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Kärntnerin des Tages

Angelika Spiehs: "Ich würde alles genau so machen"

Auch wenn man es ihr gar nicht ansieht: Angelika Spiehs ist 70 geworden. Die Schauspielerin blickt auf ein erfülltes Leben zurück.

© KLZ/Traussnig
 

Man muss sich Angelika Spiehs als einen besonders glücklichen Menschen vorstellen. Der schlimmste Moment in ihrem Leben? Das sei eindeutig 1956 gewesen, als ihr ein Saalordner den Eintritt ins Kino verwehrte. Gegeben wurden "Die Halbstarken", mit dem von ihr vergötterten Horst Buchholz. Wenn bloß der Film nicht erst ab 16 gewesen wäre. Oder wenn sie bloß ein wenig älter gewesen wäre. Oder wenn der Mann an der Kinokasse wenigstens mit sich hätte reden lassen! Aber keine Chance. "Ich habe bitterlich geweint", sagt Spiehs, die unlängst in ihrer Wahlheimat Kärnten den 70er gefeiert hat.

Im Übrigen hatte selbst diese frühe Kränkung für das aufgeweckte junge Mädchen, das damals noch Angelika Ott hieß, ein Gutes. Denn damals, erzählt sie, sei in ihr der Wunsch gereift, selbst Schauspielerin zu werden. Keine zehn Jahre später gab sie bereits auf der Löwinger-Bühne ihr Debüt. Bald darauf sollte schließlich "der glücklichste Tag in meinem Leben" eintreten, als sie am 21. Dezember 1966 den Regisseur Karl Spiehs heiratet. Der hatte sie damals auf den Tag genau vor zwei Jahren in der berühmt-berüchtigten Wiener Eden-Bar frech angesprochen. "Kennen wir uns nicht?", wollte er von der schönen jungen Frau wissen. Das war natürlich ein Schmäh, man kannte sich noch nicht. Spiehs: "Dann sollten wir das schleunigst ändern!"

Darüber kann sich Angelika Spiehs noch heute zerkugeln. Ihre gediegene Wohnung im ersten Wiener Bezirk liegt übrigens nur ein paar Steinwürfe entfernt von der Eden-Bar. Das sei aber, sagt Spiehs, ein Zufall. Nur selten verschlägt es sie mit ihrem Mann heute noch dorthin. Zu viele reiche, polternde Russen, klagt sie. "Das ist nicht mehr wie früher."

Früher, das waren die wilden Sechzigerjahre, als Wien eine internationale Film-Metropole war, und Spiehs mittendrin. So richtig ins Schwärmen gerät sie, wenn sie von ihren Aufnahmen mit Roy Black erzählt, mit dem sie immer wieder am Wörthersee vor der Kamera stand. Für "Hilfe, ich liebe Zwillinge", etwa, gemeinsam mit Uschi Glas und Peter Weck. Auch mit Romy Schneider arbeitete Spiehs kurz zusammen. Ein anderes Mal reiste sie bis nach Äthiopien, wo sie eine Salzwüste durchqueren musste. Da spielte Spiehs eine Journalistin in den Fängen von Rebellen.

"Ganz, ganz blöde Titel"

Und dann, naja, dann waren da noch der eine oder andere "Aufklärungsfilm", so habe man das eben damals genannt, sagt Spiehs. "Paradies der flotten Sünder", hieß einer davon. "Ganz blöde Titel waren das", sagt sie heute, die Filme seien harmlos gewesen. So oder so, sie steht dazu: "Ich bereue nichts und würde alles genau so machen."

Das gilt auch für die Entscheidung, mit der Schauspielerei aufzuhören. Ab 1973 zog sie einen Schlussstrich und widmete sich ganz ihren beiden Söhnen David und Benjamin. Und nein, die Kameras seien ihr nicht abgegangen seither, beteuert Spiehs. Immerhin habe sie ja einen Regisseur geheiratet, ein Filmemacher in der Familie reiche. Mit ihrem Mann kaufte sie in den 1980er-Jahren ein Haus am Wörthersee, seither verbringt sie die Sommermonate in Kärnten.

Hier ließen ihre Liebsten zum Geburtstag auch die Korken knallen, mit einer Überraschungsparty im Casineum mit Freunden und Schauspielerkollegen wie Maximilian Schell oder Ruth Maria Kubitschek. Ja, sagt Spiehs, "ich bin wirklich ein glücklicher Mensch". Man gönnt es ihr.

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