahr aus. Wurde zuvor keine Miete fällig, so müssen nun durch die Neuanmietung des Hangars 40.000 Euro jährlich an den Flughafen Klagenfurt bezahlt werden. Die Kosten werden vom Bundesheer getragen: "Wenn ich Sicherheit vor Ort will, dann ist das mit Kosten verbunden", erklärte Doskozil.

"Herzensangelegenheit"

Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnete den Hubschrauberstützpunkt Klagenfurt als Herzensangelegenheit Kärntens: „Wir können auf diese Einrichtung nicht verzichten.“ Als Katastrophenschutz- und Feuerwehrreferent hob er die Wichtigkeit der raschen Einsatzfähigkeit von Hubschraubern hervor. Ebenso verwies er auf die weithin bekannte gute Zusammenarbeit zwischen Bundesheer, Einsatzorganisationen, Exekutive und Behörden.

Dass sich Anzahl und Typus der Hubschrauber in Klagenfurt nunmehr nach dem Bedarf vor Ort richten, bezeichnete er angesichts der vielfältigen Aufgabenstellungen als positive Neuerung. Dass der Schutzgedanke des Bundesheeres positiv ausgeprägt sei, zeigt sich für Kaiser auch in der Sicherung der Goiginger-Kaserne in Bleiburg und der wiedererstarkten Militärmusik Kärnten. Auch für die Kasernen im Bereich Villach werde es bestimmt eine gute Entwicklung geben.

Den Mietvertrag unterzeichneten Flughafendirektor Max Schintlmeister und Brigadier Tassilo Pawlowski als Leiter Infrastruktur im Generalstab. Es erfolgte auch eine symbolische Schlüsselübergabe an den Kommandanten der Flugbetriebskompanie Aigen, Oberstleutnant Hans Unterdechler. Unter den Anwesenden waren auch der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober und Kärntens Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler.

Team-Kärnten-Kritik

Kritik kommt von Landesrat Gerhard Köfer (Team Kärnten) und der Team-Kärnten-Sicherheitssprecherin Isabella Theuermann: „Fakt ist, dass der Stützpunkt gerade an Wochenenden beinahe permanent unbesetzt sein und über keinen Hubschrauber verfügen wird. Dieser müsste erst aus anderen Bundesländern angefordert werden, mit einer Anflugzeit von bis zu 3,5 Stunden", betont Köfer, der ebenfalls von einer zu geringen Besatzung vor Ort spricht: „Drei Personen als Bodenpersonal können keinen reibungslosen Betrieb gewährleisten, die Besatzung müsste zumindest - laut internen Informationen - fünf bis sechs Personen umfassen.“ Theuermann ergänzt dazu, dass sich ein Waldbrand nicht am Schreibtisch planen lässt: „Katastrophen nehmen nicht auf Kalendertage oder ähnliche bürokratische Vorgaben Rücksicht. Die neue Einteilung der Hubschrauber stellt ein seltsames Experiment auf Kosten der Sicherheit der Kärntner dar. Im Anlassfall brauchen wir einen Hubschrauber vor Ort, der Anflug von anderen Stützpunkten nach Kärnten vergeudet viel zu viel an Zeit.“

„Waren bis zur Schließung des Stützpunktes ungefähr 28.000 Euro an Betriebskosten zu bezahlen, sprechen wir heute offenbar von Kosten bis zu 100.000 Euro. Das dadurch, weil im Jahr bis zu 70.000 Euro an Mietkosten zusätzlich anfallen werden“, erklärt Köfer in einer Aussendung.