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Afghane schwer verletztRusse nach Messerattacke in Klagenfurt verurteilt

Am Landesgericht Klagenfurt wurde am Mittwoch ein 22-Jähriger wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Prozess wegen versuchten Mordes
Prozess wegen versuchten Mordes © Habich
 

Ein 22-Jähriger soll im November 2017 in Klagenfurt versucht haben, einen Mann zu töten und eine weitere Person schwer verletzt haben. Er bekannte sich nicht schuldig und gab nur das Delikt der Körperverletzung zu. Mittwochabend gab es das Urteil. Der Angeklagte wurde wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt - zusätzlich zu bereits erfolgten Verurteilungen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Staatsanwältin Johanna Schunn schilderte beim Prozess den Vorfall: Es habe eine Auseinandersetzung zwischen dem angeklagten, gebürtigen Tschetschenen und den beiden mutmaßlichen Opfern, zwei Afghanen, gegeben haben. Auf dem Klagenfurter Heiligengeistplatz sei der Angeklagte mit dem Messer auf die beiden Männer losgegangen. Einer erlitt Stiche in den Brustbereich, wodurch Teile der Lunge perforiert und die innere Brustwandschlagader durchtrennt wurden. Er überlebte nur aufgrund des raschen Eintreffens der Rettungskräfte und durch eine Notoperation. Einem zweiten Mann soll der Angeklagte mit dem Messerknauf auf den Hinterkopf geschlagen haben, wodurch dieser eine Rissquetschverletzung erlitt.

Schupferei

Die Verteidigung verwies darauf, dass die Anklage nur auf der Zeugenaussage der beiden Afghanen basiere. Bei einer "Schupferei und wechselseitigen Streiterei" habe der Angeklagte mit dem Messer wahllos herumgefuchtelt. Die Verletzung auf dem Kopf hätte sogar die Folge eines Sturzes während der Rauferei sein können.

Der Angeklagte erklärte in der Einvernahme durch den Vorsitzenden des Geschworenensenats, Gerichtspräsident Bernd Lutschounig, ihm sei eine Gruppe von zehn Afghanen entgegengekommen. Er sei eingekreist und von hinten getreten worden. Daraufhin habe sich eine Rauferei gegeben, er sei zu Boden gegangen und von mehreren Personen fixiert worden. Bei einer Person habe er ein Messer gesehen, daraufhin habe er sein Messer gezogen und damit wahllos um sich gestochen. "Ich wollte keinen töten. Ich wollte, das sich mich loslassen", sagte der mehrfach vorbestrafte gebürtige Tschetschene. Als Polizeisirenen zu hören gewesen seien, hätten seine Angreifer die Flucht ergriffen. Er habe keinen Schwerverletzten auf dem Boden liegen gesehen und habe auch niemanden verletzen wollen. Bei anderen Angreifern habe er auch Stöcke und eine Eisenkette gesehen.

"Mir ging es damals nicht gut"

Schon der erste Zeuge - jener Afghane, der von Stichen in die Brust schwer verletzt worden ist - bringt die Anklage (Mordversuch und absichtlich schwere Körperverletzung) ins Wanken. Er habe von hinten einen Stich unter den rechten Arm bekommen. Vom Angeklagten, sagt der 23-Jährige: "Wortlos, ohne Vorwarnung und ohne Grund." Daraufhin sei er vom Tatort geflüchtet. In einer Gasse nahe des Heiligengeistplatzes sei er dann von drei Personen angegriffen worden. Dabei sei ihm in die Brust gestochen worden. "War der Angeklagte auch dabei", wollte Richter Lutschounig wissen. "Nein, dort war er nicht dabei."

Diese Aussagen standen im Widerspruch zu jenen, die das Opfer wenige Tage nach der Tat vor der Polizei gemacht hat. Damals schilderte er, dass er von drei Personen, die mit Messern auf ihn und seinen Freund losgerannt seien, verletzt worden ist. "Wie kann es sein, dass sie vor Gericht die Tat völlig anders schildern, als damals vor der Polizei?", wollte darauf Richter Alfred Pasterk wissen. "Was stimmt jetzt?" Ihm sei es damals nicht gut gegangen. "Ich wurde eben erst aus dem Krankenhaus entlassen, hatte Kopfschmerzen und mir war schwindelig", sagte das Opfer. "Es stimmt das, was ich vor Gericht sage."

"Wer das Messer hatte, weiß ich nicht"

Auch der zweite Zeuge, ein Mann aus der Gruppe der Afghanen, die über den Heiligengeistplatz gingen, brachte wenig Licht ins Dunkel. Und wen, schien er den Angeklagten eher zu entlasten. "Wer das Messer hatte, weiß ich nicht mehr", sagte der 22-Jährige. Dass der Angeklagte seine Freund niedergestochen haben soll, wisse er nur von seinem Freund. "Er hat es mir erzählt, als ich seine Wunden versorgt habe." Schließlich war sich der Zeuge nicht einmal mehr sicher, welcher Rolle der Angeklagte in dem Konflikt gespielt habe.

Wieder ein anderer Zeuge sah, wie der Angeklagte beim vermeintlichen Opfer war und ein blutiges Messer in der Hand hatte. Dann habe er Angst bekommen, sei in Richtung der Polizeistation gerannt und habe um Hilfe gerufen, sagte er.

 

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