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ZEITREISE

Sunset in der Ostbucht: Ehrgeizige Pläne haben Geschichte

Ein Rondeau mit Aussichtsterrasse und Tanzpavillon war in den 1920er-Jahren anstelle des heutigen abbruchreifen Lokals Sunset am Wörthersee geplant. Doch es fehlte schon damals das Geld.

Das Strandbad im Jahre 1931
Das Strandbad im Jahre 1931 © Sammung Gasper
 

Lachende Sonne, südliche Temperatur, blauer Himmel, majestätische Dampfer, flinke Motorboote, blitzende Segel und Scharen froher Menschen.“ So beschreibt Erwin Stein im Jahr 1929 die Ostbucht im Buch „Die Städte Deutschösterreichs – Klagenfurt am Wörthersee“. Ein Bild, das knapp neun Jahrzehnte später noch immer auf die Atmosphäre am See zutrifft. Ungefähr genauso alt sind die bislang immer gescheiterten Ideen, das Areal auch am Abend zu beleben. „Die Sunset-Pleite kann damit quasi auf eine ebenfalls knapp 90-jährige Geschichte zurückblicken“, weiß der Hobby-Historiker Reinhold Gasper.

Anstelle des heutigen abbruchreifen Gebäudes (die Kleine Zeitung berichtete) waren in den 1920er-Jahren ein Rondeau mit Aussichtsterrasse und Tanzpavillon angedacht. Schließlich wurden in der Zeit von Adolf Heinrich Bercht – er war ab 1926 Bürgermeister – Pläne für eine großzügige Badeanlage am Metnitzstrand ausgearbeitet. „Die Architekten Franz Koppelhuber und Paul Theer wollten insgesamt 12.000 Quadratmeter verbauen. Vorgesehen waren zwei hundert Meter lange Badebrücken, Rutschen, Trampolins, Duschen, Fremdenzimmer, Arztzimmer, ein Restaurant und ein Automatenbuffet, Sonnenterrassen mit Palmen, ein Badebassin für Schwimmwettbewerbe, abendliche Tanzveranstaltungen und Konzerte“, zählt Gasper auf.

Die Pläne hätten etappenweise umgesetzt werden sollen. „Doch wegen der Wirtschaftskrise um 1929 und dem damit verbundenen Geldmangel kam es in Berchts Amtszeit nur zum Strandbadbau in seiner heutigen Form“, sagt der 77-Jährige, der als kleiner Bub mit seiner Familie oft von Klein St. Paul zum Klagenfurter Strandbad gefahren ist – zum Rutschen.

Gasper erinnert sich zudem noch an eine große Aschenbahn, auf der Motorradrennen stattfanden. „Geplant waren in unmittelbarer Nähe auch ein Stadion und ein Hockeyplatz“, sagt Gasper. „Das wäre ideal gewesen, schließlich war die Ostbucht verkehrstechnisch mit einer Haltestelle für Eisenbahn und Straßenbahn bestens erschlossen.“

Start in die neue Saison

Das Erholungsgebiet genoss bereits einen guten Ruf über die Grenzen Kärntens hinaus. Das ist heute noch so. Jährlich aalen sich Hunderttausende im Klagenfurter Strandbad. „Im Vorjahr hatten wir aufgrund des schlechten Wetters nur 265.000 Besucher, vor zwei Jahren waren es 430.000“, sagt Gerald Knes, Chef der Stadtwerke-Bäder, die am 1. Mai die Sommersaison einläuten. Im Strandbad warten laut Knes einige Neuerungen: „Die Station für Stand-up-Paddling wird vergrößert, die Beschattung am See verbreitert, in die Innenhöfe kommen überschattete Tischtennistische und im Bereich der Rutsche haben wir eine neue Gastronomie geplant.“

ESTHER FARYS

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spanheimer25
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Nichts Neues muss erfunden werden

Diese Projekt aus den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wäre auch heute noch so interessant um es 1:1 umzusetzen.

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scaramango
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Richtig !

Und in die Formensprache und Ansprüche des 21. Jhr. übersetzt wäre das eine schöne, in die Landschaft integrierte Wellnessoase mit Saunen, Relaxbereich und diversen Innen- und Außenbecken mit Blick Richtung Sonnenuntergang - und nicht eine häßliche, geschrumpfte "Seebühne", Zeltstätte mit anschließender kaputter Wiese an den schönsten Wochenenden des Jahres etc......

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