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Mit Litterati-AppKlagenfurterin gehört zu den fleißigsten Müllsammlerinnen der Welt

Auf der Litterati-App dokumentiert man, wie viel Müll auf Straßen zu finden ist. Eine Klagenfurterin hat rekordverdächtig viel Abfall entsorgt und es auf die weltweite Bestenliste geschafft.

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Bettina Wohlgemuth-Fekonja hat binnen weniger Wochen mehr als 7500 achtlos weggeworfene Dinge entsorgt © Claudia Felsberger
 

Was haben San Francisco, Hanoi, Klagenfurt, Graz und tausende andere Städte gemeinsam? Egal, wo man sich bewegt - die Chance ist groß, dass man früher oder später auf Abfall stößt. Sei es eine achtlos weggeworfene Aludose, ein Papiertaschentuch oder ein Plastiksackerl. Eine App soll das jetzt ändern.

Litterati heißt die Anwendung, die dazu motiviert, Müll aufzuheben und zu entsorgen. Das Besondere daran: Die Nutzer protokollieren jedes Stück Müll indem sie ein Foto davon machen und den Ort taggen. Die Daten werden auf einer Weltkarte, die für alle einsehbar ist, gesammelt.

Auf Österreich-Ebene ist zu erkennen, dass sich in Klagenfurt mit mehr als 13.000 entsorgten Stücken Müll (Stand 14. Jänner 2019) besonders viel getan hat. Auch in Graz und Wien wurde die App schon vereinzelt genutzt. Weltweit wurden bereits über zwei Millionen Stücke Abfall seit Einführung der App gesammelt. Es gibt auch eine Bestenliste und einen Länderscore. So macht das Müllsammeln tatsächlich Spaß. Es ist quasi wie Pokemon Go, nur dass man anstatt virtueller Monster echten Abfall "fangen" kann.

Und seit Kurzem ist auch Österreich unter den Top 20 Ländern vertreten. Möglich geworden ist das zum großen Teil durch eine Klagenfurterin, die seit Weihnachten täglich den Abfall, den sie sammelt, dokumentiert. Bettina Wohlgemuth-Fekonja hat binnen weniger Wochen mehr als 7500 achtlos weggeworfene Dinge entsorgt.

"Ich wurde auf die App im Dezember 2018 über einen TED Talk aufmerksam", sagt Wohlgemuth-Fekonja. "Jeff Kirschner, der Gründer von Litterati, stellt sie darin vor. Ich habe zu diesem Zeitpunkt konkret nach einer Möglichkeit gesucht, Müll, der gesammelt wird, zu dokumentieren."

Je nachdem, wie beschäftigt die 37-Jährige durch ihre Arbeit ist - sie betreibt ein Research Center for Applied Education und ist Lehrende an der Uni Klagenfurt sowie der HBLA Pitzelstätten - widmet sie täglich zwischen 15 und 60 Minuten dem Sammeln von Abfall. Dabei ist ihr bereits so manche Kuriosität untergekommen.

"Zu den eher ungewöhnlichen Fundstücken gehören künstliche Fingernägel, Tampons oder auch Kondome. Ich habe auch bereits Kabel oder elektronische Teile gefunden und entsprechend entsorgt", sagt Wohlgemuth-Fekonja. Andere Arten von Abfall seien hingegen immer wieder zu finden. Energy-Drink-Dosen, Bierflaschen und Zigarettenverpackungen etwa. Was ebenfalls ärgerlich ist: "Manchmal geben Hundebesitzer den Kot ihres Tieres zwar in ein Sackerl, aber anstatt es zu entsorgen, lassen sie es einfach stehen."

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