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KommentarEin Tiefpunkt, der Anlass für einen klaren Standpunkt ist

Wahlplakate sind kein Ort für tiefgreifende Diskussionen. Für zwischenmenschliche Tiefpunkte aber auch nicht.

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Ein Plakat von Christian Scheider wurde beschmiert © Facebook
 

Wahlplakate sind schon per Definition keine Orte für Hochgeistiges. Man soll aus dem vorbeifahrenden Auto erkennen, wer da welche Botschaft vermittelt. Viel mehr als ein Konterfei und ein paar Floskeln haben darauf also selten Platz. Entsprechend sind auch die Plakate gestaltet, die man derzeit im Klagenfurter Stadtbild zu sehen bekommt. 

Ein einzelnes Plakat von Ex-Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) bildet da die Ausnahme - und zwar in die negative Richtung. Es ist schlicht widerwärtig, was darauf zu lesen ist, seit sich jemand mit einer Dose grüner Farbe daran zu schaffen gemacht hat. Scheider trägt daran keine Schuld. Denn dass man ihm jetzt nachsagt "Judenfreund" - der Täter meint es als Schimpfwort - zu sein, ist schlicht dem Umstand geschuldet, dass der einstige FPÖler sich für Erinnerungskultur eingesetzt hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, als dies andere Bürgermeister verschiedenster Parteien in Österreich zeitgleich gemacht haben. 

Solch eine Schmiererei sollte aber nicht nur bei Scheider selbst, sondern auch bei den anderen Parteien zu einem Aufschrei führen. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz hat bereits klare Worte gefunden. Die neun anderen Parteien folgen hoffentlich bald - denn der morgige internationale Holocaust-Gedenktag bietet Anlass, Stellung zu beziehen, ohne sich auf Scheider zu beziehen.     

Reaktionen

Update am 26. Jänner um 22:30

Deutliche Worte zu der Aktion fand Stadtrat Frank Frey (Grüne) auf Facebook: Ich bin fassungslos und erschüttert über solche antisemitischen Schmierereien, und das einen Tag vor der Befreiung von Auschwitz. Niemand unserer politischen Mitbewerber verdient solche Angriffe.

Vizebürgermeister Wolfgang Germ (FPÖ) reagierte via Aussendung: "Die heutigen Beschmierungen auf den Wahlplakaten eines Mitbewerbers für die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2021 lehnen die Freiheitlichen zu tiefst ab. Wir distanzieren uns deutlich von so einer negativen Handlung, denn eine solche Tat hat in einem demokratischen Prozess nichts verloren. Wir können in Österreich von Glück reden, dass wir wählen gehen dürfen und dies in der Bundesverfassung verankert ist. Man sollte lieber seiner Stimme Gewicht verleihen, in dem man das Wahlrecht nutzt, anstatt Vandalismus zu praktizieren. Es soll jedem Mitbewerber die Möglichkeit gegeben sein, seine Ideen und Vorschläge zu präsentieren. Wir Freiheitliche wollen einen fairen Wahlkampf, in dem jeder Kandidat die gleichen Chancen hat.“

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