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Glanhofen

Eigenwilliges Pfarrhaus ist für den Baupreis nominiert

Eines von drei Kärntner Projekten, die für den Bauherrenpreis 2016 vorgeschlagen wurden, ist das Haus der Pfarren Glanhofen und St. Nikolai.

„Harte Schale, weicher Kern“ trifft auf das Haus der Pfarren Glanhofen und St. Nikolai in Feldkirchen zu © KK/Fasching
 

Die Nominierungen für den Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs 2016 sind fixiert. Insgesamt 27 Projekte aus ganz Österreich wurden von Jurys in den einzelnen Bundesländern ausgewählt, darunter drei aus Kärnten und eines aus dem Bezirk Feldkirchen: das Haus der Pfarren Glanhofen und St. Nikolai.

Bauherr ist die Diözese Gurk mit dem damaligen Leiter der Bauabteilung, Fritz Breitfuss: „2010 wurden die Architekten für dieses Gebäude in einem Wettbewerb ermittelt – mit einem Projekt, das sich auffällig durch seine Gestaltung ganz unauffällig neben die Kirche setzt und ihre Ansicht, wenn man auf den Ort zufährt, nicht verstellt.“

Gewünscht wurde, so Breitfuss, kein gewöhnliches Haus, sondern eines mit „Unterscheidungsmerkmalen, die Diskussionspotenzial beinhalten und die Auseinandersetzung mit der Architektur auslösen werden“. Als Sieger des Bewerbes ging das Büro ,Bauraum Architekten‘ aus Klagenfurt mit den Architekten Helmut Dominikus und Ralf Mikula hervor. Die gegebene Situation stellte sich sowohl für den Bauherren als auch für die Architekten als schwierig heraus. „Der Grund direkt neben der Kirche von Glanhofen war geteilt und wurde erst durch einen Tausch mit der Gemeinde baufähig. Zudem sollte das Gebäude einige Ansprüche erfüllen – wie einen Versammlungsraum mit Küche, eine Sanitärzelle, ein Büro und auch die Möglichkeit, bei Bedarf dort übernachten zu können“, erklärt Breitfuss.

Das Pfarrhaus in einer anderen Ansicht Foto © BAURAUM.ARCHITEKTUR

Die Architekten beschreiben das Konzept für das Pfarrhaus so: „Es ist ein Haus, das allen offen steht und es ist ein Haus der Kirche. Beides wird durch Form und Material des Gebäudes vermittelt. Im Gegensatz zur äußeren Schale ist der Innenraum als warmer, weicher Raum konzipiert. Sämtliche Oberflächen bis hin zu den Einbauschränken und der Küche sind in massiver Tanne ausgeführt.“

Baubeginn für das rund 435.000 Euro teure Gebäude war im Herbst 2014, letztes Frühjahr konnte es fertiggestellt werden.

Blick in das 2014 eröffnete Diözesan- museum „Schatzkammer Gurk“ Foto © KK/Privat

Schatzkammer in Gurk wurde im Vorjahr ausgezeichnet

In den 50 Jahren des Bestehens des Bauherrenpreises ging dieser erst wenige Mal nach Kärnten. Mit der Nominierung zum Bauherrenpreis in Glanhofen ist die Diözese Gurk in der Region aber nicht zum ersten Mal erfolgreich. Vor zwei Jahren konnte man mit dem Museum „Schatzkammer Gurk“ diesen Preis bereits gewinnen. Die Jury begründete ihre Entscheidung damals damit, dass die „Schatzkammer Gurk“ ein inhaltlich und gestalterisch außergewöhnliches Museum sei. Die Herausforderung sei nicht gering gewesen, galt es doch, 920 Quadratmeter denkmalgeschützter Substanz aus gotisch und barock gewölbten Räumen räumlich, technisch und funktional zu adaptieren. Weiters gewürdigt wurde der Wunsch der Bauherrschaft, der Verwendung heimischer Baumaterialien ebenso den Vorzug zu geben wie ortsansässigen Handwerksbetrieben bei der Auftragsvergabe. Dies zeige Verantwortungsbewusstsein für die wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung eines Projektes.

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