AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

KärntenMobbing: Klägerin wollte 20.000 Euro

Der Chef konnte vor Gericht nachweisen, dass er von Mobbingvorwürfen nichts wusste. Es kam zu einem Kompromiss.

Die Mitarbeiterin klagte ihren Arbeitgeber wegen „unterlassener Abhilfe“
Die Mitarbeiterin klagte ihren Arbeitgeber wegen „unterlassener Abhilfe“ © freshidea - stock.adobe.com
 

Mobbing am Arbeitsplatz. Dieses Thema beschäftigt immer wieder die Gerichte. „Aber es führt nicht jedes Mobbing automatisch zu Schadenersatzansprüchen“, sagt Anwalt Bernd Peck von der Kanzlei „Fink, Bernhart, Haslinglehner, Peck, Kaltenhauser“. Er vertrat vor Kurzem einen Arbeitgeber vor Gericht, der von einer langjährigen Mitarbeiterin geklagt wurde.

„Die Frau war in einer Küche beschäftigt. Sie behauptete, dass sie von einer Kollegin gemobbt werde“, sagt Peck. Sie sei von der anderen Mitarbeiterin grundlos beschimpft worden und die Frau hätte unfaire Gerüchte verbreitet. Etwa, dass die Klägerin Gegenstände aus dem Betrieb stehle. Sogar ihr bereits gesäuberter Arbeitsplatz, sei absichtlich wieder verschmutzt worden, um sie zu schikanieren, berichtete die Klägerin.

Sie gab an, die Unternehmensleitung von diesem Mobbing informiert zu haben. Dennoch sei der Chef untätig geblieben. Wegen „unterlassener Abhilfe“ und weil sie durch das Mobbing einen Gesundheitsschaden erlitten hätte, forderte die Frau 20.000 Euro. Doch der Arbeitgeber bestritt in dem Prozess, dass er über die Mobbingvorwürfe informiert worden sei. „Er konnte das durch Protokolle über Mitarbeitergespräche nachweisen“, so Peck.

„Zu ihrer Gesundheitsschädigung legte die Klägerin eine Bestätigung eines praktischen Arztes vor, wonach sie Beruhigungstabletten nimmt“, sagt Peck. Ein Attest, dass sie wegen einer psychologischen Erkrankung in Behandlung ist, habe sie aber nicht gehabt. Die Klägerin war auch nie im Krankenstand. „Aus Gründen der Loyalität“, wie sie erklärte. Das alles schwächte ihre Position. Peck: „Wenn das Mobbing eine psychische Beeinträchtigung mit Krankheitswert aufweist, kann der Arbeitgeber zwar haftbar gemacht werden. Bloßes Unbehagen oder Schlafstörungen würden dafür aber nicht ausreichen. „Depression oder Burn-out müssen ärztlich diagnostizierbar sein. „Dann kann Entschädigung gefordert werden.“

Kompromiss

Im konkreten Fall hätten die Beweise der Klägerin nicht gereicht. Es kam zu einem gerichtlichen Vergleich. Also zu einem Kompromiss zwischen Frau und Dienstgeber. „Das Dienstverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst.“ Der Arbeitgeber habe der Frau eine Abgangsentschädigung gezahlt, die jedoch weit weniger betrug, als die geforderten 20.000 Euro. Die genaue Summe darf nicht genannt werden, weil zwischen den Streitparteien Stillschweigen vereinbart wurde.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren