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Zirkuskind wird Chef der Räuber

Charles Elkins (65) tritt nach 20 Jahren wieder im Stadttheater Klagenfurt auf. Er spielt den Borka in "Ronja Räubertochter".

 

Viele Kärntner Theaterbesucher werden ihn noch in Erinnerung haben, schließlich gehörte Charles Elkins von 1980 bis 1992 zum Ensemble des Klagenfurter Stadttheaters. Jetzt kehrt der 65-Jährige nach 20 Jahren an die Stelle dieses Wirkens zurück. Ab 17. November spielt Elkins in "Ronja Räubertochter" den Räuberhauptmann Borka.

Geboren als Karl Gschwandner am 28. Feber 1947 in Wels stand er schon sehr früh im Rampenlicht. Sein Vater - er trug bereits den Künstlernamen Elkins - leitete einen Zirkus, in dem übrigens auch Freddy Quinn seine ersten Lieder zur Gitarre vortrug "Mit vier Jahren bin ich dem Papa in der Manege nachgelaufen, ab sechs trat ich in akrobatischen Nummern auf. Das war völlig normal. Gelernt habe ich alles vom Papa, der ein mit Auszeichnungen überhäufter Artist und Akrobat war. Am meisten Begabung hatte ich zum Jongleur, aber der bin ich nie geworden, denn Jonglieren konnte mein Papa nicht", erinnert sich Elkins an eine Kindheit zwischen Wohnwagen und mehr als 50 verschiedenen Schulen. "Wir waren ein echter Wanderzirkus, blieben überall nur ein paar Tage." Die Mutter, eine Weinbauertochter aus dem Burgenland und gelernte zahnärztliche Assistentin, hielt sich künstlerisch zurück. "Sie war für Buchhaltung und Organisation zuständig."

Mitte der 50er-Jahre verkaufte Elkins' Vater sein Unternehmen mit Löwen, Affen und Stachelschweinen an einen Verwandten, der den berühmten Zirkus Rebernigg führte. Die Familie wurde in Wien sesshaft, der Vater fand Arbeit beim ORF. "Er hatte zum ersten Mal einen geregelten Tagesablauf und keine Lust mehr auf Zirkus." Elkins nahm Schauspiel , Gesangs- und Tanzunterricht. Er spielte Theater und wirkte bei Filmen mit - an der Seite von Theo Lingen, Hans Holt, O. W. Fischer, Hans Moser, Susi Nicoletti oder Wilma Degischer.

Nach Kärnten führte Elkins ein Zufall. "Ich begleitete eine Kollegin zum Vorsingen ans Stadttheater. Wir haben ein paar Buffo-Duette gemeinsam gesungen. Da wollte mich Herbert Wochinz, der schon Intendant war, engagieren." Elkins war vertraglich ans Theater an der Wien gebunden. Schließlich klappte es. 1978 begann er bei den Komödienspielen Porcia, 1980 am Stadttheater.

Zwei Hochzeiten

Endgültig picken geblieben ist er durch die Klagenfurterin Monika Reichelt. Nach zehn Jahren Beziehung heiratete das Paar am 6. Juli 1991 standesamtlich. Genau einen Monat später, am 6. August, kam Tochter Anna Maria zur Welt. 1992 folgte Franziska, 1994 Katharina. 1999 wurde die Familie mit Sophie komplett. Als Elkins im Sommer 2001 als Old Shatterhand bei den Karl-May-Festspielen durch die Arena in Weitensfeld galoppierte, hielt er quasi zum zweiten Mal um die Hand seiner Monika an. Nach einem Fest in der Arena gaben sich die beiden am 3. August in der Kirche von Weitensfeld auch kirchlich das Jawort.

Vielseitigkeit

Die Familie war jahrelang auf einem idyllischen Bauernhof oberhalb von Zweinitz beheimatet. Nach der Stadttheater- und Porcia-Zeit stand Elkins in Musicals, Operetten oder Komödien auf verschiedenen Bühnen und war in Filmen ("Schloss am Wörthersee", "Schlosshotel Orth") präsent. Er war als freier Mitarbeiter im ORF-Landesstudio Kärnten tätig und gab Schauspielunterricht. In Deutschland überzeugte er im Vorjahr mit seiner Darstellung des Professor Henry Higgins in "My Fair Lady".

Als die Kinder älter wurden, übersiedelte man nach St. Veit. Heute lebt nur mehr Sophie, die das Gymnasium besucht, zu Hause. Anna Maria studiert in Wien Biologie, Franziska, die das künstlerische Talent des Vaters geerbt hat, in Graz Musikpädagogik und Gesang. Katharina hat es nach der Matura als Au-pair-Mädchen nach Kanada verschlagen.

Seit ein paar Jahren ist Elkins, der gerne Leserbriefe schreibt und sich interessiert an Politik und Wirtschaft zeigt, in Pension. "Zwei, drei Produktionen im Jahr mache ich noch." Eine Wunschrolle? "Don Quichotte." Eine Rolle, die er versäumt hat: "Den Boni in der Csárdásfürstin. Der war immer schon besetzt, wenn ich mich beworben habe."

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