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Sommergespräch aus FeldkirchenBrigitte Pekastnig: "Es ist wirklich diese Liebe zum Menschen"

Brigitte Pekastnig (66) aus Glanegg, Vizepräsidentin des Kärntner Roten Kreuzes, über ein glückliches Leben, die Liebe zum Mitmenschen und die Qualität des Zeithabens.

Brigitte Pekastnig in ihrem Haus, an dem sie die Lage mitten in der Natur sehr schätzt. © Gert Köstinger
 

Seit dem vergangenen Jahr sind Sie dritte Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Kärnten. Was bedeutet das für Sie?
BRIGITTE PEKASTNIG: Ich kann das mit Worten nicht beschreiben. Ich war so betroffen vor Freude, als ich gefragt wurde. Es war für mich die absolute Anerkennung für meine Arbeit.

Von Beruf sind Sie diplomierte Krankenschwester.

Ich habe 43 Jahre im LKH Klagenfurt gearbeitet. Dort konnte ich auch die geriatrische Tagesklinik aufbauen.

Wie kamen Sie zum Roten Kreuz?
Ich war damals Diplomkrankenschwester in der Dialyse. Die Hauskrankenpflege war noch minimalistisch ausgebaut. Ich habe mir gedacht, über die Infrastruktur des Roten Kreuzes könnte man sie gut aufziehen. Ich habe 1987 begonnen, im Rettungsdienst, habe dann den Gesundheits- und Sozialdienst aufgebaut. Ich habe Menschen ausgebildet und auch mich selbst weitergebildet.

Zur Person

Beruf. War diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, jetzt Pension, noch tätig in der Ausbildung.
Rotes Kreuz. Vizepräsidentin, Landesreferentin für Pflege und Betreuung. Mitarbeiterkoordination, Aufbau Leistungsspektrum, Mitarbeiterstand. Organisiert Ausbildungen, schult auch selbst.

Was ist der Grund, dass Sie so lange schon dabei sind?
Ich habe so viele Menschen kennengelernt, die mir geholfen haben, die anderen Zeit schenken, weil sie spüren, sie kriegen so viel zurück. Du bekommst so viel eigene Zufriedenheit, Lebenserfahrung und Dankbarkeit. Wenn ich sehe, wie schlecht es anderen oft geht, dann sage ich mir oft, wie glücklich musst du sein, dass es dir gut geht. Und es ist wirklich diese Liebe zum Menschen.

Also gibt Ihnen diese Arbeit mehr Kraft als sie Ihnen nimmt?
Ja, ganz sicher. Man bekommt so viel zurück. Wir haben so oft das Gefühl, gemeinsam geholfen zu haben. Und jetzt bin ich die, die motiviert, Netzwerke aufbaut, organisiert, neue Angebote schafft. Ich habe engen, intensiven Kontakt mit dem Gesundheitssystem-Personal des Landes und bin immer mächtig stolz, wie gut wir in Kärnten aufgestellt sind.

Im Gespräch mit Redakteurin Michaela Auer Foto © Gert Köstinger

Ihr Enkel Kunatam ist gerade bei Ihnen. Was sagen Sie ihm, was Sie so machen?
Er weiß, was ich tue und ist sehr stolz darauf. Er sagt immer, meine Oma ist Krankenschwester. Und er ist auch sehr hilfsbereit, er bekommt das von uns vorgelebt.

Die Hilfsbereitschaft ist also in Ihrer Familie fest verankert.
Ja. Ich bin in einem Dorf im Mölltal aufgewachsen. Dort ist das auch so. Auch meine Mutter war sehr hilfsbereit. Ich habe schon als Volksschülerin zu Weihnachten alte Menschen besucht, damit sie nicht alleine sind.
Sie sind auch sehr naturverbunden, gehen gerne in die Berge.
Das ist für mich ein Ausgleich. Ich lerne dabei auch viele Menschen kennen, ich komme ins Gespräch und konnte so schon einige Mitarbeiter anwerben.

Kommt auch manchmal der Punkt, wo alles zu viel wird?
Wenn ich das Gefühl habe, da tut sich nichts. Und man begegnet nicht immer nur wohlgesinnten Menschen. Eine schöne Auszeit ist für mich auch immer der Sommer mit Kunatam. Er ist den ganzen Sommer bei mir, wir unternehmen viel, mir ist es auch ein Anliegen, ihm Heimatverbundenheit zu vermitteln. Aber ich freue mich jetzt schon wieder auf die nächsten Termine beim Roten Kreuz.

Wortspenden

Am wichtigsten ist mir... meine innere Zufriedenheit, Fröhlichkeit, Gesundheit, Visionen zu haben.
Bei mir daheim... ist mir ein bestimmter Lebensstandard wichtig.
Zornig macht mich... Ungerechtigkeit.
Ich bin... offen, hilfsbereit und lache gerne.
Die Welt ist für mich...offen, bunt, vielseitig
Mein Enkelkind... ist für mich Lebensinhalt.

Welche sind das?
Wir forcieren jetzt Integrationsbegleiter, Migration und Integration sind wichtige Themen. Integrationsbegleiter werden speziell ausgebildet, der nächste Kurs beginnt im Oktober. Da und auch überall anders brauchen wir immer Leute.

Wenn man viel Zeit verschenkt, wie viel bleibt für einen selbst?
Genug. Das zählt man nicht in Stunden. Es ist die Qualität der Zeit. Für mich ist Quantität nicht so wichtig, Qualität zählt

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