KlagenfurtKärntner sind beim Autofahren "Staatsmeister"

Im Schnitt fährt jeder Kärntner über 16 Jahre 10.140 Kilometer pro Jahr mit dem Auto. Das ist im Bundesländer-Vergleich der höchste Wert. Der Verkehrsclub Österreich startet Aktion "Autofasten".

In Kärnten ist die Dichte der Autobenützer am höchsten © Julian Stratenschulte
 

Der VCÖ weist darauf hin, dass jede sechste Autofahrt kürzer als zweieinhalb Kilometer ist. Der Verkehrsclub spricht sich für häufigere Bahn- und Busverbindungen sowie den Ausbau der Radfahr-Infrastruktur aus. Zudem ruft der VCÖ zur Teilnahme an der Aktion "Autofasten" der katholischen und evangelischen Kirche auf. 13,2 Millionen Kilometer legen die Kärntnerinnen und Kärntner täglich hinter dem Lenkrad sitzend mit dem Auto zurück, weitere 5,3 Millionen Kilometer werden im Auto oder im Taxi mitfahrend gefahren.

"Die regionalen Unterschiede beim Autofahren sind in Österreich sehr groß", fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zusammen. So lenken die (über 16-jährigen) Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Schnitt 5.710 Kilometer pro Jahr ein Auto, in Kärnten sind es mit durchschnittlich 10.140 Kilometer pro Person und Jahr fast doppelt so viele Kilometer. Am zweitmeisten fahren die Burgenländer mit dem Auto, nämlich im Schnitt 9.960 Kilometer pro Person und Jahr. Am wenigsten lenken die Wienerinnen und Wiener ein Auto, nämlich nur 4.410 Kilometer pro Jahr. In Wien ist laut Statistik Austria der Anteil der autofreien Haushalte mit 45 Prozent mit Abstand am höchsten, in Kärnten sind 17 Prozent der Haushalte ohne Auto.

"Der öffentliche Verkehr ist in den Regionen auszubauen. Die Bundesländer sind durch den Bund dabei stärker finanziell zu unterstützen. So soll jedes regionale Zentrum gut mit Bahn und Bus erreichbar sein", gibt VCÖ-Experte Gansterer als Ziel vor. Wesentlich ist zudem, dass Bahnhöfe und Haltestelle gut mit dem Fahrrad erreichbar sind und es dort gute Abstellplätze für Fahrräder gibt. Die Kombination von Fahrrad und Öffentlichen Verkehr kann viele

Autofahrten vermeiden

Was auffällt ist, dass es in Kärnten deutlich mehr Autofahrten unter fünf Kilometer als über 50 Kilometer gibt. Nur sechs Prozent der Autofahrten der Kärntner sind länger als 50 Kilometer, mehr als sechs Mal so viele - nämlich 39 Prozent - sind kürzer als fünf Kilometer, macht der VCÖ aufmerksam. 60 Prozent der Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer, jede sechste Autofahrt ist kürzer als zweieinhalb Kilometer.

Das Potenzial, kurze Autofahrten auf das Fahrrad zu verlagern ist in Österreich sehr groß. Dort, wo es eine gute Infrastruktur gibt und die Verkehrsplanung den Radverkehr mitberücksichtigt, wird auch viel Rad gefahren, betont der VCÖ. "Durch gute Radverbindungen zwischen Siedlungen und dem nächsten Ort sowie entlang von Freilandstraßen wird die Abhängigkeit vom Auto verringert und die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl erhöht", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Vitamine der Mobilität

Während der Fastenzeit rufen die katholische und evangelische Kirche zum "Autofasten" auf. Ziel ist ein bewussteres Mobilitätsverhalten. "So wie es nicht gesund ist, jeden Tag Fleisch zu essen, so ist es auch ungesund, die meisten Strecken mit dem Auto zu fahren. Gehen und Radfahren sind die Vitamine unserer Mobilität", macht VCÖ-Experte Gansterer Mut, mehr Strecken zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

 

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