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AusgestorbenEin "komischer Vogel" sorgt in Kärnten für Aufsehen

Bekassinen sind im Rosental und nahe Velden zwischengelandet. Die Durchzügler, die einst hier gebrütet haben, stehen in Kärnten auf der Roten Liste.

Die Bekassine fühlt sich in sumpfigen Gebieten wohl © KK/Angelika Kantor
 

Über eine "Begegnung mit einer für unsere Breiten sehr seltenen Art" berichtet Angelika Kantor aus Klagenfurt: "Am Bachufer nahm ich im Augenwinkel einen „komischen Vogel“ wahr. Bei näherer Betrachtung und unter Zuhilfenahme meines Fotoapparates gelangen mir ein paar „Beweisfotos“. Die Klagenfurterin versuchte, den Vogel anhand der Fotos zu identifizieren. Birdlife-Geschäftsführer Andreas Kleewein, bestätigte ihre Vermutung: Es handelt sich um eine Bekassine.

"Das ist schon eine Besonderheit", sagt der Ornithologe: "Nur in Ausnahmefällen sieht man bei uns im Winter Bekassinen. Die Bekassine ist eigentlich ein Zugvogel. Brüten wird sie hier vermutlich nicht. Aber in seichten, sumpfigen wassernahen Bereichen fühlt sie sich wohl". Mit seinem langen Schnabel stochere der Vogel im Sumpf herum und holt Würmer heraus, erklärt Andreas Kleewein.

Einst ein Brutvogel

Die Bekassine, die Angelika Kantor im Rosental entdeckt hat, ist nicht die einzige, die derzeit in Kärnten Zwischenstation macht. Auch in der Nähe von Velden wurde in der vergangenen Woche ein Expemplar gesichtet.

"Die Bekassine war bei uns einst ein Brutvogel", erklärt der Birdlife-Experte: "Daher ist sie in der Roten Liste Kärntens als "regional ausgestorben" gelistet. Österreichweit ist sie vom Aussterben bedroht." 2013, damals war die Bekassine der "Vogel des Jahres", gab es in Österreich noch 70 Brutpaare.

Die größten österreichischen Brutgebiete liegen im Ibmer Moor in Oberösterreich und im Wallner- und Irrsee in Salzburg. Die Bekassinen, die jetzt an Kärntens Sümpfen laben, dürften, so Andreas Kleewein, schon auf dem Rückzug in ihr Brutgebiet sein.

 

 

 

Kommentare (4)

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CuiBono
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Schnepfenjagd

gab es in Zentralkärnten definitiv noch in den 1960-ern, wie ich aus verlässlicher Quelle - meinem längst verstorbenen Vater - weiss.

Ich glaub, ich konnte damals als Bub sogar einmal mitessen.
"Schnepfendreck" hiess die Devise.

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struge1
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Schnepfenjagd

gibt es heute auch noch, nur bejagd wird die Waldschnepfe und nicht die Bekassine, die ist unter Naturschutz. Schnepfendreck ist das innere des Darm und wird geröstet und gewürzt gegessen...

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levis555
3
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Die Bekassinen, bei uns auch - eher gebräuchlich -

Schnepfen genannt...

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struge1
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Irrtum @levi,

die Bekassine (gallinago gallinago) gehört zur Fam. der Schnepfen, ist bis zu 27cm groß und bis zu 140g schwer. Die Waldschnepfe (scolopax rusticola) die du hier meinst gehört zur gleichen Fam., ist jedoch wesentlich größer, bis zu 38cm und wird bis zu 440g schwer. Die beiden unterscheiden sich in der Größe und der Zeichnung, sehen aber trotzdem annähernd ähnlich aus.

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