Überraschende WendeJetzt will Investor Orasch auch die Benediktinerschule kaufen

Doch kein Beschluss von Optionsvertrag für Verkauf der Benediktinerschule an Sandwirth-Eigentümer. Jetzt mischt die Lilihill-Gruppe als Interessent mit.

Im Sommer 2020 werden die letzten Schüler die Benediktinerschule © Helmuth Weichselbraun
 

Am vergangenen Freitag war für Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) und Stadtrat Markus Geiger (ÖVP) die Sache noch klar. Weil eine Sanierung der Benediktinerschule nach Ende des Schulbetriebs im Juli 2020 zu teuer wäre, will die Stadt das historische Gebäude und die dazugehörige Liegenschaft um zwei Millionen Euro verkaufen. Ein Gutachten hatte einen Wert von 1,6 Millionen Euro ergeben. "Wir haben lange diskutiert welchen strategischen Nutzen das Gebäude für die Stadt haben kann", erklärten Mathiaschitz und Geiger. "Für eine Sanierung hätte die Stadt aber an die 20 Millionen Euro investieren müssen."

Als Käufer wurden Helvig und Robert Kanduth präsentiert, die das angrenzende Hotel Sandwirth betreiben. Das zum Teil unter Denkmalschutz stehende Gebäude wollen sie nicht nutzen, dafür aber im Innenhof ein Budget Hotel bauen. Was mit diesen Räumlichkeiten passieren soll, ließ Kanduth-Projektpartner Tom Müller (er realisiert auch das Vitaneum am Benediktinerplatz) bei der Präsentation offen.

Pläne noch nicht bekannt

Im Stadtsenat hätte heute ein Optionsvertrag für den Verkauf beschlossen werden sollen. FPÖ, Grüne und Team Kärnten kritisierten die Pläne scharf, forderten eine Offenlegung des Gutachtens und eine Ausschreibung. Zum Beschluss kam es dann auch gar nicht, weil davor noch ein anderer Interessent auftauchte: Die Lilihill-Gruppe von Investor Franz Peter Orasch. Welche Pläne er für die Benediktinerschule hat, ist derzeit nicht bekannt. Das Angebot soll jedenfalls um 600.000 Euro höher sein als jenes von Kanduth.

Lilihill hat in letzter Zeit eine beispiellose Shopping-Tour in Klagenfurt hingelegt und zahlreiche, zum Teil sehr bekannte, Immobilien erworben. Auf dem Gelände der ehemaligen SPÖ- und KTZ-Zentrale wird schon gebaut - hier entstehen Büros, Räumlichkeiten für eine Privatuni sowie ein Drei-Stern-Hotel der Marke Ibis. In die Revitalisierung des Altstadthotels Moser Verdino fließen bis zum Jahr 2020 rund 20 Millionen Euro. Betreiber wird „Novum Hospitality“ mit der Premiummarke „Select Hotel“. Wenig Bewegung gibt es derzeit beim legendären Salzamt im Landhaushof. Hingegen scheinen die Pläne für die Revitalisierung des alten Woolworth-Gebäudes auf dem Heiligengeistplatz kurz vor der Genehmigung.

 

Kommentare (3)

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CuiBono
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Absurde Stadtführung

Wie absurd die Stadtführung hier freihändig vorgegangen ist, zeigt sich nun, dass es doch noch andere Interessenten gibt, von denen zumindest einer bereits ist, wesentlich mehr zu zahlen.

Es bleibt zu klären, handelt es sich um:
ein "echtes" wirtschaftliches Offert,
oder nur ein "futterneidisches" Ärgern eines Konkurrenten,
oder ein zwischen den Firmen abgesprochenes Deckoffert?

Wie immer in Klagendorf, Fragen über Fragen und keine Antworten.

PS: noch eine kleine Frage:
ab welchen Beträgen sind derartige Immobilienverkäufe öffentlichen Gutes eigentlich EU-weit auszuschreiben?

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gintonicmiteis
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Eine interessante Frage...

eine schnelle Googlesuche ergibt, dass Grundstücksverkäufe an sich in gewissen Fällen nicht dem Bundesvergabegesetz unterliegen. Projektvergaben nach konkreten Vorstellungen sehr wohl.

Obwohl das jetzt wieder nach der typischen Klagenfurter Winkeladvokatie klingt: suchen wir uns die Gesetzeslücke, die unserem dubiosen Vorhaben am meisten entgegenkommt. Eine saubere Stadtregierung würde selbstverständlich solch einen geplanten Verkauf öffentlich ausschreiben - schon aus Gründen der transparenten Gewinnmaximierung im Interesse der Bürger. Aber Klagenfurt hat offensichtlich keine saubere Stadtregierung...

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CuiBono
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@gintonicmiteis

Wieso finde ich keine Argumente, Ihnen widersprechen zu können?
Grübel, grübel,...

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