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Steirer, Kärntner, Osttiroler

Abschiedsfeier für "Kleine Zeitung"-Chefredakteur Reinhold Dottolo

Abschiedsfest für "Kleine Zeitung"-Chefredakteur Reinhold Dottolo, der sich als Steirer in Kärnten und Osttirol verliebt hat. Mitarbeiter und Wegbegleiter dankten dem Menschen und Medienprofi.

© KLZ/Weichselbraun
 

Jahrzehntelang ist in der Setzerei sprichwörtlich Geschichte geschrieben worden. Hier entstand Abend für Abend und Nacht für Nacht in Handarbeit die Kleine Zeitung, zunächst noch aus beweglichen Lettern im Bleisatz zusammengefügt, später im Fotosatz geklebt. Heute haben Computer diese Aufgabe übernommen und aus der alten Setzerei ist die Aula des neuen Styria Media Centers in Klagenfurt geworden.

In dieser historischen Halle haben unsere Gäste und wir Freitagabend einen Mann gefeiert, der ebenfalls Mediengeschichte geschrieben hat: Reinhold Dottolo (65) geht nach fast 21 Jahren als Chefredakteur der Kleinen Zeitung in Pension.

Unser Ex-Chef ist 1992 als Steirer nach Kärnten gekommen und bleibt - als Osttiroler. "Verliebt in Kärntnerlieder und die Osttiroler Berge: Reinhold Dottolo ist überassimiliert", brachte es Kleine Zeitung-Geschäftsführer und Chefredakteur Hubert Patterer in seiner Laudatio auf den Punkt. Er würdigte Dottolo als Vorbild für alle Journalisten. "Seine kompromisslose Distanz zu den Mächtigen hat die Kleine Zeitung und ihren Erfolg in Kärnten maßgeblich geprägt." Und Styria-Vorstandssprecher Wolfgang Bretschko (die Kleine Zeitung ist Flaggschiff des Medienunternehmens) ortete Parallelen zwischen Dottolos alternativen Berufswünschen - Hüttenwirt oder Bergführer - und dem Job eines Chefredakteurs: "Alle drei zeichnet ihre Verlässlichkeit aus."

Dottolos Dank gilt vor allem seinem Team: "Ein Chefredakteur ist nur so gut wie seine Mitarbeiter." Er bestätigte die "branchenfremde Uneitelkeit", die ihm zuvor Patterer attestiert hatte, räumte aber fröhlich ein: "Es ist durchaus erträglich, so gefeiert zu werden." Mit Dottolo gefeiert wurde unsere Chefsekretärin Brigitte Pucher, die nach mehr als drei Jahrzehnten bei der Kleinen Zeitung gleichzeitig in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Noch mehr als bisher wird sie sich nun ihrem paradiesischen Garten widmen, der Nachwuchs bekommen hat: Chefredakteurin Eva Weissenberger, Stellvertreter Adolf Winkler, Chef vom Dienst und Fest-Moderator Michael Sabath, Politik-Chefin Antonia Gössinger und "Kärntner in Not"- Initiator Wolfgang Rausch überreichten Pucher einen Zwetschkenbaum.

Humoriges Highlight war Kabarettist Johannes Habich als Amanda Klachl. "Sie" stellte frech fest: "Für einen Menschen, der nicht mehr arbeiten will, sind eh viele Leute gekommen." Stimmt. Inklusive Dottolo, Weissenberger und Patterer waren zum Beispiel gleich sechs Chefredakteure anwesend: Heinz Stritzl (Kleine Zeitung Kärnten, 1958 bis 1991), Kurt Wimmer (Kleine Steiermark, 1994 bis 1997) und Erwin Zankel (Kleine Steiermark, 1998 bis 2006).

Mit ihnen und uns feierten prominente Leser wie die Landespolitiker Peter Kaiser, Beate Prettner, Wolfgang Waldner und Gabriel Obernosterer, Infineon-Vorstand Monika Kircher, Kelag-Vorstand Hermann Egger, die Bezirkshauptleute Claudia Egger und Heinz Pansi, Superintendent Manfred Sauer, Generalvikar Engelbert Guggenberger, der ehemalige Styria-Vorstandsdirektor Julius Kainz, FH-Rektor Siegfried Spanz, Christoph Kulterer und Otmar Petschnig von der Industriellenvereinigung, Unternehmer Josef Rutar, "Regional Medien Austria"-Vorstand Klaus Schauer , Bürgermeister Gerhard Köfer aus Spittal, Sänger Richi Di Bernardo sowie die Banker Peter Gauper (Raiffeisen), Josef Brugger (Volksbank), Bruno Waldl und Christian Fischer (Bank Austria). Gleich drei Politiker-Generationen stellten sich aus Klagenfurt ein: Bürgermeister Christian Scheider, Vize Maria-Luise Mathiaschitz sowie die "Ruheständler" Harald Scheucher und Leopold Guggenberger.

Im kleinen Kreis gab es für Dottolo Tipps fürs Pensionisten-Dasein von unserem Ex-Kollegen Gerhard "Lade" Ladinig. Er war Layouter und für seine Witze berüchtigt. Zu Ehren Dottolos hielt er sich diesmal zurück und erinnerte uns nur an seine eigene Abschiedsparty. Damals sprach Lade: "Nirgendwo wird so viel gelogen wie bei solchen Feiern. Deshalb sage ich euch jetzt: Ich werde euch sehr vermissen!"

Zum Schluss deshalb ein anderer Satz von Herzen im Namen aller Kollegen: Liebe Frau Pucher, lieber Chef, Danke!

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