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Politiker brüskiert Stadelfans

Politiker sagte Kulturverein Stadel, Grund und 100.000 Euro zu. Entscheidendes Treffen ließ er platzen, weil er den Stadel verkauft habe.

© KK
 

Die Mitglieder des Vereins "Stadelfenster" sind außer sich vor Wut und Enttäuschung! Seit zehn Jahren kämpfen sie um die Rettung des historischen Stadels in Emmersdorf, nördlich von Klagenfurt. Sprecherin Inge Müllner: "Im Dezember versprach Vizebürgermeister Albert Gunzer, uns den Stadel, etwas Grund und 100.000 Euro Anschubfinanzierung zu schenken." Karl Schechtner, Vereinsmitglied und Zivilingenieur, erstellte deshalb ein Konzept für ein Generationenhaus mit betreutem Wohnen, Hort, Vereins- und Veranstaltungsräumen.

Vor wenigen Tagen wollten die Stadelfreunde dem Politiker ihre Ideen präsentieren. Doch am Vormittag meldete sich Gunzers Büro: Das Treffen sei abgesagt und der Stadel am Tag zuvor an Sigurd Hochfellner verkauft worden. Dem gehört - neben anderen - auch das Schloss Emmersdorf. Der Verein ist fassungslos, es fallen Worte wie "Schweinerei" und "glatt ins Gesicht gelogen".

FPK-Vizebürgermeister Gunzer versteht die Aufregung angeblich nicht. "Endlich habe ich einen Investor gefunden, der 800.000 Euro in den Stadel stecken und ihn danach dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen will", sagt Gunzer. Das sei nicht nur im Interesse der Klagenfurter, die so 100.000 Euro sparen. Das habe auch der Verein immer gewollt. "Frau Müllner und ihr Verein werden eingebunden, wenn alles fertig ist." Zweifler beruhigt er: Der Preis des Stadels, den Hochfellner nicht weiterverkaufen dürfe, werde von Experten ermittelt.

Und das Treffen habe Gunzer abgesagt, weil es unfair sei, nach der Zusage an Hochfellner "parallel mit dem Verein weiterzuverhandeln". Aber ist es nicht auch unfair, nach der Zusage an den Verein mit Hochfellner zu reden und ihm den Stadel sogar zu überlassen? "Nein", sagt Gunzer. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen. Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ): "Ohne grünes Licht von Gemeinderat und Stadtsenat kann Herr Gunzer gar nichts verkaufen." Das weiß er und will die Gremien jetzt informieren - über das, was in diesem Artikel steht.

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