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Piep-ShowDie Stockente landet bei den Wasservögeln auf Platz eins

Bei der Winterwasservogelzählung wurden heuer in Kärnten 4937 Stockenten gezählt. 13.127 Wasservögel waren es insgesamt.

Stockenten fühlen sich an allen Gewässern Kärntens und Osttirols wohl
Stockenten fühlen sich an allen Gewässern Kärntens und Osttirols wohl © Elisabeth Peutz
 

Du lieber Schwan! Was für ein Auftrag. Wie immer am zweiten Sonntag im Jänner haben sich Dutzende Ornithologen heuer im Morgengrauen und bei Eiseskälte aufgemacht, um zu zählen, wie viele und welche Wintervögel auf und an Kärntens Gewässern überwintern. „84 waren heuer im Einsatz“, präzisiert Werner Petutschnig, der die Vogelzählung in Kärnten geleitet hat. „Die Bedingungen waren heuer ideal“, sagt er, „wenig Schnee, kein Nebel und wenig Eis auf den Gewässern.“

Ornithologe Werner Petutschnig - mit Spektiv
Ornithologe Werner Petutschnig - mit Spektiv Foto © Elisabeth Peutz

Mittlerweile liegen, exakt aufgearbeitet, die Ergebnisse der internationalen Zählung vor und das Ergebnis erfreut die Ornithologen: „Insgesamt haben wir 13.127 Individuen gezählt“, erklärt Werner Petutschnig, „das ist – gegen den allgemeinen Trend der vergangenen Jahre - ein leichter Anstieg.“ Es gebe leider noch keine Vergleichsdaten aus anderen Bundesländern. Es sei auch zu früh, um von einer Trendumkehr zu sprechen. „Außerdem liegt die Zahl um rund 1400 Individuen unter dem Zehnjahresbestand“, betont der Ornithologe.

In Kärnten wurden die Wasservögel an 29 Gewässern gezählt. „Die Zahl der Tiere, die hier überwintern, unterscheidet sich in den meisten Fällen von der, der Vögel, die hier brüten“, erklärt Werner Petutschnig.
Für Diskussionen sorgen immer wieder die Kormorane – ein Feindbild vieler Fischer, da beide auf die selbe Beute aus sind. Apropos Beute: Ein Drittel der Kormorane ist zum Abschuss freigegeben.

Die Stockente macht rund 40 Prozent der gezählten Vögel aus, sagt Werner Petutschnig, „gemeinsam mit Reiherenten und Blässhühnern machen sie 70 Prozent der gezählten Tiere aus.“

Ornithologen im Einsatz: Winterwasservögel sind gezählt

Graureiher im Schnee

dpa/dpaweb

Blässhühner

Elisabeth Peutz

Möwen haben sich etabliert

elisabeth peutz

Kormoran

dpa/dpaweb
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Zahlen & Fakten

147 Graureiher wurden heuer in Kärnten gezählt. Erstmals wieder ein paar mehr als im Jahr davor. Der Brutbestand ist allerdings auf unter 100 Paare gesunken, das sei alarmierend, sagen Ornithologen.
437 Kormorane wurden gesichtet, mehr als in den Jahren davor. Höher ist der Bestand am Ossiacher See. Die meisten Abschüsse gab es im Vorjahr zwischen Spittal und Villach. Nicht alle wurden gemeldet.
307 Haubentaucher ließen sich zählen. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie an Wörthersee, Millstätter See, Ossiacher See und am Völkermarkter Stausee.
267 Zwergtaucher fühlen sich vor allem an der Drau wohl - meist zwischen Selkach und Dragostischach.
665 Höckerschwäne geben den Ornithologen zu denken, denn ihr Bestand ist wesentlich geringer als der vergangener Jahre. Die Ursache ist vorerst ungeklärt.
4937 Stockenten fühlen sich in Kärnten offensichtlich wohl. Der Bestand ist seit 15 Jahren relativ stabil. Die Stockente ist die einzige Art, die an allen 29 Gewässern, an denen gezählt wurde, vorhanden ist.
1363 Reiherenten gegenüber 1704 im Jahr davor sind die Sorgenkinder der Vogelfreunde. Eine mögliche Ursache sei, dass auch die Verbreitung der Wandermuschel, von der sie sich ernähren rückläufig sei.
2677 Blässhühner wurden gezählt. Auch sie fressen Wandermuscheln, auch ihr Bestand könnte sinken.
121 Lachmöwen zeigten sich. Ihr Bestand sinkt seit Jahren. Dagegen hat sich die Mittelmeermöwe etabliert. 177 Exemplare wurden gezählt.
103 Graugänse fühlen sich hier wohl, sie kommen aus ganz Europa, die meisten an den Wörthersee.

Osttirol ist anders

Die Naturkundliche Arbeitsgemeinschaft
Osttirol (NAGO) erfasst den Wasservogelbestand in Lienz und Umgebung. Matthias Gattermayr und Christian Ragger haben einen Bericht mit den Ergebnissen der Jahre 2016/17 und 2017/18 erarbeitet.

„Wir zählen nur drei fischfressende Arten“, sagt Matthias Gattermayr, „das sind die Kormorane, die Gänsesäger und die Graureiher.“ 2016/17 wurde in Osttirol an sieben Gewässerabschnitten auf einer Länge von insgesamt 41 Kilometern gezählt: an der Isel in Oberlienz, an der Drau bei Lengberg und Nörsach, in Tassenbach und auf den umliegenden Feldern, auch an den Teichen bei Lavant, an der Drau/Lavant-Nikolsdorf inklusive Lauengewässer. In Drau Mittewald wurde 2016/17 noch gezählt, im Winter 2017/18 wurde die Strecke nicht mehr begangen, da es dort keinen Brutplatz mehr gibt.

„Gezählt wird drei Mal jährlich“, sagt Matthias Gattermayr. Die Trends: Der Winterbestand der Graureiher ist rückläufig. Die Zahl der Gänsesäger ist auf konstant niedrigem Niveau. Und auch die Kormorane sind nicht gerade häufig. Aber beispielsweise am Schlafplatz Lavant hinterlassen sie Spuren.

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