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Kärntner des Tages

Eine "wilde Ehe" mit Trauschein

Die Schauspielerin Magda Kropiunig und der Regisseur Gerhard Fresacher zwischen Kunst und Kindern. Ohne Theater läuft bei ihnen gar nichts.

© KK/Rainer
 

Auf dem Klingelknopf steht ein anderer Name. "Wir haben auch schon Hallawatsch geheißen," erinnert sich das Künstlerpaar an die vielen Wohnungswechsel und Pizzabestellungen unter "Hallawatsch" & Co. Trotz Riesenhochzeit im Rosental leben die Schauspielerin Magda Kropiunig und Regisseur Gerhard Fresacher in "wilder Ehe". Heißt: "Wenn wir Stress haben, merken es alle. Wenn es uns gut geht, auch." Die zwei Töchter - Carla, dreieinhalb und nach eigenen Angaben zwischendurch neun Jahre alt, und die einjährige Mila - sind der Grund dafür, dass die beiden Theaterleute (wieder) nach Kärnten gezogen sind. In Kürze wollen sie mit gemeinsamen Projekten, aufhorchen lassen: "Wir müssen es nur noch angehen". Das dynamische Leseprojekt mit Tschechow (Fresachers "Kirschgarten"-Inszenierung lief lange und erfolgreich in der Wiener Garage X) samt Musik und Kulinarik ist künstlerisch bereits durchgeplant.

Die Berge, der See

Passende Locations gebe es genug, sagt Gerhard Fresacher, der als "totaler Naturliebhaber" viel in den Bergen unterwegs ist, radelt und wandert. Seine Frau genießt "den See vor der Tür. Und die Großeltern". Ohne Kinder flüchtet sie zu den Schwiegereltern, wenn sie ihre Rollen lernen muss. Die gehen Magda Kropiunig, die man als Moderatorin von "Dober dan, Koro?ka" kennt, schon seit Jahren nicht aus.

Die Hauptrolle hat sie schon im Kindergarten gespielt, der Gedanke an eine eigene Tierarztpraxis war schnell wieder verworfen: Dass Magda Kropiunig einmal Schauspielerin wird, war für sie "immer ganz klar". Schon, als sie regelmäßig, wenn auch "nicht besonders gern", in der Buschenschank der Eltern in Suetschach mithalf und sich dabei "oft wie ein Psychiater gefühlt" hat. Nach dem Besuch von Herta Faulands Schauspielschule Odeon in Klagenfurt und der Akademie in Laibach ging es Schlag auf Schlag: In der slowenischen Off Theater Szene war die blonde Kärntnerin bald ziemlich angesagt, eine SitCom im slowenischen Fernsehen verhalf ihr zu mittelfristiger Prominenz. In Kärnten ist die Frau mit der erotischen Stimme (als Sprecherin für TV-Dokus mitunter selbst für ihren Mann kaum zu erkennen) längst fixe Größe der freien Theaterszene. Ausflüge als "Buhlschaft" auf die Hohensalzburg, in Produktionen der Graf-Film, ins Stundenhotel von Götz Spielmanns "Revanche" oder wie derzeit als Finanzdienstleisterin im Landesmuseum belegen die Vielseitigkeit der 35-Jährigen.

Das Dorf an der Grenze

Gerhard Fresacher hat sie zu Weihnachten in einem Klagenfurter Lokal kennen gelernt. Beim "Dorf an der Grenze" im Stadttheater Klagenfurt traf man sich wieder. "Die Arbeit, dann die Liebe, dann die Heirat", sagt der 1972 im niederösterreichischen Horn geborene Regisseur und (studierte) Bühnenbildner, der dabei ist, sich auch als Maler einen Namen zu machen.

1977 verließ die Familie das Waldviertel. "Sozialisiert in Kärnten, befreit in Wien" sagt Fresacher, der neben der Arbeit am Theater mit "labelminus 1" Kunstvideos und für verschiedene TV-Sender Filme produziert. Im März lief seine "Staatsmänner"-College an der neuenbuehnevillach. Für eine, wie er findet, "sehr heutige Wirtschaftsdoku-Show" wird er im Sommer in ganz Europa unterwegs sein.

Ein familiärer Ortswechsel steht nicht zur Debatte. Mit dem guten Geist Maddalena lernen die Kinder Italienisch. Slowenisch und Deutsch laufen nebenher. Die geografische Lage von Kärnten sei unübertroffen. Und an einen neuen Namen für die Pizzabestellung ist bis auf weiteres auch nicht gedacht.

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