"Vor Jahren hatte ich einen Job, konnte mit meinem Einkommen mein Leben gut bestreiten, doch dann wurde ich krank", erzählt uns Frau P. (Name der Redaktion bekannt). Mit der Krankheit begann sich auch ihre soziale Situation massiv zu verschärfen. Stück für Stück verlor sie den Halt in ihrem Leben. Der traurige Höhepunkt war der Verlust ihrer Wohnung und die damit drohende Obdachlosigkeit. Genau das definiert Frau P. auch als Armut: "Nicht zu wissen, wo man leben und schlafen soll, kein Geld um sich etwas zu essen zu kaufen und keine Perspektive mehr. Man glaubt immer, mir kann das nicht passieren, aber Armut geht uns alle an." 
Der Rettungsanker in ihrer damaligen Situation war die Frauennotschlafstelle der Volkshilfe in Klagenfurt. Frau P. fand dort vorübergehend Obdach und in weiterer Folge nach sie das Angebot von betreutem Wohnen in der Frauenwohngemeinschaft (WG) "Frei(T)raum" in Anspruch.
In dieser WG lebte sie zwei Jahre lang und wurde vonseiten der Volkshilfe engmaschig betreut und unterstützt. Ihre Situation wendete sich immer weiter zum Besseren und so konnte sie sich soweit stabilsieren, dass sie vor Kurzem wieder in eine eigene Wohnung zog. Aufgrund mangelnder finanzieller Möglichkeiten wurde sie beim Start in ihre eigene Wohnsituation von "Kärntner in Not" unterstützt. "Ich bin "Kärntner in Not" und der Volkshilfe unendlich dankbar für die Hilfe, die ich erhalten habe", freut sich Frau P. und blickt hoffnunsgvoll in die Zukunft.

Einzige Frauennotschlafstelle in Kärnten

Die Volkshilfe betreibt seit Oktober 2013 in der Platzgasse 18 in Klagenfurt die einzige Frauennotschlafstelle Kärntens. Das Angebot umfasst eine vorübergehende Wohnmöglichkeit für Frauen und deren Kinder, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden und nicht wissen, wie und wo sie in den nächsten Tagen oder Wochen zu einer Wohnmöglichkeit gelangen können. Ziel ist es, die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit in eine geeignete Wohnmöglichkeit übersiedeln zu können.
"In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass circa 60 Frauen järhlich dieses Angebot in Anspruch nehmen müssen", sagt Sybille Spiess von der Volkshilfe Kärnten. 

Damit „Kärntner in Not“ weiteren Betroffenen auf ihrem Weg aus einer Notsituation heraus helfen kann, hofft der Hilfsverein wieder auf die Unterstützung der Kleine-Zeitung-Leserschaft. Mehr als 900 Hilfesuchende haben sich heuer bereits an „Kärntner in Not“ gewandt. Dank der Hilfsbereitschaft der vergangenen Spendenaktion konnte mit deren Angehörigen bereits Tausenden Kärntnerinnen und Kärntnern geholfen werden.