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Kärntnerin des Tages

Feministisches Rüstzeug für Handke und Kafka

Ute Liepold bringt Peter Handkes „Die schönen Tage von Aranjuez“ an den Wörthersee. Am Donnerstag ist Premiere.

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Als Kind“, erinnert sich Ute Liepold, „bin ich zum Dackel der Großmutter in den Korb gelegt worden.“ Ein Leben ohne Hund ist für die gebürtige Bregenzerin seitdem unvorstellbar. Auch die Liebe zum Theater ist ihr quasi zugewachsen. Spätestens als Ute Liepold erkannte, dass ihr die feministische Philosophie zwar neue Welten und Horizonte eröffnet, das Universitätsleben als Forscherin aber letztlich doch zu eng ist, suchte sie sich eine neue Bühne.

Dazwischen lag der – wie sie sagt – „einzig mögliche Weg nach Kärnten: über die Liebe“. Mit ihrem Mann Bernd Liepold-Mosser hat sie drei Töchter (21, 19 und zehn Jahre) und seit einigen Jahren auch das „Theater Wolkenflug“. Und mit diesem landet die sportliche 49-Jährige immer an ganz besonderen Orten.

Etwa mit Robert Woelfls Stück „wir verkaufen immer“ im Landesmuseum, eine Inszenierung, die Liepold 2013 eine Nestroy-Preis-Nominierung brachte. Mit Weiterdichtungen zu Schnitzlers „Reigen“ im Wappensaal. Oder jetzt mit Peter Handkes Sommerdialog „Die schönen Tage von Aranjuez“ im Park der Pörtschacher Villa Miralago am Wörthersee-Ufer.

„Die Wissenschaft spielt immer in meine Regiearbeit hinein. Das theoretische Rüstzeug ist gerade auch für das Stück von Peter Handke wichtig“, sagt Ute Liepold, die ein Auge darauf hat, „wo Handke die Konstellation aus dem Klischee befreit“.

Das Handke-Stück ist mit einem Mann und einer Frau (das Paar denkt über Leben und Tod nach) ohnehin perfekt gegendert. Wobei: „Quotendiskussion . . . da muss ich schon gähnen“, wirft die Feministin ein. Liepold vermutet zwar, dass ihr feministischer Ansatz vielen auf die Nerven geht, aber gegen das „unbewusste Hinnehmen der Verhältnisse und männlichen Machtstrukturen“ aufzutreten, bleibt einfach ihre Sache.

Dass sie als Regisseurin grundsätzlich lieber mit Frauen arbeitet (Gert Jonkes Vielpersonenstück „Die Hinterhältigkeit der Windmaschinen“ trugen bei ihr vier Schauspielerinnen), sei „auch politisches Programm“. Ein Kontrapunkt in einer Stücke-Landschaft, die ohnehin Männer bevorzugt. Als Nächstes dramatisiert Liepold für die neuebuehnevillach Kafkas „Prozess“. Als One-Woman-Show! Eh logisch.

USCHI LOIGGE

Kommentare (1)

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Irgendeiner
1
0
Lesenswert?

Naja,

es darf ja jeder die Welt sehen wie er will,aber endlich erfahre ich,was es damit auf sich hat,daß unsere Damen in eiserner Abwehr von Kindern,Küche, Kirche sich gleich mal über 90% der Obsorge arrogierten,sich Ausnahmeregeln fürs Pensionsantrittsalter in die Verfassung schreiben ließen und einen Job auf Grund ihres Geschlechts auch dann kriegen wollen,wenn besser qualifizierte Manderln dann durch den Rost fallen,es ist dem „unbewusste(n) Hinnehmen der Verhältnisse und männlichen Machtstrukturen“ geschuldet. Und da ich männlich bin was ja offenbar mit naturdumm einhergeht,denn einem Intelligenten würde man die Fallhöhe von Realität und Aussage nicht zumuten, versteh ichs halt nicht.Und so lache ich und beschließe einfach,mehr Strindberg zu lesen.
PS:Wenn ein Manderl erklärt,daß er lieber mit Manderln arbeitet wie es jüngst ein Nobelpreisträger tat muß er gehen.Wir sind ja sowas von gleich.

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