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Start-upKlagenfurter Erfindung revolutioniert den Hotelmarkt

Patrick Zirngast hat eine mobile Reinigungsanlage für Hotelbetten erfunden. Nach langer Konstruktionszeit bestand das System jetzt seine Feuertaufe.

Patrick Zirngast vor seinem "Sleep Tidy"-Lkw
Patrick Zirngast vor seinem "Sleep Tidy"-Lkw © Helge Bauer
 

Ausdauer war nicht nur an jenem weinseligen Abend gefragt, an dem die Idee entstand. Auch danach musste Patrick Zirngast einen langen Atem beweisen. Vor mehr als zwei Jahren wurde der gebürtige Steirer, der in Klagenfurt lebt, in das Förderprogramm des Build-Gründerzentrums aufgenommen. Noch heute hat er sein Büro im Lakeside Park und kann stolz seine formschöne Entwicklung präsentieren. Beeindruckend ist, wie viel Technik sich in dem zehn Meter langen, vier Meter hohen und 17 Tonnen schweren Lkw versteckt.

Der Name „Sleep Tidy“ (sauber schlafen) ist Programm. Die mobile Matratzenreinigungsanlage macht Hotelbetten supersauber. Und so kam es zu der Idee: Zirngasts Bruder betreibt in Schladming ein Hotel. „Jede Woche liegt ein anderer in den Betten. Wenn Zimmermädchen zweimal im Jahr die Matratzen reinigen, ist das nicht das Gelbe vom Ei“, waren die beiden sich einig. Ein idealer Nährboden für Milben, Parasiten etc. Der studierte Betriebswirt, der einst für Do&Co tätig war, begann „wie verrück“ zu recherchieren. Das Resultat: „Es gibt zwar einige Anbieter, die mit Staubsaugern inklusive UV-Lampen herumfahren. Aber im großen Stil wird das nicht angeboten.“

Unzählige Stunden seiner Freizeit steckte Zirngast in die Idee, der Businessplan wurde realistischer. Im Klagenfurter Sondermaschinenbauer MTEC fand er einen Kooperationspartner zum Bau des Spezialfahrzeuges. Nach rund zwei Jahren Konstruktionszeit ist „Sleep Tidy“ einsatzbereit. Die erste Bewährungsprobe im Hotel seines Bruders hat das innovative System dieser Tage erfolgreich absolviert. In gut drei Stunden waren die 60 Matratzen gereinigt. Das Larimar in Stegersbach und der Tannbergerhof in Lech warten als nächste Kunden.

Ozongas und Heizwalzen

Es ist eine vollautomatische Reinigungsstraße ohne Chemie, die in dem Lkw verbaut wurde. „Fünf Leute sind bei einer Partie im Einsatz“, erklärt Zirngast. Sie holen die Matratzen - jede wird mit einem QR-Code versehen - aus den Hotelzimmern. Die Matratzen werden mit Spezialsaugern tiefengereinigt. „In der nächsten Kammer ist das UV-Licht mit 800 Watt starken Lampen dran“, sagt Zirngast. Mit dieser Stärke werden auch OP-Säle desinfiziert. „Andere Anbieter arbeiten mit Fünf-Watt-Lämpchen.“ Getestet wird auch der Härtegrad der Matratzen, um über ihre weitere Verwendung zu entscheiden.

Nächster Stopp: Die Matratze kommt für zehn Minuten in eine Kammer mit Ozongas - dessen keimtötende und bleichende Wirkung kennt man vom Zahnarzt. Die Matratzen werden dann noch von 30 Kilo schweren Heizwalzen gepresst. Sollte es bis dorthin noch irgendeine Milbe überstanden haben, ist spätestens bei 80 Grad Schluss mit lustig.

AWS und KWF sind mit Förderungen an Bord, ein ehemaliger Arbeitskollege Zirngasts ist als Co-Investor eingestiegen. Und Zirngast will schon bald weitere Fahrzeuge bauen lassen, um europaweit zu expandieren.

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