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Vom Bagger in den Baukran

Karl-Heinz Strauss (51) aus St. Veit managt seit einem halben Jahr die Porr - den drittgrößten Baukonzern Österreichs mit 12.000 Mitarbeitern und 2,9 Milliarden Euro Umsatz.

 

Eine bessere Aussicht als Karl-Heinz Strauss (51) hat wohl kein österreichischer Manager. Von seinem Bürofenster aus überblickt er ganz Wien, bis hin zu den Alpen. Auf der anderen Seite des Gebäudes sieht er die Flugzeuge in Wien-Schwechat landen und abheben. So arbeitet es sich eben in der Chefetage des Porr-Hochhauses am Rande von Wien.

Im Herbst hat der St. Veiter hier Platz genommen. In einem Lederstuhl, der ihn seit seinen Zeiten als Banker begleitet. Denn bevor Strauss die Führung des drittgrößten Baukonzerns des Landes mit über 12.000 Beschäftigten übernahm, war er in der Raiffeisen Zentralbank Projektentwickler und die letzten zehn Jahre auf eigene Rechnung Immobilienentwickler mit seinem Unternehmen Strauss und Partner. Nebenbei ist er Vorstand in mehreren Privatstiftungen: unter anderem jener des Rindfleisch-Spezialisten Ewald Plachutta.

Wobei Strauss nun auch bei der Porr kein externer Manager ist. Ein solides Aktienpaket hatte er schon vor seinem Einstieg, jetzt hat er sein Unternehmen in die Porr eingebracht und hält rund sieben Prozent. "In ein paar Jahren möchte ich auf zehn aufstocken", sieht er sich als "geschäftsführenden Gesellschafter".

Passionierter Jäger

Dass Unternehmertum für ihn auch bedeutet, an Samstagen und Sonntagen im Einsatz zu sein und notfalls das Frühstück erst am Bürotisch einzunehmen, hat Strauss bereits von seinem Vater gelernt, der ein Unternehmen für Erdbewegungen in St. Veit hatte. "Daher kann ich auch mit allen Arbeitsmaschinen umgehen, die wir im Konzern haben", schmunzelt Strauss. Einzig einen Turmkran hat er noch nie bedient, "das kommt aber sicher noch."

Die Entscheidung, seinen ledernen Chefsessel in die Porr zu überstellen, fasste er mit seiner Frau und den beiden Kindern Lara (15) und Michael "Micky" (17) gemeinsam. "Mein Beruf ist auch mein Hobby und ohne eine Familie, die hinter mir steht, habe ich auch im Job keine Ruhe."

Seinen Plan mit der Porr hat er auch klar definiert "Nicht die Größten werden die Ersten sein, sondern die Schnellsten." Es gelte, den Ruf als technisch bester Baukonzern des Landes zu verteidigen. Zudem muss er die von Korruptionsgerüchten angeschlagene Reputation wiederherstellen. "Das geht am einfachsten über die Mitarbeiter. Viele kommen auf mich zu und erzählen, welche Bedeutung die Porr für sie und ihre Familien hat, die ja oft seit Generationen im Unternehmen beschäftigt sind. Das beeindruckt mich ungemein."

Zeit für Kärnten hat er trotz des stressigen Alltags und eines Anwesens in Kitzbühel noch immer genug. "Außerdem leben mein Bruder und meine Mutter in Klagenfurt. Die Familie meiner Frau Carolin, eine geborene Funder, hat das Jagdrevier in Kärnten, da zieht es uns immer wieder heim." Die Jagd-Leidenschaft teilt er auch mit Sohn Michael und den Cousins seiner Ehefrau: den Politikern Kurt und Uwe Scheuch.

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